Zugewachsene Fassade am Alten Markt in Halle mit der Kunstgalerie Gross

295/365 Galerie Gross

22.10.2015
Am Alten Markt in Halle finden wir nicht nur den Eselsbrunnen sondern auch die älteste privat geführte Galerie in den neuen Bundesländern. Sie wird bereits seit 1977 von der Inhaberin Christa Gross betrieben. Die Galerie bietet ausgefallene Stücke angewandter und bildender Kunst aus Malerei, Grafik, Keramik & Plastik, Porzellan, Textilgestaltung, Designer-Schmuck und Designer-Uhren bis hin zu kunsthandwerklichen Arbeiten und dekorativen Objekten. Bereits die Fassade ist durch die Begrünung und jetzt, im Herbst, durch das bunte Herbstlaub ein Hingucker. Ich selbst bleibe gern stehen und genieße den Anblick und schaue interessiert auf die Auslagen.

Teich mit Sprigbrunnen und Arkaden in den historischen Kuranlagen Bad Lauchstädt

270/365 Hoffmannstropfen für eine ruhige Hand beim Probeschuss

27.09.2015
Um 1700 in wurde in Lauchstädt eine Quelle entdeckt. Der bereits zu seiner Zeit weithin berühmte »Geheime Rath Friedrich Hoffmann, Dr. und Prof. der Arzneygelahrheit in Halle« (und Erfinder der noch heute bekannten Hoffmannstropfen) erkannte nach eingehender Analyse des Wassers die Heilwirkung und ließ »vernehmen, dass es ein gesund Wasser sey, welches in vielen sonderlich langwierigen Kranckheiten als Fiebern, Geschwulst, Bleichsucht bey den Frauenzimmer etc., insonderheit aber äusserlich als ein Bad, zu Stärckung der schwachen Glieder, mit nicht geringem Nutzen würde können gebrauchet werden.« Und er sollte Recht behalten. Schon kurz nach der Entdeckung entstand in Lauchstädt bei Halle ein Modebad, das der Adel und das aufstrebende Bürgertum aus den umliegenden Städten besuchte. Selbst der kurfürstlich sächsische Hof in Dresden nutzte das Bad als Sommerresidenz.
Wahrscheinlich waren die Anlagen und das Umfeld dem sächsischen Hof doch zu trivial und öde, so dass zwar eine Neugestaltung der Anlagen erfolgte, der Kurbetrieb aber immer mehr einzuschlafen drohte. Mit dem Bau des »Goethe-Theaters« 1802 (von Goethe selbst konzipiert) erhielt Bad Lauchstädt einen erneuten Aufschwung. Noch heute wird die damals eingebaute Bühnentechnik im Original genutzt. Nach dem Wiener Kongress (1814/15) fiel Bad Lauchstädt an Preußen. Das war´s dann. Kurpark und Theater verloren ihre einstige Bedeutung, 1941 wurde der Kurbetrieb eingestellt und am 15. November 2010 wurde im Traditionsbetrieb Lauchstädter Heil- und Mineralbrunnen GmbH die letzte Flasche des Heilwassers abgefüllt. Inzwischen gibt es neue Pläne für ein Therapiezentrum und auch für die weitere Nutzung der Heilquelle. Mal sehen, was daraus wird.
Ich bin heute bei bestem Altweibersommerwetter (was für ein Wort) mit meiner Holden im Kurpark, um das Wetter, den tollen Himmel und anschließend eine Aufführung des Freischütz im Goethe-Theater zu genießen. Ich sag nur soviel: Die Aufführung war grandios.

Good blues, man: Pete Gavin begeistert als Straßenmusiker in Wismar mit Blues auf einer Resonatorgitarre.

227/365 Good blues, man.

15.08.2015
Zwischenstop auf der Rückfahrt von Rerik in Wismar: Und genau wie bei der Hinfahrt treffen wir in unmittelbarer Marktnähe der Hansestadt Pete Gavin. Der gelernte Physiklehrer kann auf ein bewegtes Leben und eine abwechselungsreiche Geschichte als Bluesmusiker zurück blicken. Seit Anfang der 1980-er Jahre lebt er vorzugsweise in Berlin. Heute beglückt er Touristen und Einwohner in Wismar mit tollem Blues, gespielt auf einer zünftigen Resonatorgitarre (Blechgitarre, ähnlich der vom Plattencover »Brothers in Arms« von Dire Straits) und Bluesharp sowie mit kräftiger Stimme gesungen. Ich bin fasziniert. Großartig!

Abendgarderobe, Sektglas und Begleitheft nach der Operettenpremiere »Ball im Savoy« im Opernhaus Halle

129/365 Zurück vom »Ball im Savoy«

9.05.2015
Heute wäre mein Großvater mütterlicherseits 111 Jahre alt geworden. Und da haben wir Opas Geburtstag halt beim Ball im Savoy gefeiert. Karsten und Torsten konnten ihre Karten zur Premiere der Operette mit der Musik von Paul Abraham nicht selbst nutzen und haben sie uns kurzerhand überlassen. Was für eine tolle Idee! Auch wenn Operette nicht gerade zu meinen Lieblingsgenres zählt, war der Abend sehr kurzweilig und vergnüglich, ein Schmaus für Augen und Ohren, zumal die Musik schön angeswingt und angejazzt daherkommt.

Rosablühende Kirschbäume in Halles Innenstadt

103/365 Schönheit und Vergänglichkeit in Halle

13.04.2015
Weltberühmt ist die japanische Kirschblüte, auch wenn sie die wenigsten Erdenbewohner erlebt haben dürften. Sie verkündet nicht nur den Beginn des Frühlings, sie ist ein Höhepunkt im japanischen Jahresrhythmus und begehrte Reisezeit für Touristen aus aller Welt. Die Kirschblüte steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit. All dieses kann ich bestens verstehen, wenn ich im Frühling an dieser Stelle auf dem »oberen Boulevard« (so die Hallenser) vorbeikomme, erst Recht die Idee der Vergänglichkeit. Ein Regenschauer und etwas Wind reichen aus, dass dieses tolle Schauspiel nur sehr kurz aufgeführt wird. Die Wiederholung gibt es dann erst wieder im nächsten Jahr. Aber das wird dann wieder grandios.