Zündholz im Moment des Entzündens. Dabei beträgt die Temperatur am Kopf immerhin etwa 800 Grad Celsius.

331/365 800 Grad Celsius

27.11.2015

Schwefelhölze, Schwefelhölzle,
Schwefelhölzle muß mer han,
Daß mer alle Augeblikke Feuer machen kann…

Heute ist Tag des Streichholzes. Das zu lesen kommt mir sehr gelegen, als ich nach einem Bildmotiv für heute suche. Angeblich entdeckte heute vor 189 Jahren der englische Apotheker John Walker, dass sich eine Mischung aus Antimonsulfid, Kaliumchlorat, Gummi arabicum und Stärke durch Reibung an einer rauen Oberfläche entzündet. Als Kind fand ich es unheimlich cool, wenn sich Ganoven in Westernfilmen ganz lässig ein Streichholz an der Stiefelsohle entzündeten. Man kann erahnen, dass der eine oder andere Unfall bei der Handhabung dieser Zündhölzer vorprogrammiert war. Heutige Sicherheitszündhölzer lassen sich nur an speziellen Reibflächen entzünden. Ein Selbstentzünden ist dadurch nahezu ausgeschlossen. Die Holzstäbchen, meist Espenholz, sind mit Paraffin getränkt, um die Brennbarkeit zu verbessern und mit wasserlöslichen Phosphatsalzen imprägniert, um ein längeres Nachglühen zu unterbinden.

Ich nutze auch heute noch sehr gern Zündhölzer, um ein Feuerchen, ein Pfeifchen oder einen Zigarillo zu entzünden. Das ist viel sinnlicher als ein billiges Wegwerffeuerzeug zu benutzen.

Weintrauben auf schwarzem Untergrund im Waserstrahl

266/365 Spritziges Vergnügen

23.09.2015
Heute, zum Herbstanfang, mache ich endlich wahr, was ich mir schon lange vorgenommen hatte: Ich versuche Weintrauben im Wasserstrahl zu fotografieren, ohne das ganze Bad unter Wasser zu setzen. Im Versuchsaufbau habe ich mit unterschiedlichen Belichtungszeiten experimentiert. Da die Grundeinstellungen so waren, dass das Foto ohne Blitz völlig schwarz blieb, wurden die Wassertropfen lediglich durch die kurze Abbrennzeit der Blitzgeräte eingefroren. Um diese möglichst kurz zu halten, stellte ich beide Blitzgeräte (jeweils Leitzahl 58) auf 1/128 ihrer maximalen Leistung. Dazu mussten sie natürlich gefährlich nahe am Objekt also am Wasserstrahl stehen. Deshalb wurden sie in »Duschhauben« (Plastiktüten) gepackt. Mir hat es Spaß gemacht und der Aufwand beim Aufräumen hielt sich in annehmbaren Grenzen. Weitere »Wasserspiele« werden folgen.

Fruchtstände der Baumhasel

265/365 How bizarr, how bizarr …

22.09.2015
Noch 100 Tage bis Silvester, noch 100 Bilder im Jahresprojekt. Heute habe ich mir ein bizarres Gebilde aus der Stadt mitgebracht. Haben wohl Außerirdische hier verloren? Das sind Früchte der Baumhasel, auch türkische Hasel genannt. Wir haben in Halle an einigen Stellen diese relativ seltenen und sehr robusten Bäume stehen, die, genau wie die bekannte Haselnuss, aus der Gattung Hasel (Corylus) stammen. Als Birkengewächse (Betulaceae) sind sie zudem verwandt mit der Hainbuche, der Schwarzerle und natürlich der Birke. Ihre Nüsse sind kleiner und härter als die der Gemeinen Hasel (Corylus avellana) und reifen in aus fünf bis acht Nüssen bestehenden Fruchtständen. Diese sind von harzigen Stacheln und krausen Hüllblättern umgeben, die anfangs weich sind, nach dem Herabfallen vom Baum jedoch rasch hart und spröde werden und gemein piksen.

Leuchtend grüne Peperoni auf schwarzem Steinuntergrund

259/365 Tapas verlängern den Sommer

16.09.2015
Die grünen Peperoni haben mir heute beim Einkaufen zugerufen: »Nimm uns mit!« Und da konnte ich nicht widerstehen und hatte sofort ein Abendessen mit ein paar kleinen Tapas im Sinne. Zu gebratenen Peperoni (nach dem Braten in wenig Olivenöl habe ich ein wenig frisch gehackten Knoblauch, grobes Meersalz und Zitronensaft zugefügt) gab es kleine orientalisch gewürzte Hackfleischbällchen, Yoghurtdip (mit Salz, Zitronenschale, -saft, gehackter Minze und Koriander) sowie Ajvar. So kann man den Sommer noch einige Zeit verlängern, genau wie mit Salsatanzen nach dem Abendessen.
Übrigens war das Gesamtresultat der Tapasbereitung mindestens ebenso fotogen, ich wollte mich heute aber mal auf eine Farbe auf dunklem Untergrund beschränken. Für den Untergrund hatte ich vor Kurzem extra zwei große Steinfliesen im Baumarkt erworben. Sie werden demnächst noch öfter zum Einsatz kommen.

