in der ehemaligen Aufzughalle des Parkhauses Pfännerhöhe in Halle

283/365 Im Parkhaus

10.10.2015
Das Industriedenkmal Parkhaus in der Pfännerhöhe von Halle stand mir bereits zweimal Modell (Parken im Denkmal sowie Parkhaus), beide Male von außen. Heute war das Tor geöffnet, so dass ich die Gelegenheit nutzte und vor dem automatischen Verschließen hineingelangte. Wegen der Formen und grafischen Wirkung der Konstruktion aus Stahl und Glas entschloss ich mich zur schwarz-weiß-Entwicklung der Rohdaten.

Spinnennetz leuchtet in der Morgensonne vor dunklem Hintergrund

278/365 Unsichtbarer Netzwerker

05.10.2015
Ich glaub, ich spinne, hatte ich doch gerade erst ein Spinnenmotiv zum Tagesfoto gemacht. Dieses Motiv wurde bei sich langsam auflösendem Morgennebel am Rudower See vor relativ dunklem Hintergrund so schön von der Seite beleuchtet, dass es geradezu darum bettelte, das heutige Tagesfoto zu werden. Was mir bei der Betrachtung der vielen Spinnennetze auffiel war: Noch vor einer Woche hingen im Wald überall Spinnennetze herum und fast immer saß im Zentrum der »verantwortliche Netzwerker«, sprich die Spinne. Heute sehe ich ebenfalls viele Spinnennetze aber keine einzige Spinne?

Blick vom Mönchshof am Hallmarkt auf die fünf Türme am Markt, ein Wahrzeichen von Halle

261/365 Der Mönchshof in der Stadt der fünf Türme

18.09.2015
Eines der Wahrzeichen unserer Stadt sind die fünf Türme auf dem Marktplatz; vier gehören zur Marienkirche (Marktkirche), einer, der Rote Turm, steht solo. Dass die Marktkirche mit vier Türmen ausgestattet ist, liegt daran, dass Kardinal Albrecht mit Zustimmung der erzbischöflichen Räte vor beinahe 500 Jahren die beiden Pfarrkirchen am Markt bis auf die vier Türme abreißen ließ, um an gleicher Stelle eine repräsentative, große Marienkirche zu errichten, in welcher die beiden Turmpaare bis heute mit einem einzigen Kirchenschiff verbunden sind. Der einzeln stehende Rote Turm wurde einst als Glockenturm (Campanile) der ursprünglichen Marien-Pfarrkirche errichtet.
Der Mönchshof befindet sich in einem großen, schön restaurierten Bürgerhaus am Hallmarkt, einst errichtet als Hotelgebäude (»Central Hotel«) mit Trinkhalle.
Nach wechselvoller Geschichte übernahm die Kulmbacher Export Brauerei Mönchshof das Haus in den 1930-er Jahren. Zu dieser Zeit entstand der Gastraum, welcher bis heute zu großen Teilen im Original erhalten geblieben ist. Auch in der DDR blieb das Lokal stets in privater Hand und war als »Klosterbräu« beliebter Treffpunkt der Halleschen Studentenschaft.

Flügel eines alten Flügelspinnrades mit innenliegender Spindel

244/365 Spinnflügel der »Ziege«

01.09.2015
Heute habe ich ein Detail des Spinnrades meiner Oma fotografiert. Das ganze Spinnrad (allerdings ohne Antriebsseile) ist so fotogen, dass ich es demnächst auch für ein »Ganzkörperportrait« posieren lasse.
Hier ist der Spinnflügel mit innenliegender beweglicher Spindel abgebildet. Der Einzug der Wolle erfolgt von der gegenüberliegenden Seite, vorn sehen wir den Wirtel, eine Scheibe mit Rillen, die der Kraft- und Bewegungsübertragung vom Schwungrad durch die (fehlenden) Antriebsseile dient.
Warum Ziege? So wird die sächsische Bauart genannt, in der das Schwungrad und die Spindel nebeneinander (horizontal) angeordnet sind. Dadurch, dass der Rahmen zur Spindel hin leicht ansteigt, entsteht eine Optik die angeblich stark an die Umrisse einer Ziege erinnert.
Meine Oma konnte noch Schafwolle verspinnen und stellte daraus dicke, grobe, aber warme Stricksachen her. Ich habe das Garnspinnen aus Schafwolle einmal bei ein paar Landfrauen auf der Burg Allstedt probiert und bin jämmerlich gescheitert. Ständig ist mir der Faden gerissen. Ich verstehe mich besser auf anders geartete Spinnereien. Finde ich jetzt auch nicht so schlimm.

Dir die Ruhe, mir die Eile, lass uns tauschen eine Weile - Sandsteinfigur an der Moritzkirche in Halle

242/365 Eile und Weile

30.08.2015
Heute war es unangenehm warm, ich habe mich am Nachmittag auf´s Fahrrad geschwungen in der Hoffnung, dass mich der Fahrtwind kühlt. Eine trügerische Hoffnung. Irgendwann kam ich am Hallorenring vorbei und habe an der Rückseite der Moritzkirche in der Mauer diese Sandsteinskulptur entdeckt. Unter dem Kopf steht:

DIR DIE RUHE
MIR DIE EILE
LASS UNS TAUSCHEN
EINE WEILE

Bernhardystraße in Halle bei Nacht

238/365 Halle schläft

26.08.2015
Es ist Mittwoch kurz vor elf am Abend und fernab von Kneipenmeilen ist nichts mehr los, Halle schläft.
Eigentlich hatte ich mir überlegt, beim Salsakurs ein paar Fotos zu schießen, das bot sich heute aber nicht an, daher jetzt die Kamera auf die Straße gelegt (kann ja nichts passieren, Halle schläft) und ein paar Einstellungen durchprobiert.

