Peilkompass in Messinggehäuse von einem Segelausrüster - zeigt in Richtung der magnetischen Pole der Erde.

351/365 Auf Kurs

17.12.2015
Diesen Kompass habe ich mir einmal bei einem Ausrüster für den Segelsport gekauft, nicht weil ich ihn unbedingt brauchen würde, er hat mir einfach gefallen. Nun neige ich nicht dazu, alles haben zu müssen, was mir gefällt. Manchmal mache ich jedoch eine Ausnahme. Beim Windsurfen brauche ich ihn eher nicht, da auf Sicht zum Ufer gefahren wird und man eh keine Hand frei hat. Bis vor einigen Jahren dachte ich noch, im Wald könne ich mich gar nicht verlaufen, bis es dann doch einmal bei Schietwetter und diffusem Licht passiert ist. Seitdem habe ich im Auto meist einen einfachen Handkompass zu liegen, den ich gegebenenfalls beim Pilzesuchen einstecken kann. Heutzutage haben die meisten Mobiltelefone bereits einen elektronischen Kompass eingebaut, was sicher eine gute Sache ist, allerdings verabscheue ich den Gedanken, dass wir gedankenlos, blindlings nur noch auf Hightech und Elektronik statt auf Kenntnissen über die Natur, auf einfache verlässliche Hilfsmittel und auf Intuition vertrauen.

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aufgeschnittener Kochapparat zur Zuckerkristallisation aus der ehemaligen Zuckerfabrik Prosigk als Ausstellungsstück in der Zuckerfabrik Könnern

300/365 Kochapparat mit Ringheizkammer

27.10.2015
Dieser aufgeschnittene Kochapparat wurde etwa 1920 in Magdeburg gebaut und diente in der Zuckerfabrik Prosigk bis zu ihrer Schließung im Jahr 1990 zum Kochen von Kristallsuspensionen für die Zuckergewinnung aus Zuckerrüben. Die Zuckerfabrik in Prosigk wurde 1865 gegründet. Zu dieser Zeit war die Zuckerindustrie einer der wichtigsten Motoren für die wirtschaftliche Entwicklung in Mitteldeutschland. Heute stehen die europäische Zuckerindustrie und die Landwirte mit dem nahenden Ende der EU-Zuckermarktordnung (September 2017) vor neuen Herausforderungen. Man darf sehr gespannt sein.
Der Kochapparat ist heute ein museales Ausstellungsstück auf dem Betriebsgelände der Zuckerfabrik von Pfeifer & Langen in Könnern.

in der ehemaligen Aufzughalle des Parkhauses Pfännerhöhe in Halle

283/365 Im Parkhaus

10.10.2015
Das Industriedenkmal Parkhaus in der Pfännerhöhe von Halle stand mir bereits zweimal Modell (Parken im Denkmal sowie Parkhaus), beide Male von außen. Heute war das Tor geöffnet, so dass ich die Gelegenheit nutzte und vor dem automatischen Verschließen hineingelangte. Wegen der Formen und grafischen Wirkung der Konstruktion aus Stahl und Glas entschloss ich mich zur schwarz-weiß-Entwicklung der Rohdaten.

Blaue Ausleger einer Betonpumpe auf der Baustelle bilden den Buchstaben M

280/365 M wie Modschegiebschen

07.10.2015
Das ist ja auch einmal eine lohnende Aufgabe, im Alltäglichen das komplette Alphabet zu entdecken und fotografisch einzufangen.
Heute früh sah es auf der Baustelle in unserer Straße danach aus, als ob ein zweiter Kran installiert werden soll. Inzwischen ist klar, das ist kein Kran, sondern eine Betonpumpe. Ständig stehen immer zwei bis drei Betonfahrzeuge bereit, ihre Fracht über diese Pumpe in ein neues Stück Grundplatte für das Kellergeschoss einfließen zu lassen. Die Ausleger der Pumpe stehen dabei wie ein großes M im Raum, M wie:
Mensch und Maschine,
Möglichkeiten,
Materie und Materialien,
M wie Modschegiebschen (Coccinella modschepunctata, vor allem im schönen Sachsen anzutreffen – Achtung, Verballhornung!),
Morgenröte,
Mondschein,
Marmeladenschnitte oder
M wie Mama.

Rote Telefonzelle mit einem Handy an der Schnur

246/365 Telefonzelle mit Cell Phone

03.09.2015
Telefonzellen sterben aus und dabei gab es gerade in England so schöne. Einige echte rote Zellen aus Großbritannien haben wir sogar in Halle, unter anderem im Kaffeeschuppen. Allerdings kann man von dort kein Telefonat führen, es sei denn, man hat sein eigenes cell phone dabei. Handy darf man im englischen Sprachraum ja wohl nicht sagen, zumindest wenn man vom Telefonieren redet.
Ich habe als Reiseandenken ein Modell einer Londoner Telefonzelle als Sparbüchse im Bücherregal stehen, das mich über die Wortspielerei von Telefonzelle und galvanischer Zelle zum cell phone, cellulare (Italien), celular (Lateinamerika) und damit zum heutigen Tagesfoto brachte.

Auffahrt zum Parkhaus in der Pfännerhöhe aus Stahl und Glas

83/365 Parken im Denkmal

24.03.2015
Gleich um die Ecke befindet sich dieses tolle Gebäude, die modern gestaltete spiralförmige Auffahrt zum ältesten Parkhaus Deutschlands. Dieses wurde 1929 eingeweiht und erstreckte sich über Kellergeschoss und drei Oberetagen um einen Lichthof aus Glas und Stahl. Da die damaligen Fahrzeuge Steigungen bei weitem nicht so mühelos bewältigen konnten wie heutige, wurden sie mit einem Fahrstuhl hoch und hinunter befördert. Im richtigen Parkdeck angekommen, wurden sie mittels Schiebebühnen in die zugewiesene Box rangiert. Das historische Parkhaus hat, fast an ein Wunder grenzend, den 2. Weltkrieg ohne nennenswerte Schäden überstanden.
1992 schloss der TÜV den Aufzug und damit den Parkhausbetrieb. Das langsam verfallenden Bauwerk wurde schließlich durch den »Bauverein Halle & Leuna eG« ab 2007 saniert. Die gesamte Dachkonstruktion aus Stahl und Glas wurde originalgetreu wiederaufgebaut, der Bau mit der spiralförmigen Auffahrt komplettiert und 2012 wiedereröffnet. Ich war vor vielen Jahren einmal zum »Tag des offenen Denkmals« im Parkhaus und war von der Technik fasziniert. Ich glaube, ich werde dem Parkhaus noch einige Besuche abstatten und versuchen, andere lohnende Ansichten im Foto festzuhalten.