Rote Telefonzelle mit einem Handy an der Schnur

246/365 Telefonzelle mit Cell Phone

03.09.2015
Telefonzellen sterben aus und dabei gab es gerade in England so schöne. Einige echte rote Zellen aus Großbritannien haben wir sogar in Halle, unter anderem im Kaffeeschuppen. Allerdings kann man von dort kein Telefonat führen, es sei denn, man hat sein eigenes cell phone dabei. Handy darf man im englischen Sprachraum ja wohl nicht sagen, zumindest wenn man vom Telefonieren redet.
Ich habe als Reiseandenken ein Modell einer Londoner Telefonzelle als Sparbüchse im Bücherregal stehen, das mich über die Wortspielerei von Telefonzelle und galvanischer Zelle zum cell phone, cellulare (Italien), celular (Lateinamerika) und damit zum heutigen Tagesfoto brachte.

Leuchtend grüner Glasklumpen aus Lauscha im Durchlicht

245/365 Zauberei aus der Smaragdenstadt

02.09.2015
»Der Zauberer der Smaragdenstadt« ist eine russische Nachdichtung des amerikanischen Kinderbuches »The Wonderful Wizard of Oz« und durfte in keinem Kinderzimmer der DDR fehlen. Unsere Jungs haben die Geschichte geliebt. Dieser leuchtende Zauberstein ist kein Smaragd, nicht einmal ein Stein. Da er keine Kristallstruktur aufweist, eine unterkühlte Flüssigkeit ist, handelt es sich um Glas, Glas aus Lauscha, dem Zentrum der Thüringischen Glasherstellung seit über 400 Jahren. Diesen »Tropfen« (Klumpen klingt mir irgendwie zu gemein) hat meine Holde im letzten Herbst bei einem Besuch im Glaszentrum Lauscha mitgenommen und ich habe ihn mit einem dünnen Lichtstrahl zum Leuchten gebracht.

Drei Konservendosen zum Tag der Konservendosen

237/365 Konservativ muss nicht schlecht sein

25.08.2015
Heute ist Tag der Konservendose. Wikipedia weiß hierzu, dass Napoleon 1795 einen Preis von 12.000 Goldfranc für ein Verfahren auslobte, mit dem man Nahrungsmittel haltbar machen und die Soldaten ernähren konnte, ohne die Bevölkerung zu plündern.
Für seine Idee, Nahrungsmittel in luftdicht verschlossenen Glasflaschen zu erhitzen und dadurch für mehrere Jahre haltbar zu machen, erhielt der Pariser Zuckerbäcker und Konditor Nicolas Appert schließlich 15 Jahre später das Preisgeld. Immerhin konnte man damit »alle animalischen und vegetabilischen Substanzen nähmlich alle Gattungen Fleisch, Geflügel, Wildpret, Fische, Zugemüse, Kuchen – Arzneygewächse, Früchte, Sulzen, Säfte; ferner Bier, Kaffeh, Thee u.s.w. in voller Frische, Schmackhaftigkeit und eigenthümlicher Würze mehrere Jahre« erhalten. 1810 kam schließlich der Brite Peter Durand auf die Idee, zu diesem Zweck Blechkanister zu verwenden, ließ sich das Ganze im selben Jahr noch patentieren und gilt somit als Erfinder der Konservendose. Drei Jahrte später produzierten die Briten Donkin und Hall Konserven, die sie an die britische Armee lieferten. Forschung und Entwicklung für das Militär schenkte uns diese Errungenschaft. Bitte jetzt keine Haltung des Blogautors aus der letzten Aussage ableiten.
Eigentlich wollte ich ursprünglich darüber fabulieren, was man alles so konservieren kann (unabhängig von Konservendosen) und wozu in der Vergangenheit Konservendosen so alles gut zu gebrauchen waren. Auch der Aufbau unterschiedlicher Dosen ist ein spannendes Thema. Aber das führt dann jetzt doch zu weit.

Eine Scheibe einer Wassermelone im Durchlicht vor weißem Hintergrund fotografiert

196/365 Panzerbeere?

15.07.2015
Dass Beste, was ich mit dieser Melone anstellen konnte, war eine dünne Scheibe im Durchlicht zu fotografieren. Geschmacklich war sie leider eine Enttäuschung.
Melonen gehören botanisch, wie Gurken, Nachtschattengewächse, Bananen, Avocados, zu den Beeren (eine aus einem einzigen Fruchtknoten hervorgegangene Schließfrucht) und aufgrund der harten Außenschale zu den Panzerbeeren (wie auch Gurken, Kürbisse…). Na ja, das ist mir eigentlich ziemlich egal, solange sie lecker schmecken und erfrischen.

Himbeeren und marokkanische Minze auf schwarzem Untergrund

182/365 Himbeeren zur Halbzeit

1.07.2015
Wann ist Halbzeit, Bergfest in einem 365-Tageprojekt? Ich lege das einfach selbst fest, heute und morgen!
Gestern war ich Himbeeren pflücken, da meine Holde fast süchtig nach diesen köstlichen Früchten ist (keine Diskussion über botanische Besonderheiten). Nachdem ein Großteil bereits in Konfitüren verwandelt oder frisch genossen wurde, habe ich mir ein Paar schöne Exemplare für mein Tagesbild herausgesucht und versucht, sie zur Feier des Tages besonders edel wirken zu lassen. Deshalb wurde das kleine schwarze ausgepackt (schwarze Acrylglasscheibe), damit rot und grün kräftig leuchten können.