Teich mit Sprigbrunnen und Arkaden in den historischen Kuranlagen Bad Lauchstädt

270/365 Hoffmannstropfen für eine ruhige Hand beim Probeschuss

27.09.2015
Um 1700 in wurde in Lauchstädt eine Quelle entdeckt. Der bereits zu seiner Zeit weithin berühmte »Geheime Rath Friedrich Hoffmann, Dr. und Prof. der Arzneygelahrheit in Halle« (und Erfinder der noch heute bekannten Hoffmannstropfen) erkannte nach eingehender Analyse des Wassers die Heilwirkung und ließ »vernehmen, dass es ein gesund Wasser sey, welches in vielen sonderlich langwierigen Kranckheiten als Fiebern, Geschwulst, Bleichsucht bey den Frauenzimmer etc., insonderheit aber äusserlich als ein Bad, zu Stärckung der schwachen Glieder, mit nicht geringem Nutzen würde können gebrauchet werden.« Und er sollte Recht behalten. Schon kurz nach der Entdeckung entstand in Lauchstädt bei Halle ein Modebad, das der Adel und das aufstrebende Bürgertum aus den umliegenden Städten besuchte. Selbst der kurfürstlich sächsische Hof in Dresden nutzte das Bad als Sommerresidenz.
Wahrscheinlich waren die Anlagen und das Umfeld dem sächsischen Hof doch zu trivial und öde, so dass zwar eine Neugestaltung der Anlagen erfolgte, der Kurbetrieb aber immer mehr einzuschlafen drohte. Mit dem Bau des »Goethe-Theaters« 1802 (von Goethe selbst konzipiert) erhielt Bad Lauchstädt einen erneuten Aufschwung. Noch heute wird die damals eingebaute Bühnentechnik im Original genutzt. Nach dem Wiener Kongress (1814/15) fiel Bad Lauchstädt an Preußen. Das war´s dann. Kurpark und Theater verloren ihre einstige Bedeutung, 1941 wurde der Kurbetrieb eingestellt und am 15. November 2010 wurde im Traditionsbetrieb Lauchstädter Heil- und Mineralbrunnen GmbH die letzte Flasche des Heilwassers abgefüllt. Inzwischen gibt es neue Pläne für ein Therapiezentrum und auch für die weitere Nutzung der Heilquelle. Mal sehen, was daraus wird.
Ich bin heute bei bestem Altweibersommerwetter (was für ein Wort) mit meiner Holden im Kurpark, um das Wetter, den tollen Himmel und anschließend eine Aufführung des Freischütz im Goethe-Theater zu genießen. Ich sag nur soviel: Die Aufführung war grandios.

Kaspar und Max beim Gießen von Freikugeln in der Wolfsschlucht

198/365 Freikugeln in der Wolfsschlucht

17.07.2015
Wir, meine Holde und ich, besuchen nun schon zum sechsten Mal Aufführungen im Rahmen der Domstufenfestspiele in Erfurt. In diesem Jahr freue ich mich besonders auf den Freischütz, deren Musik ich schon so oft gehört, die ich aber noch nie als Opernaufführung erlebt habe. Nun ja, der Abend war schön warm und trocken, die Kulisse war düster, das Publikum gespannt und dann sollte es losgehen. Es ging auch los aber nicht etwa mit der wundervollen Musik der Ouvertüre, die wurde einfach weggelassen, sondern unvermittelt mit der 1. Szene. Da war ich dann doch irritiert und kann den Entschluss bis jetzt nicht nachvollziehen. Es kamen noch ein paar andere Ungereimtheiten dazu, die Zeitungen Thüringens haben sich dazu geäußert. Die Szene in der Wolfsschlucht war zumindest optisch toll inszeniert. Am Ende war das Publikum größtenteils zufrieden und glücklich. Jedenfalls freue ich mich schon auf nächstes Jahr mit der Aufführung von Tosca und natürlich wieder mit uns im Publikum.