Abendmahl vom Grill - gegrilltes Sommergemüse und knusprige Hähnchenschenkel

234 Von Mahl zu Mahl besser

22.08.2015
Heute ist unser letzter Urlaubstag in der Prignitz, morgen geht es zurück nach Halle. Außerdem wäre meine Oma heute, schnell mal rechnen, 107 Jahre alt geworden. Am letzten Abend muss noch einmal der Grill herhalten. Es gibt »Heehnchenbeenchen« mit dünnen Knoblauchscheiben und Salbeiblättern unter der Haut, gegrilltes Sommergemüse (in einer Marinade aus Olivenöl, Balsamico, Zitronenschale, Oregano, Knoblauch, Salz, Pfeffer und etwas Minze), Aprikosen im Speckmantel und gegrillte Mango mit etwas Minzzucker. Ich bin noch nicht 100 %ig zufrieden. Beim nächsten Ma(h)l können einige Dinge noch besser gemacht werden. Ich freue mich darauf.

Strohballen bei Lenzen (Elbe) - im Hintergrund der Funkturm Gartow 2 auf dem Höhbeck

233/365 geballtes Stroh vor »Gartow 2«

21.08.2015
Eine kleine Konditor-Tour führte uns von Lenzen nach Seedorf zur »Löcknitzterrasse«, wo die Chefin fantastische, selbst gemachte Kuchen und Torten offeriert. Die Rücktour wählten wir durch die Wiesen in Richtung Elbe. Im Hintergrund sehen wir hier den Höhenzug Höhbeck mit dem 344 m hohen Funkturm Gartow 2, der Ende der 1970-er Jahre erbaut wurde, um via Richtfunk eine störungsfreie Nachrichtenverbindung nach Berlin (West) einzurichten.
Seit 1989 ist der Turm außerdem mit einer Windmessanlage ausgestattet. Im Abstand von 18 Metern werden die Windgeschwindigkeiten und -richtungen mit Anemometern und Windrichtungsgebern gemessen. Zusätzlich liefert er dem Institut für Stahlbau der Technischen Universität Braunschweig wertvolle Daten zur Mastbeanspruchung infolge von Windeinflüssen.
Zu Vorwendezeiten durfte von hier aus wohl auch die ein oder andere geheime Organisation den Funkverkehr abhören. Nur gut, dass diese Zeit vorbei ist.

Morgennebel über dem Rudower See, im Vordergrund Schilf und ein Surfboard

232/365 Morgennebel

20.08.2015
Die Nacht war kühl, der See ist warm und so ist Morgennebel über dem Rudower See vorprogrammiert. Ich hatte eigentlich keine große Lust auf ein Morgenbad, habe mich dann mit der kleinen Kompaktkamera aber doch ins Wasser begeben. Leider waren die sichtbaren Motive dann doch nicht so toll wie die Gesamtstimmung. Also bin ich wieder raus und habe dieses Bild vom Ufer aus aufgenommen. Das hätte ich auch einfacher haben können. Na, wenigstens bin ich jetzt richtig wach.

Kaskade, Wasserspiele vor dem Ludwigsluster Schloss

231/365 Schlosspark Ludwigslust

19.08.2015
Das Schloss Ludwigslust war von 1763 bis 1837 Hauptresidenz der (Groß-) Herzöge von Mecklenburg-Schwerin. Der gepflasterte Schlosshof war der Standort eines früheren Jagdschlosses. Der Ludwigsluster Schlosspark ist einer der größten und schönsten Landschaftsparks Mecklenburgs und zu jeder Zeit einen Besuch wert.
Wir haben heute den zweiten Tag graues regnerisches Wetter, also Zeit für touristische Aktivitäten. Der Park ist wahrlich gigantich und strahlt durch seine Anlage sowie durch den uralten Baumbestand Ruhe und Kraft aus. So groß hatte ich ihn aus meiner Kindheit gar nicht in Erinnerung.
Überall gibt es Teiche und Wasserspiele. Da ursprünglich hierfür gar kein Wasser vorhanden war, wurde von 1756-1760 kurzerhand ein 28 Kilometer langer Kanal angelegt, der die zwei Flussläufe von Stör und Rögnitz verbindet.
Ein Prunkstück ist die Kaskade auf dem Schlossplatz mit Sandsteinskulpturen, deren zentrale Gruppe Allegorien auf die Flüsse Stör und Rögnitz sind. Bei schönem Wetter kann man hier sicherlich tolle Aufnahmen schießen. Für mich bestand die Herausforderung darin, dieses bei griesem Himmel zu versuchen. Also suchte ich nach einem Standpunkt, von dem aus ich Störungen sowie ausgefressenen Himmel ausblenden konnte.

