Zu verschenken - »goldenes« Schaukelpferd aus Eisen

262/365 Zu(m) Verschenken

19.09.2015
»Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul«, so sagt der Volksmund. Und dieser goldene »Schaukelgaul« war heute zum Verschenken zu verschenken, ein leicht angerostetes Schaukelpferd, tolle Deko, vielleicht nicht so toll im Gebrauch als Kinderspielzeug, auf jeden Fall ein Hingucker. Leider kann ich keine Aussage dazu treffen, ob das Pferdchen nach dem Mitnehmen auch tatsächlich verschenkt wird und falls ja, ob sich der damit Beschenkte dann freut oder dem geschenkten Gaul (auch nicht sprichwörtlich) kritisch ins Maul schaut.

vollständig mit wildem Wein bewachsene Giebelwand - die Fassade gleicht einem Gesicht mit zotteligem Vollbart

260/365 Haus mit Vollbart

17.09.2015
Men´s Helth behauptet ja, glatt rasierte Gesichter wären gerade out und ein gepflegter Bart wäre Ausdruck der Männlichkeit. Laut einer Studie würden sich etwa zwei Drittel der deutschen Männer nicht täglich rasieren. Vor allem der Drei-Tage-Bart sei beliebt – 37 Prozent der Männer würden einen tragen.
Dieses Haus hat es allerdings nicht auf einen Drei-Tage-Bart abgesehen. Der Giebel trägt einen jahrelang gewachsenen, etwas zotteligen Vollbart. Das Haus erinnert mich jedes mal an ein Gesicht durch die eng stehenden Fensteraugen und die Fichte als überlange Nase. Assoziationen zu den Ents werden wach.

Junger Mann auf einem Motorrad mit Stadtplan in der Hand beim Versuch, sich zu orientieren

248/365 Orientierungslos aber nicht verloren

05.09.2015
Die ersten knapp 100 km hat der junge Mann auf seiner MZ aus dem Bördekreis problemlos geschafft, steht jetzt Luftlinie vielleicht 400 m vom Ziel entfernt und ist mit seinem Latein am Ende. Halle hat es seinen Gästen, was Ausschilderungen und Verkehrsführung anbelangt, noch nie leicht gemacht. Hier kommt erschwerend hinzu, eine Straße wurde umbenannt und unmittelbar vor dem Ziel ist ein Verkehrsknoten seit Monaten total gesperrt. Was nun? Mal Hand auf´s Herz, wer von den jungen Leuten kann denn heute überhaupt noch eine Karte lesen? Er konnte es. Aber was hat es ihm genützt?
Da er für mein Tagesfoto unfreiwillig poste, habe ich natürlich bereitwillig Hilfe angeboten. Die Zielstraße klingt wie ein Sprachfehler, müsste eigentlich bei den Ch´ti in Nordfrankreich liegen: Schwetschkestraße. Mit meiner freundlichen Unterstützung sollte der Bördebewohner jedenfalls rechtzeitig zum Straßenfest in der Schwetschkestraße angekommen sein.
Ich erfahre gerade, dass die Straße nach einer überaus erfolgreichen Verlegerfamilie benannt wurde. Der berühmteste Vertreter, Carl Ferdinand Schwetschke, wurde vor fast 220 Jahren in Halle (Saale) geboren und gehörte 1825 zu den Gründungsmitgliedern des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, war später gar Schatzmeister im Vorstand des Börsenvereins. Na bitte. Fotografieren bildet.

Good blues, man: Pete Gavin begeistert als Straßenmusiker in Wismar mit Blues auf einer Resonatorgitarre.

227/365 Good blues, man.

15.08.2015
Zwischenstop auf der Rückfahrt von Rerik in Wismar: Und genau wie bei der Hinfahrt treffen wir in unmittelbarer Marktnähe der Hansestadt Pete Gavin. Der gelernte Physiklehrer kann auf ein bewegtes Leben und eine abwechselungsreiche Geschichte als Bluesmusiker zurück blicken. Seit Anfang der 1980-er Jahre lebt er vorzugsweise in Berlin. Heute beglückt er Touristen und Einwohner in Wismar mit tollem Blues, gespielt auf einer zünftigen Resonatorgitarre (Blechgitarre, ähnlich der vom Plattencover »Brothers in Arms« von Dire Straits) und Bluesharp sowie mit kräftiger Stimme gesungen. Ich bin fasziniert. Großartig!

Der StreetArt-Künstler Helmut Artiste vor seinem Bildnis von Dalí auf dem Marktplatz von Halle

211/365 Dalí zu Händels Füßen

30.07.2015
Ein Straßenkünstler, »un artiste des trottoires« wie er im Buche steht, und dazu ein echtes Unicum, das ist Helmut »Artiste« Nied, der heute, nicht zum ersten Mal, ein »Gastspiel« auf Halles Marktplatz gab und einen überdimensionalen Dalí auf das Pflaster zu Händels Füßen zauberte.
Der Mann ist ein Gesamtkunstwerk, stammt aus dem Odenwald, gibt im Facebook-Profil seinen Wohnort mit Nantes an und scheint überall dort zu Hause zu sein, wo er sitzend oder liegend seine Kreidegemälde (ist das ein Widerspruch in sich?) auf große Pflastersteine transferieren kann. Sei Gesicht ist mindestens ebenso facettenreich und interessant wie seine Bilder und, was zu vermuten ist, seine Lebensgeschichte.

