Straußen-Claus aus Wittenberg an seinem Verkaufsstand auf dem Marktplatz zum Halleschen Lichterfest

311/365 Straußen-Claus

07.11.2015

Der Vogel Strauß ist groß und kräftig,
seine Steaks nur klein und deftig.
Treten kann er furchtbar heftig,
seine Eier sind gar mächtig!

(Ina Klutzkewitz »Der Vogel Strauß« – 1. Strophe)

Billy Etheridge von ZZ Top lässt grüßen: Michael Schütze, alias Straußen-Claus aus Wittenberg, ist ein uriger Typ, ein Original, auch wenn er keinen Südstaaten-Blues-Rock spielt. Volksfeste, Markttreiben wie heute zum Lichterfest in Halle leben von solchen schillernden Erscheinungen. Straußen-Claus bietet neben fleischlichen Genüssen vom Strauß, von allerlei Wild oder Wollschwein kurzweilige und bislang leicht frivole Unterhaltung und ist immer zu einem Späßchen aufgelegt. Er ist nicht nur auf Jahrmärkten in der Region unterwegs sondern lässt sich auch gern für größere Veranstaltungen mitsamt seinem Versorgungsstand buchen. Um das Foto musste ich nicht zweimal bitten. Kommunikation ist alles. Straußen-Claus lebt das.

Großes Polizeiaufgebot mit über 25 Einsatzfahrzeugen der Polizei auf dem Marktplatz von Halle im Vorfeld von zwei conträren Veranstaltungen zur Flüchtlingspolitik in Deutschland

294/365 Halle gegen Dummheit von Rechts

21.10.2015
Soviel Polizeipräsenz hat Händel bislang wohl noch nicht erlebt. Für heute haben sich rund 500 AfD-Anhänger zu einer Demo auf dem nahen Hallmarkt angekündigt, woraufhin sich auf dem Marktplatz mehr als eintausend Hallenser zu einer Gegendemo und Kundgebung des Bündnisses »Halle gegen Rechts« versammeln. Bereits zwei Stunden vor dem offiziellen Beginn ergreifen Einsatzkräfte der Polizei aus Sachsen-Anhalt sowie aus Nordrhein-Westfalen (!!!) Maßnahmen, um mögliche Konflikte und tätliche Auseinandersetzungen zu unterbinden. Das ist kein schöner Anblick. Ich bin dennoch froh. Froh darüber, dass es im Verlauf des Abends erstens zu keinen größeren Ausschreitungen kam und zweitens darüber, dass es so viele Menschen in Halle gibt, die den Populisten mit ihrer Ausländerfeindlichkeit Widerstand entgegensetzen. Wenn ich heute Nachrichten über PEGIDA und andere Gruppierungen in ihrer Haltung zu Flüchtlingen in Europa höre, fällt mir spontan ein Zitat Albert Einsteins ein: »Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher«.
Darüber hinaus wird immer deutlicher, wir verbrauchen immer mehr Energie dafür, an den Symptomen herumzudoktern, anstatt das Grundübel anzugehen. Im öffentlichen Fokus stehen aber nur die Äußerlichkeiten, die Symptome. Kein Wunder, dass die Populisten so leichtes Spiel haben.

Selbstportrait im Spiegel

293/365 Es mi propia culpa

20.10.2015
Heute habe ich es selbstverschuldet spannend gemacht. Ich habe erst am späten Abend angefangen, ein paar Ideen auszuprobieren. Dabei schwebten mir »unmögliche« Bilder vor (z.B. falscher Schatten zum realen Motiv). Die Umsetzung in der von mir gewünschten Qualität erwies sich dann aber doch als so aufwendig, dass ich dieses Vorhaben leicht frustriert verschiebe und so muss ich kurz vor Mitternacht halt selbst daran glauben. Selbst schuld. Dafür hatte ich wenige Minuten später (allerdings schon nach Mitternacht) eine Idee, die ich demnächst umsetze. Nichts ist nur gut, nichts nur schlecht …

drei Geschwister Arm in Arm posieren im abendlichen Gegenlicht

183/365 Geschwisterliebe – Geschwisterstreit

03.07.2015
Da stehen sie, als könnten sie kein Wässerchen trüben. Sind sie nicht lieb? Aber, das Bild ist ein Bild, ein Ausschnitt für vielleicht 1/100 Sekunde und nicht das reale Leben. Diese Niños sind das beste Beispiel für den Kampf und die Einheit der Gegensätze in einer Geschwisterbeziehung. Einerseits lieben sie sich und fühlen sich einander tief verbunden, andererseits kann die Zuneigung von jetzt auf gleich umschlagen in Zoff und Streit, ausgelöst durch Eifersüchteleien, Konkurrenzkampf und Rivalität. Eine echte Herausforderung und Belastungsprobe für die Eltern aber auch für Nachbarn und …
Was soll´s, man muss sie einfach lieb haben und warten und vielleicht noch etwas länger warten…

