Gänseblümchen auf der mit braunem Laub bedeckten Wiese.

321/365 Tausendschön

17.11.2015

Heute treibe ich mich in der Westprignitz herum, um unser Refugium in der »Wildnis« winterfest zu machen. Leider meint es Petrus nicht besonders gut mit mir, es regnet immer mal wieder. Inmitten brauner Blätter von Eichen und Erlen erhebt Prinzessin Tausendschön ihr strahlendes Haupt und lächelt mich an. Da kann ich nicht anders und lächle zurück. Komm gut über den Winter.

Fachwerkhaus mit Stakenlehmwand neben der Burg Lenzen

277/365 Fachwerk vom Fach

04.10.2015
Diese Giebelwand gehört zu einem alten Haus in der Schulstraße in Lenzen. Die Ecke zwischen Kirche und Burg heißt Körbitz und war bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts ein kleines Fischerdorf. Der Name Körbitz ist, wie Kietz, von der ursprünglichen Bedeutung »geflochtener Korb« auch zur Bezeichnung von Hütten und Fischersiedlungen in der Nähe einer Burg verwendet worden.
Mich faszinierte hier der Aufbau der Wände mit Fachwerk und die grafische Wirkung. In das Fachwerk wurden senkrechte Staken (Holzlatten) eingebaut. Normalerweise wurden bei dieser Bauweise zwischen die Staken Weidenäste eingeflochten und auf dieses Geflecht dann eingeweichter Lehm geschmiert. Um die Wände vor der Witterung zu schützen, mussten sie entweder mit Brettern, Steinen oder in der Nobelvariante mit Schiefer versehen werden. Hier grenzte einst einfach ein anderes Haus am Giebel an und bot so den nötigen Schutz.

Schwere Eichentür mit Versorgungsluke zum Verlies im Stumpfen Turm zu Lenzen

276/365 Tor zum Verlies

03.10.2015
Diese kleine von den Zeiten gezeichnete, einst sehr stabile Tür mit schwerem Schloss gehört zum Stumpfen Turm in Lenzen (Elbe), Teil der ehemaligen Stadtbefestigung, Reste der Stadtmauer aus Feld- und Backsteinen sind heute noch zu sehen.
Der Turm war Torturm des Bergtors, eines von drei Lenzener Stadttoren (neben Heidetor und Seetor). An den Toren wurde Zoll erhoben. Zum Stumpfen Turm gelangte man über zwei Brücken jeweils mit Vortor und Zugbrücke. Nachts war das Stadttor vorsorglich verschlossen. Nach zunehmendem Verfall der Stadtmauern wurde das Bergtor 1758 abgerissen, das ehemalig kegelförmige Dach des Turmes stürzte ein und seitdem heißt er im Volksmund bis heute nur noch Stumpfer Turm.
Der Stumpfe Turm wurde nach dem Abriss des Tores als Gefangenenturm (Verlies) genutz. Man musste sich schon ganz schön bücken, um hinein- und auch wieder hinauszukommen. Die kleine Luke in der Tür war für die Übergabe der Verpflegung gedacht. Die Angehörigen hatten sich damals gefälligst selbst um die Verpflegung der Delinquenten zu kümmern.

Skulptur der »Brezeltante« Anna Grieben vor dem Lenzener Rathaus

230/365 Lenzens »Brezeltante« Anna Grieben

18.08.2015
Seit April 2014 steht die Bronzestatue der Brezeltante vor dem Lenzener Rathaus. Die lebensgroße Statue wurde von einem aus Hamburg stammenden und seit einigen Jahren in Lenzen lebenden Ehepaar gestiftet und vom Mödlicher Künstler Bernd Streiter geschaffen.
Was hat es mit der Brezeltante auf sich? Die wohlhabende Anna Grieben zeichnete sich Anfang des 17. Jh. durch Mildtätigkeit insbesondere gegenüber bedürftigen Kindern des Ortes aus. Sie stiftete, nachdem ihr ein Kind gestorben war, die sogenannte »Brezelsalve«. An jedem Freitag vor Palmarum bekam jedes Schulkind sowie die Lehrer und die beiden Geistlichen der Stadt Papier und Brezeln geschenkt. Diese Tradition bestand bis in die 1920er Jahre.
Mir gefällt die Figur und ganz besonders, dass es nach wie vor Menschen gibt, die Bedürftigen helfen sowie Geld für Kunstprojekte im öffentlichen Raum spenden, wenngleich mir duchaus bewusst ist, dass gerade in den ländlichen Gegenden (nicht nur) der Prignitz einiges passieren muss, damit sie nicht schleichend vor sich hinsterben. Mit ein paar Brezeln ist es da nicht getan.

der Bloggautor einen Zigarillo rauchend am abendlichen Lagerfeuer sitzend

212/365 Dreiviertel Neun am Lagerfeuer

31.07.2015
Gleich nach der Arbeit sind wir aufgebrochen gen Norden – für drei Wochen in den Urlaub. Nach knapp drei Stunden Fahrt sind wir gut gelaunt in der Prignitz angekommen. Das Auto ist leer geräumt, die wichtigsten »Nahverkehrsrouten« (Laufwege) sind gemäht. Jetzt erst einmal alles sacken lassen, Feuerchen entfachen, Tiroler Birne im Glas und mit Hilfe eines milden Zigarillos aus der DomRep kleine Ringe in den Abendhimmel entlassen. Gleich wird der Mond aufgehen, voll, in ganzer Pracht und das zum zweiten Mal in diesem Monat – Blue Moon. Wenn das kein gelungener Urlaubsstart ist?

Badeanstalt in Lenzen bei Anbruch der Nacht über den Rudower See fotografiert

191/365 Sommernacht am See

10.07.2015
Kurz vor Anbruch der Nacht machte ich mich mit Kamera, Stativ und Kabelauslöser auf, um vielleicht noch ein Bild mit Spiegelungen über dem Rudower See zu fotografieren. Schnell war ich ernüchtert, war doch an den meisten Stellen keine interessante Bildgestaltung zu erkennen. Nach einigem Fußmarsch landete ich dann genau gegenüber der Badesanstalt, von wo noch lautes Gelächter und Musik über den See schallte. Während ich dieses Bild machte, fuhr gerade ein Moped in das Set und beleuchtete das Boot zusätzlich von hinten. Mir hat an dieser Szene besonders das Leuchten der weißen Gebäude und Geländer sowie der Farbkontrast gefallen.