Drei Konservendosen zum Tag der Konservendosen

237/365 Konservativ muss nicht schlecht sein

25.08.2015
Heute ist Tag der Konservendose. Wikipedia weiß hierzu, dass Napoleon 1795 einen Preis von 12.000 Goldfranc für ein Verfahren auslobte, mit dem man Nahrungsmittel haltbar machen und die Soldaten ernähren konnte, ohne die Bevölkerung zu plündern.
Für seine Idee, Nahrungsmittel in luftdicht verschlossenen Glasflaschen zu erhitzen und dadurch für mehrere Jahre haltbar zu machen, erhielt der Pariser Zuckerbäcker und Konditor Nicolas Appert schließlich 15 Jahre später das Preisgeld. Immerhin konnte man damit »alle animalischen und vegetabilischen Substanzen nähmlich alle Gattungen Fleisch, Geflügel, Wildpret, Fische, Zugemüse, Kuchen – Arzneygewächse, Früchte, Sulzen, Säfte; ferner Bier, Kaffeh, Thee u.s.w. in voller Frische, Schmackhaftigkeit und eigenthümlicher Würze mehrere Jahre« erhalten. 1810 kam schließlich der Brite Peter Durand auf die Idee, zu diesem Zweck Blechkanister zu verwenden, ließ sich das Ganze im selben Jahr noch patentieren und gilt somit als Erfinder der Konservendose. Drei Jahrte später produzierten die Briten Donkin und Hall Konserven, die sie an die britische Armee lieferten. Forschung und Entwicklung für das Militär schenkte uns diese Errungenschaft. Bitte jetzt keine Haltung des Blogautors aus der letzten Aussage ableiten.
Eigentlich wollte ich ursprünglich darüber fabulieren, was man alles so konservieren kann (unabhängig von Konservendosen) und wozu in der Vergangenheit Konservendosen so alles gut zu gebrauchen waren. Auch der Aufbau unterschiedlicher Dosen ist ein spannendes Thema. Aber das führt dann jetzt doch zu weit.

Low-key-Aufnahme eines fast schwarzen Mörsers mit Pistill vor schwarzem Hintergrund

208/365 Low-key-Mörser

27.07.2015
Beim Abendessen fiel mein Blick auf unseren fast schwarzen Möser in der Küche und sofort war klar, das wird ein langer Abend. Bis ich mit dem Einrichten und dem Licht zufrieden war, verging einige Zeit. Es reicht halt nicht, einfach unterzubelichten. Belichtet habe ich mit zwei Blitzen im manuellen Modus (einem Streiflicht von links und einem stark gerichteten Blitz von oben).

Detail des Handwerkerbrunnens in Halles Innenstadt aus der Vogelperspektive

205/365 Goldenes Handwerk mit Perspektivwechsel

24.07.2015
In der Nähe des Alten Marktes befindet sich der »Handwerkerbrunnen«. Er wurde von Prof. Martin Wetzel entworfen und 1987 an Brunos Warte, Ecke Zenkerstraße errichtet. Dargestellt sind verschiedene historische Handwerksberufe. Frauen spielten damals im Handwerk keine Rolle. Einzig eine kleine Frauenfigur wurde in Form einer Büste vom Künstler im Ensemble versteckt (oben zwischen den Männerfiguren).
Das Wohngebiet um den Brunnen ist eines der ältesten Siedlungsgebiete der Saalestadt.
Der in Schönebeck geborene Bildhauer Martin Wetzel studierte an der jetzigen Hochschule für Kunst und Design Halle, Burg Giebichenstein, und übte ab 1959 dort selbst eine Lehrtätigkeit aus. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2008 in Halle. Hier sind etwa zehn Kunstwerke von ihm im öffentlichen Raum aufgestellt. Neben dem »Handwerkerbrunnen« sind der »Alchimistenbrunnen«, »Junges Paar« (Brunnen) oder das »Liebespaar« (Skuplturen in der Leipziger Straße) die bekanntesten Werke.
Ich habe den »Handwerkerbrunnen« bereits ein paar Mal fotografiert, bislang jedoch nie aus dieser erhöhten Sicht und war selbst überrascht über die Wirkung des Perspektivenwechsels.

Treppenhaus in der Volkshochschule Halle

203/365 Auf und ab im Treppenhaus

22.07.2015
Heute bin ich viel zu früh in der Volkshochschule zum Spanisch-Kompaktkurs und stehe im Flur vor der verschlossenen Tür des Kursraumes. Als die sinnvollste Art, mir die Zeit bis zum Kursbeginn zu vertreiben, kommt mir in den Sinn, den Treppenflur zu fotografieren, also Kamera raus, auf den Boden gepackt, ausgerichtet, abgedrückt. Der Rest ist (kein) »Hexenwerk« am Bildschirm.