Zugewachsene Fassade am Alten Markt in Halle mit der Kunstgalerie Gross

295/365 Galerie Gross

22.10.2015
Am Alten Markt in Halle finden wir nicht nur den Eselsbrunnen sondern auch die älteste privat geführte Galerie in den neuen Bundesländern. Sie wird bereits seit 1977 von der Inhaberin Christa Gross betrieben. Die Galerie bietet ausgefallene Stücke angewandter und bildender Kunst aus Malerei, Grafik, Keramik & Plastik, Porzellan, Textilgestaltung, Designer-Schmuck und Designer-Uhren bis hin zu kunsthandwerklichen Arbeiten und dekorativen Objekten. Bereits die Fassade ist durch die Begrünung und jetzt, im Herbst, durch das bunte Herbstlaub ein Hingucker. Ich selbst bleibe gern stehen und genieße den Anblick und schaue interessiert auf die Auslagen.

Dir die Ruhe, mir die Eile, lass uns tauschen eine Weile - Sandsteinfigur an der Moritzkirche in Halle

242/365 Eile und Weile

30.08.2015
Heute war es unangenehm warm, ich habe mich am Nachmittag auf´s Fahrrad geschwungen in der Hoffnung, dass mich der Fahrtwind kühlt. Eine trügerische Hoffnung. Irgendwann kam ich am Hallorenring vorbei und habe an der Rückseite der Moritzkirche in der Mauer diese Sandsteinskulptur entdeckt. Unter dem Kopf steht:

DIR DIE RUHE
MIR DIE EILE
LASS UNS TAUSCHEN
EINE WEILE

Skulptur der »Brezeltante« Anna Grieben vor dem Lenzener Rathaus

230/365 Lenzens »Brezeltante« Anna Grieben

18.08.2015
Seit April 2014 steht die Bronzestatue der Brezeltante vor dem Lenzener Rathaus. Die lebensgroße Statue wurde von einem aus Hamburg stammenden und seit einigen Jahren in Lenzen lebenden Ehepaar gestiftet und vom Mödlicher Künstler Bernd Streiter geschaffen.
Was hat es mit der Brezeltante auf sich? Die wohlhabende Anna Grieben zeichnete sich Anfang des 17. Jh. durch Mildtätigkeit insbesondere gegenüber bedürftigen Kindern des Ortes aus. Sie stiftete, nachdem ihr ein Kind gestorben war, die sogenannte »Brezelsalve«. An jedem Freitag vor Palmarum bekam jedes Schulkind sowie die Lehrer und die beiden Geistlichen der Stadt Papier und Brezeln geschenkt. Diese Tradition bestand bis in die 1920er Jahre.
Mir gefällt die Figur und ganz besonders, dass es nach wie vor Menschen gibt, die Bedürftigen helfen sowie Geld für Kunstprojekte im öffentlichen Raum spenden, wenngleich mir duchaus bewusst ist, dass gerade in den ländlichen Gegenden (nicht nur) der Prignitz einiges passieren muss, damit sie nicht schleichend vor sich hinsterben. Mit ein paar Brezeln ist es da nicht getan.

Der StreetArt-Künstler Helmut Artiste vor seinem Bildnis von Dalí auf dem Marktplatz von Halle

211/365 Dalí zu Händels Füßen

30.07.2015
Ein Straßenkünstler, »un artiste des trottoires« wie er im Buche steht, und dazu ein echtes Unicum, das ist Helmut »Artiste« Nied, der heute, nicht zum ersten Mal, ein »Gastspiel« auf Halles Marktplatz gab und einen überdimensionalen Dalí auf das Pflaster zu Händels Füßen zauberte.
Der Mann ist ein Gesamtkunstwerk, stammt aus dem Odenwald, gibt im Facebook-Profil seinen Wohnort mit Nantes an und scheint überall dort zu Hause zu sein, wo er sitzend oder liegend seine Kreidegemälde (ist das ein Widerspruch in sich?) auf große Pflastersteine transferieren kann. Sei Gesicht ist mindestens ebenso facettenreich und interessant wie seine Bilder und, was zu vermuten ist, seine Lebensgeschichte.

Detail des Handwerkerbrunnens in Halles Innenstadt aus der Vogelperspektive

205/365 Goldenes Handwerk mit Perspektivwechsel

24.07.2015
In der Nähe des Alten Marktes befindet sich der »Handwerkerbrunnen«. Er wurde von Prof. Martin Wetzel entworfen und 1987 an Brunos Warte, Ecke Zenkerstraße errichtet. Dargestellt sind verschiedene historische Handwerksberufe. Frauen spielten damals im Handwerk keine Rolle. Einzig eine kleine Frauenfigur wurde in Form einer Büste vom Künstler im Ensemble versteckt (oben zwischen den Männerfiguren).
Das Wohngebiet um den Brunnen ist eines der ältesten Siedlungsgebiete der Saalestadt.
Der in Schönebeck geborene Bildhauer Martin Wetzel studierte an der jetzigen Hochschule für Kunst und Design Halle, Burg Giebichenstein, und übte ab 1959 dort selbst eine Lehrtätigkeit aus. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2008 in Halle. Hier sind etwa zehn Kunstwerke von ihm im öffentlichen Raum aufgestellt. Neben dem »Handwerkerbrunnen« sind der »Alchimistenbrunnen«, »Junges Paar« (Brunnen) oder das »Liebespaar« (Skuplturen in der Leipziger Straße) die bekanntesten Werke.
Ich habe den »Handwerkerbrunnen« bereits ein paar Mal fotografiert, bislang jedoch nie aus dieser erhöhten Sicht und war selbst überrascht über die Wirkung des Perspektivenwechsels.

