Kaufmannsfigur an Hausfassade am Alten Markt 26 in Halle

357/365 Soll und Haben

23.12.2015

Der Kaufmann ziert die Ecke eines uralten Hauses am Alten Markt in Halle. Gebaut wurde es im 16. Jahrhundert, die Grundmauern sollen gar  aus dem 13. Jahrhundert stammen. Der Kaufmann allerdings wurde erst 1933 nach Sanierung des Hauses vom damaligen Besitzer  Hermann Luther angebracht und soll große Ähnlichkeit mit selbigem aufweisen.

Der Kaufmann ist nicht der einzige Hingucker am Aten Markt 26, die Giebelwand ziert eine Kanonenkugel, noch dazu eine goldene.

Kaufmannsfigur am Alten Markt 26 in Halle. An der Gibelwand findet sich eine goldene Kanonenkugel sowie eine Inschrift zum Gedenken an die Napoleonischen Befreiungskriege und den Beschuss der Stadt mit Kononen.

Kaufmannsfigur am Alten Markt 26 in Halle. An der Giebelwand findet sich eine goldene Kanonenkugel sowie eine Inschrift zum Gedenken an die Napoleonischen Befreiungskriege und den Beschuss der Stadt mit Kanonen.

Die Inschrift auf der Tafel unter der eingemauerten Kanonenkugel »Bedenke am 28. April 1813. Schmidt.« gibt bis heute Rätsel auf. Vielleicht ist ein Schmied oder ein Mann Namens Schmidt bei dem Beschuss ums Leben gekommen?

Kanonenkugel_1809

Goldene Kanonenkugel und Inschrift erinnern an den Beschuss der Stadt durch Truppen Napoleons im Jahr 1813.

 

Stadtmauer in Halle am Waisenhausring mit rot leuchtendem Blattschmuck von wildem Wein

307/365 Stadtmauer mit Blattschmuck im Streiflicht

03.11.2015
Ein kleiner Ausschnitt aus Resten der ehemaligen Stadtmauer am Waisenhausring. Außerhalb dieser Mauern legte August Hermann Francke in diesem Abschnitt der Stadtbefestigung 1698 den Grundstein für sein Historisches Waisenhaus. Wer von der »Schorre« kommend die Franckeschen Stiftungen durchquert, stößt unweigerlich hinter der Unterführung der Hochstraße nach Halle-Neustadt auf den Waisenhausring. Der Bewuchs mit wildem Wein schmückt die mächtige Steinmauer und setzt farbliche Akzente.

Portal der Franckeschen Stiftungen in Halle am Abend im Herbst

296/365 Mit Flügeln wie Adler zum Welterbe

23.10.2015
»Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler« (Jes. 40.31)
Dieser Bibeltext schmückt das Portal des Haupthauses der Franckeschen Stiftungen, darüber eine Abbildung von zwei zur Sonne auffliegenden Adlern, die zum bildlichen Symbol der Franckeschen Stiftungen wurden. Der Stifter selbst ließ den Bibelspruch einmeißeln.
Über August Hermann Francke (1663-1727) sein Schaffen, seine Stiftung könnte man allein mehrere Bücher schreiben und kommt dabei von einem Superlativ zum nächsten:

  • Das Gelände der Franckeschen Stiftungen umfasst 16 Hektar und beherbergt unter anderem das längste Fachwerkhaus Europas mit einer Länge von 110 Metern.
  • Das Cansteinsche Bibelkabinett, eine Einrichtung der Franckeschen Stiftungen, ist die älteste Bibelanstalt der Welt. Hier wurden zwischen 1712 und 1934 mehr als acht Millionen Bibeln in vielen Sprachen gedruckt.
  • In den Stiftungen befindet sich der älteste erhaltene profane Bibliotheksbau Deutschlands.
  • Die Franckeschen Stiftungen sind Heimstatt des ältesten weltlichen Knabenchores in Deutschland, dem Stadtsingechor.
  • Das Gebäude des ältesten Kinderkrankenhauses in Deutschland ist ebenfalls Teil der Stiftungen.
  • Als erstes Waisenhaus gehen die Franckeschen Stiftungen ins Rennen um die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe. Die Entscheidung darüber soll im Jahr 2016 fallen.
Schwere Eichentür mit Versorgungsluke zum Verlies im Stumpfen Turm zu Lenzen

