Flügel eines alten Flügelspinnrades mit innenliegender Spindel

244/365 Spinnflügel der »Ziege«

01.09.2015
Heute habe ich ein Detail des Spinnrades meiner Oma fotografiert. Das ganze Spinnrad (allerdings ohne Antriebsseile) ist so fotogen, dass ich es demnächst auch für ein »Ganzkörperportrait« posieren lasse.
Hier ist der Spinnflügel mit innenliegender beweglicher Spindel abgebildet. Der Einzug der Wolle erfolgt von der gegenüberliegenden Seite, vorn sehen wir den Wirtel, eine Scheibe mit Rillen, die der Kraft- und Bewegungsübertragung vom Schwungrad durch die (fehlenden) Antriebsseile dient.
Warum Ziege? So wird die sächsische Bauart genannt, in der das Schwungrad und die Spindel nebeneinander (horizontal) angeordnet sind. Dadurch, dass der Rahmen zur Spindel hin leicht ansteigt, entsteht eine Optik die angeblich stark an die Umrisse einer Ziege erinnert.
Meine Oma konnte noch Schafwolle verspinnen und stellte daraus dicke, grobe, aber warme Stricksachen her. Ich habe das Garnspinnen aus Schafwolle einmal bei ein paar Landfrauen auf der Burg Allstedt probiert und bin jämmerlich gescheitert. Ständig ist mir der Faden gerissen. Ich verstehe mich besser auf anders geartete Spinnereien. Finde ich jetzt auch nicht so schlimm.

Eierschneider weiß vor weißem Hintergrund

28/365 Konzert für die wohltemperierte Eierharfe in Ess-Dur

28.01.2015
Heute ging es mir darum, etwas auszuprobieren: Wie setze ich einen banalen Gegenstand, wie einen weißen Eierschneider, vor weißem Hintergrund so in Szene, dass ich die wesentlichen Eigenschaften herausarbeiten kann, dass Konturen sichtbar bleiben/werden und die Stahlsehnen Reflexe zeigen?
Dazu wurde der Gegenstand zunächst in der Hohlkehle hin und her geschoben, verschiedene Perspektiven betrachtet und dann mit dem eigentlichen Aufbau begonnen. Das Hauptlicht ist diesmal eine Tageslichtlampe in einem kleinen quadratischen Reflektorschirm von oben. Um die Kante rechts zu betonen und die Saiten mit Reflexen auszustatten, habe ich einen stark gerichteten Blitz (Wabenvorsatz) mit kleiner Leistung rechts neben das Objekt auf den Tisch gelegt. Die vordere Fläche rechts erhielt etwas mehr Kontrast durch einen kleinen schwarzen Karton, parallel zum Objekt, als Lichtschlucker. Ach ja, weißes Objekt vor weißem Hintergrund; damit das Foto richtig belichtet wird, habe ich im manuellen Modus bei Blende 8 die Belichtungszeit so gewählt, dass die Automatik eine Überbelichtung um 1 Blendenstufe prognostiziert hätte. Fotoschuss, ein paar Lightroom-Anpassungen, fertig.
Klar wäre eine nagelneue Eierharfe schöner als diese schon seit vielen Jahren benutzte und mit entsprechenden Gebrauchsspuren gezeichnete. Aber, was soll´s? Es war halt ein Trainingsobjekt für mich und mehr nicht.

Küchensieb | Durchschlag

16/365 Quadratur der Kreise in der Küche

16.01.2015
Und wieder gibt es ein Bild aus der Küche, nur diesmal keine Speisen sondern ein Küchengerät. Die Form, Kreise, »Polkadots« sowie das Material machten Lust auf das Foto; sollte alles fix erledigt sein. Und dann kam es wieder ganz anders. Erste Versuche hatte ich mit einer Lampe im Inneren des Durchschlags gemacht; alles Murks, wenn das Licht außen passte, waren die Lichteffekte aus dem Siebmuster alles andere als eindrucksvoll (dieser Versuch wird später noch einmal wiederholt mit mehr Zeit zum Experimentieren). Also klassisch, ohne viele Schnörkel, lange belichtet und im quadratischen Zuschnitt als Schwarzweiß-Bild entwickelt.
In der Küche werde ich mich wohl noch öfter mit dem Fotoapparat austoben.