Sonnenskulpturen im grünen Umfeld im Innenhof der Neuen Residenz in Halle

189/365 Sonnengarten

08.07.2015
Albrecht Kardinal von Brandenburg ließ im 16. Jh. die Neue Residenz in Halle erbauen, eines der bedeutendsten Bauwerke der Frührenaissance in Deutschland. Momentan werden am Gebäudekomplex aufwendige Sanierungsarbeiten durchgeführt, der Innenhof mit großen herrlichen Bäumen aber ist für Besucher geöffnet und bietet ein thematisch durchgestyltes Refugium, einen märchenhaft anmutenden Rückzugsort vom hektischen Treiben in der Stadt.
Langzeitarbeitslose haben unter Anleitung diesen Sommergarten aufgebaut. Es ist bereits das sechste Gartenprojekt des Jobcenters und des Beruflichen Bildungswerkes in der Neuen Residenz. Und auch für das nächste Jahr gibt es bereits Zusagen für ein weiteres Gartenprojekt an gleicher Stelle. Ich freue mich jetzt schon darauf.

Graffiti-Künstler Michael Gensen beri der Arbeit am aktuellen Street-Art-Projekt in Halles Innenstadt

180/365 Kinder sind Zukunft

29.06.2015
»Kinder sind Zukunft« ist das zentrale Thema eines aktuellen Street-Art-Projektes welches momentan in der Unterführung vom Waisenhausring zu den Franckeschen Stiftungen in Halles Innenstadt realisiert wird. Seit einigen Wochen arbeiten die beiden professionellen Graffiti-Künstler (pigmente) Michael Gensen (im Bild) und Enrico Markendorf (Ricoarts) an der großflächigen Umsetzung der Vorlagen, die sie zuvor aus fotografierten Kinderportraits mittels Photoshop erstellt haben. Gefördert wird dieses Projekt zur Verschönerung unseres Stadtbildes vom Straßenbauamt der Stadt Halle, das zuvor dem Antrag zustimmen musste und schließlich Geld für die kreative Realisierung des Vorhabens zur Verfügung stellte. Ich hoffe nur, dass wir uns lange an dem Kunstwerk erfreuen können, ohne dass Schmierfinken es zu »verschönern« suchen. Das Künstlerduo hat übrigens bereits an anderen Orten in Halle großflächige »Hingucker« installiert, so am Bahnhof, wo sie Halles berühmtesten »Barocker«, G.F. Händel, ein tolles Motiv widmeten. Dieses bekommt in meinem Jahresprojekt mit Sicherheit auch noch einen Platz.

Kunst im industriellen Umfeld - riesige Stahlskulptur neben dem Geländer der DOW in Schkopau

165/365 Kunst im industriellen Umfeld

14.06.2015
Es ist vier Uhr siebenundzwanzig: Auf der Rückfahrt vom hohen Schloss in Merseburg mit dem Fahrrad nach Hause kann ich auch gleich das Tagesfoto schießen. Das ist mal effizient. Das Licht ist an diesem Morgen toll. In den Niederungen steht dichter Nebel, hier vor dem Geländer der DOW in Schkopau ist es jedoch klar. Diese Skulptur eines Riesenbogens mit Lichtleitkabeln der zwei Kalotten miteinander verbindet heißt »Transformation 2000«. Sie wurde vom Leipziger Bildhauer Otto Berndt Steffen geschaffen und ist zu jeder Tageszeit ein Hingucker. Leider war es schon etwas zu hell, um die Wirkung der Lichtleiter im Bogen effektvoll zur Geltung zu bringen.

Bronzefigur eines Läufers, »bereichert um Trinkbecher und Wollmütze

163/365 Erreicht das Ziel mit Müh und Not …

12.06.2015
Kunst im öffentlichen Raum – diese Bronzefigur am Leipziger Turm in Halle ist von Fritz Röll und heißt »Läufer am Ziel«. Offensichtlich haben eifrige Hobbykünstler darüber gebrütet, wie diese sehr schöne Skulptur noch stärker in ihrer Aussagekraft zur Geltung kommen könnte und gaben ihr einen Trinkbecher sowie eine Bommelmütze mit auf den Langsteckenlauf. Sicher gut gemeint aber vielleicht doch ein wenig übers Ziel hinaus geschossen.

Kunstdrucke eines Frauenaktes von Modigliani und des »Schokoladenmädchens« auf der Straße in Halles Innenstadt abgestellt zur Mitnahme durch einen Passanten oder die Müllabfuhr

153/365 Ist das Kunst oder kann das weg?

02.06.2015
Auf dem (Um)weg zum Briefkasten kam ich an dieser Straßengalerie vorbei. Jeder kennt das Bild, welches im Volksmund einfach »Das Schokoladenmädchen« genannt wird, vollständiger Titel, »La Belle Chocolatière de Vienne«, und sei es von der Kakaoverpackung. Aber kaum einer kennt den Maler, ich gehöre ebenfalls dazu. In der Freiluftgalerie Pfännerhöhe wurde das Schokoladenmädchen neben eine Kopie eines liegenden Frauenaktes, welches im Original von Modigliani erschaffen sein könnte, abgelegt. Da liegen sie nun und hoffen, dass sich ein Liebhaber findet, der sich ihrer erbarmt und sie mit in sein Heim nimmt, bevor die Stadtreinigung sie als Müll einstuft und dann äquivalent behandelt.