Leuchtend blaue Steinfrüchte des Schlehdorns (Prunus silvestris), auch Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Schwarzdorn genannt.

350/365 Multrecker

16.12.2015

Multrecker, so heißen die kleinen blauen Früchte des Schlehdorns (Prunus spinosa), auch Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Schwarzdorn oder Deutsche Akazie genannt, in Norddeutschland. Wer die Steinfrüchte vorsichtig zerkaut, weiß, warum sie so genannt werden. Jetzt haben sie allerdings schon ein paar frostige Nächte hinter sich, weshalb sie nicht mehr so viel astringierende Gerbstoffe enthalten. Da fällt mir spontan ein, dass ich meinen Schlehenlikör, den ich vor einigen Wochen angesetzt habe, testen sollte (angesetzt mit Gin – sehr lecker).

Stadtmauer in Halle am Waisenhausring mit rot leuchtendem Blattschmuck von wildem Wein

307/365 Stadtmauer mit Blattschmuck im Streiflicht

03.11.2015
Ein kleiner Ausschnitt aus Resten der ehemaligen Stadtmauer am Waisenhausring. Außerhalb dieser Mauern legte August Hermann Francke in diesem Abschnitt der Stadtbefestigung 1698 den Grundstein für sein Historisches Waisenhaus. Wer von der »Schorre« kommend die Franckeschen Stiftungen durchquert, stößt unweigerlich hinter der Unterführung der Hochstraße nach Halle-Neustadt auf den Waisenhausring. Der Bewuchs mit wildem Wein schmückt die mächtige Steinmauer und setzt farbliche Akzente.

Steinerne Jungfernbrücke im Harz über den Fluss Bode

305/365 Im wilden Bodetal

01.11.2015
Der Harz ist urwüchsig und ein Hort unzähliger Sagen. Die Wetterfrösche versprachen für heute tolles Herbstwetter und sie sollten Recht behalten. Zusammen mit Freunden wollten wir das tolle Wetter nutzen und eine Wanderung entlang der Bode zum Hexentanzplatz unternehmen. Also sind wir mit dem Auto bis kurz vor Thale gefahren und haben es auf einem Waldparkplatz abgestellt. Von hier aus ging es nach Treseburg und von dort aus entlang der Bode flussabwärts in Richtung Thale. Das war eine großartige Idee. Je mehr wir uns dem tiefen Einschnitt zwischen Hexentanzplatz und Rosstrappe näherten, um so schöner wurde die Szenerie und auch der Fluss selbst. Fast senkrecht erheben sich die Granitfelsen zu beiden Seiten der Bode. Der Fluss hat hier die tiefste Felsschlucht Deutschlands außerhalb der Alpen in das Gelände gefressen.
Kurz vor Thale erreichen wir den Hirschgrund mit dem Gut Königsruhe, einer Ausflugsgaststätte mit Nebengebäuden und dieser steinernen Brücke. Natürlich ranken sich auch um die Jungfernbrücke Sagen und Geschichten. Von hier ging es steil hinauf über etwa 250 Höhenmeter zum Hexentanzplatz. War auch der Aufstieg beschwerlich, so waren die gewonnen Naturerlebnisse jeden einzelnen Höhenmeter allemal Wert.

Goldene Blätter vom Ginko vor strahlend blauem Herbsthimmel

304/365 Mediator zwischen den Welten

31.10.2015

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin?

(Ginkgo Biloba: Johann Wolfgang von Goethe, 1815)

Der Ginkgo fasziniert und inspiriert die Menschen seit tausenden von Jahren. Er ist symbolträchtig und steht für Hoffnung, Freundschaft, Fruchtbarkeit und Anpassungsfähigkeit. Charles Darwin bezeichnete ihn als »lebendes Fossil« und als solches ist der Ginkgo ein Vermittler zwischen den Welten, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Orient und Okzident, zwischen Körper und Geist, zwischen den Geschlechtern, zwischen Yin und Yang. Und ich finde ihn einfach nur schön. Aber Vorsicht: Wer unter einem weiblichen Baum Früchte findet, sollte diese nicht wie ich einfach in die Tasche stecken. Das Fruchtfleisch fing innerhalb kürzester Zeit an, schleimig zu werden und fürchterlich zu stinken (Buttersäure und Capronsäure!). Angeblich sind die Nüsse (Kerne) allerding eine Delikatesse.

PKW unter einem Spitzahorn, mit goldenen frisch gefallenen Blättern eingehüllt

303/365 Goldmarie

30.10.2015
Im Märchen der Gebrüder Grimm wird die fleißige Marie zur Goldmarie, in der Nebenstraße wurde dieser PKW über Nacht von goldenen Blättern eingehüllt. Ob der zuvor, wie Marie, ohne auf eine Belohnung abzuzielen, fleißig und hilfsbereit war? Wir wissen es nicht.