Lockere Gesprächsrunde von Hundebesitzern auf der Wiese an der Johanneskirche in Halle während ihre Vierbeiner ausgelassen herumtollen

167/365 Die wollen wirklich nur spielen

16.06.2015
Wer kennt das nicht, ein frei laufender Hund kommt uns entgegen und der Halter ruft nur »Keine Angst, der tut nix!« Vor allem Jogger und Radfahrer sind dann zumeist begeistert. Andererseits müssen Hunde sich auch einmal wie Hunde benehmen dürfen, herumtollen, alles beschnüffeln und sich im Rudelverhalten üben.
An der Johanneskirche treffen sich nach Feierabend stolze Hundbesitzer und im Paralleluniversum die freudig erregten Hunde dieser Hundebesitzer. Hunde sowie deren Besitzer kennen keine Barrieren der Kontaktaufnahme. Wer also soziale Kontakte sucht, jedoch ein wenig scheu ist, sollte überlegen, sich einen Hund zuzulegen. Dannn klappt es auch mit dem Nachbarn, mit der Nachbarin. Kommunikation ist alles.

Vater und Tochter beim Angeln vom Kahn aus

144/365 Petri-jung und -jünger

24.05.2015
Die Jünger des berühmtesten Fischers der Christenwelt werden anscheinend immer jünger und müssen auch gar keine Jungs sein. Hauptsache, sie hören auf Papa und zappeln nicht im Boot oder auf dem Angelsteg herum. Diese beiden haben tatsächlich einen schönen Fisch gefangen (habe ich mit eigenen Augen aber ohne Fotoapparat gesehen). Und welches Kind möchte nicht einmal selbst angeln? Mein jüngstes Kind hatte einst auch diesen Wunsch, bekam aber die Auflage, den Fang weidgerecht zu erlegen und auszuweiden, sowie ihn anschließend selbst zuzubereiten. Das war spannend und hatte ihm und allen Zeugen Freude bereitet. Mit dem Angeln war es fortan jedoch vorbei. Auch gut.

Paar beobachtet mit Schutzbrillen die Sonnenfinsternis auf dem Marktplatz von Halle

79/365 Coolen Typen scheint immer die Sonne

20.03.2015
Ich weiß, das ist nicht von mir; ich meine, es ist ein Filmzitat aus »Men in black«. Aber das heutige Thema war ja klar. Gestern habe ich noch überlegt, wo ich die Sonnenfinsternis ungehindert sehen und fotografieren könnte. Heute habe ich es mir schnell anders überlegt. Die letzte partielle Sonnenfinsternis, die ich fotografiert habe, war 2007. Damals habe ich mit 400 mm Brennweite und Cropfaktor 1,6 fotografiert und das Ergebnis war nicht gerade spektakulär. Heute standen mir schlappe 300 mm zur Verfügung. Also dachte ich, die Sonne selbst zu fotografieren, wird langweilig, fotografiere doch Sonnenfinsternisbeobachter; auf dem Marktplatz ist bestimmt was los. Und richtig, dort war schon kurz nach 10:00 Uhr ein ordentlicher Auflauf und Volksfeststimmung. Hobbyastronomen waren mit kleinen bis großen Teleskopen vertreten und viele Menschen hatten Schutzbrillen sowie allerlei selbst gebastelte Provisorien dabei, um das Spektakel verfolgen zu können. Ich habe mir 3 Neutralgraufilter übereinander geschraubt (1000x, 64x und noch ein variables ), so dass weniger als 1/100.000 des Sonnenlichtes das Paket passieren konnte und das war ideal. Jedenfalls war die Stimmung bombastisch, ich kam mit vielen, mir wildfremden Menschen ins Gespräch und habe zahlreiche Fotos geschossen. Da fiel die Auswahl sehr schwer.