Spaziergänger und Radfahrer am ehemaligen Thüringer Güternahnhof auf der Hafenbahntrasse

210/365 Unterwegs auf der Hafenbahntrasse

29.07.2015
Dieser Abschnitt der Hafenbahntrasse gehörte einst zum Thüringer Güterbahnhof. Hier fuhren Kohlebahnen zu den Industrieunternehmen im Süden Halles sowie zur Saline, hier verlief die Eisenbahnstrecke von Halle bis nach Hettstedt. Heute ist die Hafenbahntrasse ein beliebter Spazier- und Radweg, der vom Bahnhof im großen Bogen zur Saale bei den Pulverweiden bis zur Salinehalbinsel führt. Im Gebiet des ehemaligen Güterbahnhofs gibt es heute ausgedehnte Wiesen und kleine Sportanlagen. Der Weg wird von zahlreichen Zierkirschen gesäumt, die im Frühjahr herrlich blühen und im Sommer angenehmen Schatten spenden.

Mitteldeutsche Fußballwoche für Toleranz in Halle - Tisch-Kicker-Turnier auf dem Marktplatz in Halle

201/365 Los futbolistas y sus fans

20.07.2015
»Mitteldeutsche Fußballwoche für Toleranz« in Halle – dazu laufen in der Saalestadt in dieser Woche an unterschiedlichen Sportstätten sowie auf dem Marktplatz zahlreiche Veranstaltungen mit einigen prominenten Gästen. Auf dem Marktplatz finden bis zum Freitag täglich Tisch-Kicker- und Tip-Kick-Turniere statt. Die Kleinsten toben und tummeln sich derweil in einer Riesenhüpfburg oder im aufgeblasenen Riesenfußball. Und wenn sich zwei Teams zum fairen Wettlampf gegenüber stehen, bleibt schon einmal der eine oder andere Fan kurz stehen um zuzuschauen.

zwei Jugendliche beim Musizieren auf dem Saxophon in Halles Innenstadt

197/365 Straßenmusik ohne Hang zum Perfektionismus

16.07.2015
Diese beiden Jugendlichen musizieren an einem Ferientag auf einer Einkaufsstraße in Halles Stadtzentrum. Ich bewundere die beiden, nicht für ihr exzellentes Spiel auf den Instrumenten, sondern dafür, dass sie, noch meilenweit vom perfekten Spiel entfernt, den Mut aufbringen, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Davon kann ich etwas lernen und für mich verwenden. Künftig werde ich einfach spontaner agieren, auch wenn ich weiß, dass das, was ich zu tun gedenke, noch gar nicht perfekt sein kann. Genau wie die beiden auf dem Bild werde ich von Mal zu Mal besser werden und an der Herausforderung wachsen.

Bauarbeiter beim Einbringen von Beton für das Fundament einer Senioren-Residenz in Halle

181/365 Primaballerina auf dem Bau

30.06.2015
Selbst bei rustikalen Arbeiten, wie dem Betoneinbringen für das Fundament auf einer Baustelle, ist es möglich, ein Mindestmaß an Eleganz zu bewahren. Der Mann am Betonrüssel hat das perfekt verinnerlicht. Seine Kollegen können da nur staunend und bewundernd innehalten.
Hier entsteht eine »Senioren-Residenz« und meine Holde hat vekündet, dass sie nur noch einmal umzieht, lediglich mit der Handtasche, 70 Meter entfernt, in eine der entstehenden altersgerechten Wohnungen. Momentan scheinen jedenfalls bereits alle Wohneinheiten vermietet zu sein.

Graffiti-Künstler Michael Gensen beri der Arbeit am aktuellen Street-Art-Projekt in Halles Innenstadt

180/365 Kinder sind Zukunft

29.06.2015
»Kinder sind Zukunft« ist das zentrale Thema eines aktuellen Street-Art-Projektes welches momentan in der Unterführung vom Waisenhausring zu den Franckeschen Stiftungen in Halles Innenstadt realisiert wird. Seit einigen Wochen arbeiten die beiden professionellen Graffiti-Künstler (pigmente) Michael Gensen (im Bild) und Enrico Markendorf (Ricoarts) an der großflächigen Umsetzung der Vorlagen, die sie zuvor aus fotografierten Kinderportraits mittels Photoshop erstellt haben. Gefördert wird dieses Projekt zur Verschönerung unseres Stadtbildes vom Straßenbauamt der Stadt Halle, das zuvor dem Antrag zustimmen musste und schließlich Geld für die kreative Realisierung des Vorhabens zur Verfügung stellte. Ich hoffe nur, dass wir uns lange an dem Kunstwerk erfreuen können, ohne dass Schmierfinken es zu »verschönern« suchen. Das Künstlerduo hat übrigens bereits an anderen Orten in Halle großflächige »Hingucker« installiert, so am Bahnhof, wo sie Halles berühmtesten »Barocker«, G.F. Händel, ein tolles Motiv widmeten. Dieses bekommt in meinem Jahresprojekt mit Sicherheit auch noch einen Platz.