Zwei Hühnereier balnzieren übereinander vor dunklem Hintergrund

282/365 Eierakrobatik auf der Spitze

09.10.2015
Habe gerade im Radio gehört, dass heute der Welt-Ei-Tag ist (immer am zweiten Freitag im Monat Oktober). Der Aktionstag verfolgt das Ziel, den Eierkonsum anzukurbeln, indem darauf verwiesen wird, welch wertvollen Beitrag Eier seit Menschengedenken zur gesunden Ernährung beitragen. Gleichzeitig rufen Tierschutzorganisationen dazu auf, ausschließlich Eier aus artgerechter Haltung zu kaufen.
Hier tanzen Eier von Hühnern aus Freilandhaltung in Deutschland akrobatisch auf der Spitze. Das »Foto« ist genau genommen aus einer Serie von vier Fotos entstanden:
1. Ei auf Spitze festgehalten
2. selbiges Ei auf Spitze mit Haftpaste fixiert
3. Konstruktion von 2. mit dem oberen Ei festgehalten
4. oberes Ei mit Haftpaste auf unterem platziert und dann musste es sehr schnell gehen, da die Haftpaste nicht wirklich gut auf der Eierschale haften blieb

Im Anschluss wurden die Bilder als Ebenen in Photoshop übereinander platziert und die Haftpaste sowie meine Finger herausretuschiert.

Spinnennetz leuchtet in der Morgensonne vor dunklem Hintergrund

278/365 Unsichtbarer Netzwerker

05.10.2015
Ich glaub, ich spinne, hatte ich doch gerade erst ein Spinnenmotiv zum Tagesfoto gemacht. Dieses Motiv wurde bei sich langsam auflösendem Morgennebel am Rudower See vor relativ dunklem Hintergrund so schön von der Seite beleuchtet, dass es geradezu darum bettelte, das heutige Tagesfoto zu werden. Was mir bei der Betrachtung der vielen Spinnennetze auffiel war: Noch vor einer Woche hingen im Wald überall Spinnennetze herum und fast immer saß im Zentrum der »verantwortliche Netzwerker«, sprich die Spinne. Heute sehe ich ebenfalls viele Spinnennetze aber keine einzige Spinne?

Hain-Bänderschnecke mit »Dachschaden« am Gehäuse

235/365 Dachschaden

23.08.2015
Der Urlaub ging mal wieder rasant schnell vorüber. Sei´s drum, er war sehr schön und irgendwann kommen wir ja wieder. Beim Räumen »rannte« mir diese Hain-Bänderschnecke über den Weg, allerdings auf einem stumpfen Pappkarton. Nachdem ich sie für das Foto auf eine Schieferplatte umgesetzt hatte, rannte sie mit etwa dreifacher Geschwindigkeit ihrer hoffentlich ungestörten Freiheit entgegen. Vielleicht hatte sie auch einen Termin mit dem Dachdecker, ihren »Dachschaden« am Gehäuse zu beheben oder geradewegs einer lauernden Drossel in den Schnabel, die dann am nächsten Stein mit dem Häuschen und der Bewohnerin kurzen Prozess machen würde.

Laubfrosch auf Lotusblatt, ein zweiter in Lauerposition im Wasser

226/365 Nun sei kein Frosch

14.08.2015
Im Garten zu unserer Ferienwohnung haben die Besitzer einen kleinen Teich mit schönen Seerosen und zahlreichen Goldfischen angelegt. Wenn man zügig naht, hört man es mehrfach platschen. Ängstliche Frösche gehen dann auf Tauchstation. Bei behutsamer Annäherung ließen sich diese beiden Exemplare jedoch bereitwillig ablichten. Welcher von den beiden ist nun der verwunschene Prinz? Ich mags nicht ausprobieren, meine Holde auch nicht. Sie hat schon einen ;-))

Leuchtend blaue Blüte einer Kornblume im Getreidefeld

222/365 Kornblumenblau

10.08.2015
Durch Regenfälle in den letzten Tagen leuchten die Getreidefelder nicht mehr so schön, wie noch im Juli. Dennoch bildet diese Kornblume einen schönen Farbkontrast zu den Weizenhalmen am Feldesrand. Schon allein der lateinische Name der Kornblume ist ein Gedicht und lässt Schönes erahnen: Centaurea cyanus. Grund genug, eine kleine Pause bei der Fahrradtour einzulegen.