Hochthronender Schüppling - Pholiota cerifera - nach drei Tagen Regenwetter

289/365 Pilztränen

16.10.2015
Können Pilze weinen? Warum nicht? Hier sieht es zumindest danach aus. Es regnet jetzt mittlerweile den dritten Tag fast ununterbrochen. Ich bin vom Anblick so gerührt, dass ich die Aufnahme verwackle, schluchz. Dieser Schüppling (ich vermute Hochthronender Schüppling – Pholiota cerifera) wächst mitten aus einer Buchenholzscheibe, die demnächst gespalten und etwas später im Kamin für wohlige Wärme sorgen wird. Da helfen dem Schüppling dann auch keine Tränen mehr.

Schwere Eichentür mit Versorgungsluke zum Verlies im Stumpfen Turm zu Lenzen

276/365 Tor zum Verlies

03.10.2015
Diese kleine von den Zeiten gezeichnete, einst sehr stabile Tür mit schwerem Schloss gehört zum Stumpfen Turm in Lenzen (Elbe), Teil der ehemaligen Stadtbefestigung, Reste der Stadtmauer aus Feld- und Backsteinen sind heute noch zu sehen.
Der Turm war Torturm des Bergtors, eines von drei Lenzener Stadttoren (neben Heidetor und Seetor). An den Toren wurde Zoll erhoben. Zum Stumpfen Turm gelangte man über zwei Brücken jeweils mit Vortor und Zugbrücke. Nachts war das Stadttor vorsorglich verschlossen. Nach zunehmendem Verfall der Stadtmauern wurde das Bergtor 1758 abgerissen, das ehemalig kegelförmige Dach des Turmes stürzte ein und seitdem heißt er im Volksmund bis heute nur noch Stumpfer Turm.
Der Stumpfe Turm wurde nach dem Abriss des Tores als Gefangenenturm (Verlies) genutz. Man musste sich schon ganz schön bücken, um hinein- und auch wieder hinauszukommen. Die kleine Luke in der Tür war für die Übergabe der Verpflegung gedacht. Die Angehörigen hatten sich damals gefälligst selbst um die Verpflegung der Delinquenten zu kümmern.

Fruchtstände der Baumhasel

265/365 How bizarr, how bizarr …

22.09.2015
Noch 100 Tage bis Silvester, noch 100 Bilder im Jahresprojekt. Heute habe ich mir ein bizarres Gebilde aus der Stadt mitgebracht. Haben wohl Außerirdische hier verloren? Das sind Früchte der Baumhasel, auch türkische Hasel genannt. Wir haben in Halle an einigen Stellen diese relativ seltenen und sehr robusten Bäume stehen, die, genau wie die bekannte Haselnuss, aus der Gattung Hasel (Corylus) stammen. Als Birkengewächse (Betulaceae) sind sie zudem verwandt mit der Hainbuche, der Schwarzerle und natürlich der Birke. Ihre Nüsse sind kleiner und härter als die der Gemeinen Hasel (Corylus avellana) und reifen in aus fünf bis acht Nüssen bestehenden Fruchtständen. Diese sind von harzigen Stacheln und krausen Hüllblättern umgeben, die anfangs weich sind, nach dem Herabfallen vom Baum jedoch rasch hart und spröde werden und gemein piksen.

Wassertropfen auf Laminatboden

253/365 Wasserstopp für Holzwerkstoffe

10.09.2015
Ich brauche für ein Kundenprojekt ein Bild von einem richtig großen Wassertropfen auf einem Holzwerkstoff. Das Motiv soll zeigen, wie stark die hydrophobierende (Wasser abweisende Wirkung) spezieller Additive zur Herstellung der Holzwerkstoffe ist. Zurück zum Vorhaben: Wenn man einen Wassertropfen erzeugt und ihn immer größer werden lässt, entfernt sich seine Form durch die Schwerkraft immer weiter von einer Halbkugel, er ähnelt dann immer stärker einer kleinen Pfütze. Das war aber nicht gewollt. Daher habe ich auf dem Fußboden in meinem Büro so lange herumprobiert, bis ich nach Auftragen eines hauchdünnen Vaselinefilms mit dem Ergebnis zufrieden war. Ich hoffe, der Kunde ist es auch.

Flügel eines alten Flügelspinnrades mit innenliegender Spindel

244/365 Spinnflügel der »Ziege«

01.09.2015
Heute habe ich ein Detail des Spinnrades meiner Oma fotografiert. Das ganze Spinnrad (allerdings ohne Antriebsseile) ist so fotogen, dass ich es demnächst auch für ein »Ganzkörperportrait« posieren lasse.
Hier ist der Spinnflügel mit innenliegender beweglicher Spindel abgebildet. Der Einzug der Wolle erfolgt von der gegenüberliegenden Seite, vorn sehen wir den Wirtel, eine Scheibe mit Rillen, die der Kraft- und Bewegungsübertragung vom Schwungrad durch die (fehlenden) Antriebsseile dient.
Warum Ziege? So wird die sächsische Bauart genannt, in der das Schwungrad und die Spindel nebeneinander (horizontal) angeordnet sind. Dadurch, dass der Rahmen zur Spindel hin leicht ansteigt, entsteht eine Optik die angeblich stark an die Umrisse einer Ziege erinnert.
Meine Oma konnte noch Schafwolle verspinnen und stellte daraus dicke, grobe, aber warme Stricksachen her. Ich habe das Garnspinnen aus Schafwolle einmal bei ein paar Landfrauen auf der Burg Allstedt probiert und bin jämmerlich gescheitert. Ständig ist mir der Faden gerissen. Ich verstehe mich besser auf anders geartete Spinnereien. Finde ich jetzt auch nicht so schlimm.

Schlagzeile: Sozialer Arbeitsmarkt

17/365 Sozialer Arbeitsmarkt am seidenen Faden

17.01.2015
Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich mich nur schwer für ein Motiv entscheiden kann. Also nehme ich das Bild, welches tagesaktuell ist und somit nicht später wieder fotografiert werden kann, gesehen in Halles Innenstadt zwischen Eselsbrunnen und Franckeplatz. Allein das alte Portal ist schon sehenswert und hätte ein eigenes Foto verdient. Ich habe mich dennoch auf die Schlagzeile konzentriert. Wenn die Zeitungen mal nicht so, wie sie sind, am »seidenen Faden«, direkt in den Papierkontainer wandern.

4/365 Weidehütte im Schneegestieber

04.01.2015
Dieser kleine einfache Weideunterstand befindet sich direkt am Fuße des Krippensteins (ca. 2000 m hoch). Das Tal liegt nur etwa 500 m über NN. Neben Obertraun finden wir hier Hallstadt nebst dem Hallstädter See. Zum Zeitpunkt der Aufnahme fegte ein kräftiger Wind mit Schneegestieber durch das Tal.