Weihnachtsbaum auf dem Halleschen Weihnachtsmarkt: Bokeh - farbige Lichtflecken, die sich zum Teil überlagern und ein Muster ergeben als Ergebnis einer bewussten Unscharfstellung des verwendeten Obfektivs.

338/365 Bokeh

04.12.2015

Das Thema könnte auch »Bilderrätsel« heißen. Heute habe ich den Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz fotografiert und zwar absichtlich so, dass ich die Beleuchtung des Baumes völlig aus dem Fokus der Optik herausgenommen habe. Ich habe also absichtlich »unscharfe« Lichtflecken erzeugt. In der Fotografie bestimmter Motive wird der Hintergrund gerne bewusst unscharf gehalten, um die Ablenkung des Betrachters vom Hauptmotiv zu mindern, häufig in Modeprospekten zu sehen. Wie stark das Bokeh ausfällt hängt wesentlich vom verwendeten Objektiv, der Brennweite und der verwendeten Blendenöffnung ab. Schönes Bokeh ist eine ausgesprochen subjektive Qualität, die schwer zu messen ist und bis heute kontrovers diskutiert wird. Reine Geschmackssache also. Ich möchte das Fotos später für andere Aufnahmen als austauschbaren stimmungsvollen Hintergrund verwenden.

 

Fachwerkhaus mit Stakenlehmwand neben der Burg Lenzen

277/365 Fachwerk vom Fach

04.10.2015
Diese Giebelwand gehört zu einem alten Haus in der Schulstraße in Lenzen. Die Ecke zwischen Kirche und Burg heißt Körbitz und war bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts ein kleines Fischerdorf. Der Name Körbitz ist, wie Kietz, von der ursprünglichen Bedeutung »geflochtener Korb« auch zur Bezeichnung von Hütten und Fischersiedlungen in der Nähe einer Burg verwendet worden.
Mich faszinierte hier der Aufbau der Wände mit Fachwerk und die grafische Wirkung. In das Fachwerk wurden senkrechte Staken (Holzlatten) eingebaut. Normalerweise wurden bei dieser Bauweise zwischen die Staken Weidenäste eingeflochten und auf dieses Geflecht dann eingeweichter Lehm geschmiert. Um die Wände vor der Witterung zu schützen, mussten sie entweder mit Brettern, Steinen oder in der Nobelvariante mit Schiefer versehen werden. Hier grenzte einst einfach ein anderes Haus am Giebel an und bot so den nötigen Schutz.

Zaungästin begutachtet Fortschritt des Abrisses eines eingestürzten Gebäudes in der Südstraße von Halle

107/365 Zaungästin quergestreift spart Eintritt beim Rückbau und behindert niemanden

17.04.2015
Bei den Recherchen zum Tagesfoto entdecke ich allerlei Skuriles. Ich lerne nicht nur Neues, ich könnte mich manchmal weghauen vor Lachen.
Gerade habe ich zum Thema Zaungast bei wikipedia dieses erfahren: »Ein Zaungast ist ursprünglich eine Bezeichnung für den hinter einem Zaun (Gitter, Mauer etc.) stehenden – also außerhalb verbleibenden – Zuschauer einer kostenpflichtigen Veranstaltung, der damit den zu zahlenden Eintritt einspart. Da der Zaungast offen eine öffentliche Darbietung betrachtet, ist er vom Voyeur oder Spanner zu unterscheiden. Auch behindert er in der Regel keine anderen Personen, wie beispielsweise ein Gaffer oder Schaulustiger.«
Also, kostenpfilichtig ist die Veranstaltung hinter dem Zaun garantiert aber nur für den Besitzer des Grundstücks, der dort ein altes, halb eingestürztes Gebäude im Hinterhof abreißen ließ. Meine Holde begutachtete den Fortschritt des Abrissvorgangs (heute spricht man offiziell ja nicht mehr von Abriss, das ist so destruktiv wie sein Wesen, Rückbau klingt da viel positiver). Dabei verpasste die tief stehende Abendsonne ihr schöne Querstreifen, die sie sonst niemals tragen würde, angeblich würden diese dick machen. Aber goldene Querstreifen und eine goldene Himmelsscheibe unter´m Arm kann sie eigentlich ganz gut tragen. Und zugetragen hat sich das alles nur deshalb, weil ich noch mal los wollte; die Äpfel waren alle.