276/365 Tor zum Verlies

03.10.2015
Diese kleine von den Zeiten gezeichnete, einst sehr stabile Tür mit schwerem Schloss gehört zum Stumpfen Turm in Lenzen (Elbe), Teil der ehemaligen Stadtbefestigung, Reste der Stadtmauer aus Feld- und Backsteinen sind heute noch zu sehen.
Der Turm war Torturm des Bergtors, eines von drei Lenzener Stadttoren (neben Heidetor und Seetor). An den Toren wurde Zoll erhoben. Zum Stumpfen Turm gelangte man über zwei Brücken jeweils mit Vortor und Zugbrücke. Nachts war das Stadttor vorsorglich verschlossen. Nach zunehmendem Verfall der Stadtmauern wurde das Bergtor 1758 abgerissen, das ehemalig kegelförmige Dach des Turmes stürzte ein und seitdem heißt er im Volksmund bis heute nur noch Stumpfer Turm.
Der Stumpfe Turm wurde nach dem Abriss des Tores als Gefangenenturm (Verlies) genutz. Man musste sich schon ganz schön bücken, um hinein- und auch wieder hinauszukommen. Die kleine Luke in der Tür war für die Übergabe der Verpflegung gedacht. Die Angehörigen hatten sich damals gefälligst selbst um die Verpflegung der Delinquenten zu kümmern.

Innenhof des ComCenters in Halles Zentrum - ehemaliger Sitz der SED-Bezirksleitung heute Veranstaltungslocation

273/365 Zum Salsakurs ins »Cafe Böhme«

30.09.2015
Auf dem Weg zum Salsa-Kurs habe ich eine kleine Kompaktkamera dabei, da für heute noch kein Bild »im Kasten« ist. Kurz vor sieben dämmert es, die Straßenbeleuchtung ist bereits eingeschaltet. Wir nähern uns der Rückseite des ComCenters.
In der DDR saß hier (Leninallee 70) die SED-Bezirksleitung. Nach für DDR-Verhältnisse luxuriösem Umbau wurde das Objekt im Volksmund nur noch »Cafe Böme« (Achim Böhme: Mitglied des Politbüros und 1. Sekretär der Bezirksleitung der SED) genannt. 1989 war das »Cafe Böhme« Ziel der Montagsdemos, die »Böhme komm raus!« forderten. Heute ist das ComCenter in der Merseburger Straße/Willy-Brandt-Straße eine Tagungs- und Veranstaltungslocation. Wenn Maxim jeweils am ersten Freitag im Monat zur Salsaparty das musikalische Parkett bereitet, kommen die Fans aus einem weiten Umkreis (zum Teil über 100 km) angereist, um eine tolle Party zu feiern. Im Erdgeschoss, unserem Ziel heute, betreibt Maria mit ihrem Mann einen Catering-Service mit Kantine und Imbiss. Jeden Mittwoch öffnet sie für unseren Salsakurs mit etwa 10 Paaren von 19 bis ca. 23 Uhr die Bar. Erst ist Kurs, danach wird noch bei dem einen oder anderen Getränk geplaudert und getanzt.
Der Innenhof des ComCenters ist bei Tageslicht betrachtet nicht gerade fotogen. Jetzt, am Abend mit der Mischung aus natürlichem Umgebungslicht und künstlicher Beleuchtung wirkt es wesentlich sympatischer. Ein Trick, den auch viele Hotels, die bei Tageslicht eigentlich von außen nicht so toll aussehen, für ihre Werbemaßnahmen gern nutzen – auf die Dämmerung warten, möglichst viele Lampen einschalten und ein paar schöne Aufnahmen herbeizaubern.

Leipziger Turm in Halle bei Nacht

257/365 Um neun am Leipziger Turm

14.09.2015
Der Leipziger Turm teilt den oberen vom unteren Boulevard, die Verbindung von Hauptbahnhof und Marktplatz. Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut, war er zunächst Wartturm und mit 44 m Höhe zugleich der höchste Turm der städtischen Befestigungsanlage. Im Volksmund hieß er bis Mitte des 19. Jahrhunderts Galgtorturm, da er sich direkt neben dem Galgtor erhob und man von hier freie Sicht übers Land zum Galgberg (heutiger Riebeckplatz) hatte. Ende des 16. Jahrhunderts erhielt der Turm eine welsche Haube (gebauchte Haube mit Laterne) mit vier Lukarnen (auch Zwerchhaus, ein Dachfensteraufbau dessen First senkrecht zu der Dachtraufe steht). Seit wann das Uhrwerk mit zwei Ziffernblätter den Turm schmückt, weiß ich nicht zu berichten. Wirkt der Turm auch ziemlich schlank, so beträgt die Mauerstärke am Fuß immerhin 2,80 m bei 3,30 m Durchmensser im Innenraum.
Da es auf dem Heimweg vom Spanischkurs heute leicht geregnet hat, gibt es Spiegelungen, die mich veranlassen, hier ein paar Minuten mit Fotoaufnahmen zuzubringen.