Skulptur der »Brezeltante« Anna Grieben vor dem Lenzener Rathaus

230/365 Lenzens »Brezeltante« Anna Grieben

18.08.2015
Seit April 2014 steht die Bronzestatue der Brezeltante vor dem Lenzener Rathaus. Die lebensgroße Statue wurde von einem aus Hamburg stammenden und seit einigen Jahren in Lenzen lebenden Ehepaar gestiftet und vom Mödlicher Künstler Bernd Streiter geschaffen.
Was hat es mit der Brezeltante auf sich? Die wohlhabende Anna Grieben zeichnete sich Anfang des 17. Jh. durch Mildtätigkeit insbesondere gegenüber bedürftigen Kindern des Ortes aus. Sie stiftete, nachdem ihr ein Kind gestorben war, die sogenannte »Brezelsalve«. An jedem Freitag vor Palmarum bekam jedes Schulkind sowie die Lehrer und die beiden Geistlichen der Stadt Papier und Brezeln geschenkt. Diese Tradition bestand bis in die 1920er Jahre.
Mir gefällt die Figur und ganz besonders, dass es nach wie vor Menschen gibt, die Bedürftigen helfen sowie Geld für Kunstprojekte im öffentlichen Raum spenden, wenngleich mir duchaus bewusst ist, dass gerade in den ländlichen Gegenden (nicht nur) der Prignitz einiges passieren muss, damit sie nicht schleichend vor sich hinsterben. Mit ein paar Brezeln ist es da nicht getan.

Good blues, man: Pete Gavin begeistert als Straßenmusiker in Wismar mit Blues auf einer Resonatorgitarre.

227/365 Good blues, man.

15.08.2015
Zwischenstop auf der Rückfahrt von Rerik in Wismar: Und genau wie bei der Hinfahrt treffen wir in unmittelbarer Marktnähe der Hansestadt Pete Gavin. Der gelernte Physiklehrer kann auf ein bewegtes Leben und eine abwechselungsreiche Geschichte als Bluesmusiker zurück blicken. Seit Anfang der 1980-er Jahre lebt er vorzugsweise in Berlin. Heute beglückt er Touristen und Einwohner in Wismar mit tollem Blues, gespielt auf einer zünftigen Resonatorgitarre (Blechgitarre, ähnlich der vom Plattencover »Brothers in Arms« von Dire Straits) und Bluesharp sowie mit kräftiger Stimme gesungen. Ich bin fasziniert. Großartig!

Laubfrosch auf Lotusblatt, ein zweiter in Lauerposition im Wasser

226/365 Nun sei kein Frosch

14.08.2015
Im Garten zu unserer Ferienwohnung haben die Besitzer einen kleinen Teich mit schönen Seerosen und zahlreichen Goldfischen angelegt. Wenn man zügig naht, hört man es mehrfach platschen. Ängstliche Frösche gehen dann auf Tauchstation. Bei behutsamer Annäherung ließen sich diese beiden Exemplare jedoch bereitwillig ablichten. Welcher von den beiden ist nun der verwunschene Prinz? Ich mags nicht ausprobieren, meine Holde auch nicht. Sie hat schon einen ;-))

Dolmen, Großsteingrab aus der Jungsteinzeit zwischen Rerik und Mechelsdorf kurz nach Sonnenuntergang

225/365 Dolmen am Meer

13.08.2015
Es ist kurz vor halb zehn am Abend, wir hatten einen schönen Sonnenuntergang und der Himmel beginnt sich kräftig zu färben.
Dieser Dolmen, ein Großsteingrab aus der Jungsteinzeit zwischen Rerik und Mechelsdorf, befindet sich nur wenige hundert Meter von der Ostseeküste entfernt. Das Besondere an diesem vielleicht 5.000 Jahre alten Großsteingrab ist, dass er aus einer Kammer mit großem Deckstein und einem abgewinkelten Gang besteht. Im Deckstein befinden sich Mulden, wahrscheinlich für rituelle Zwecke, um »heilsames« Steinmehl zu gewinnen.
Im Umkreis von wenigen Kilometern finden sich hier etwa 10 Großsteingräber, die zum Teil sehr gut erhalten sind.
Dieses Grab sowie zwei weitere zwischen Neugaarz und Gaarzer Hof mit Blick auf das Salzhaff finde ich besonders eindrucksvoll. Um den Dolmen schön in Szene zu setzen, bin ich mit reichlich Gepäck angerückt: Fotorucksack mit Kamera, zwei Blitzgräten inkl. Funkauslösern sowie zwei Stativen.

Fischernetze in Plastikcontainern auf einem Fischereiboot in Rerik

224/365 Fischernetze

12.08.2015
Ich bummle zu gerne am Salzhaff entlang zum Fischereianleger. Das ist seit meiner Kindheit so. Damals hat mich in den Ferien ab und zu mein Opa am frühen Morgen mitgenommen, wenn er zum Fischer nach Rerik gefahren ist. Heute gibt es nur noch wenige Fischer in Rerik. Hoffentlich bleiben sie Rerik, seinen Einwohnern und Fischgaststätten und auch den interessierten Touristen noch lange erhalten.