Stadtmauer in Halle am Waisenhausring mit rot leuchtendem Blattschmuck von wildem Wein

307/365 Stadtmauer mit Blattschmuck im Streiflicht

03.11.2015
Ein kleiner Ausschnitt aus Resten der ehemaligen Stadtmauer am Waisenhausring. Außerhalb dieser Mauern legte August Hermann Francke in diesem Abschnitt der Stadtbefestigung 1698 den Grundstein für sein Historisches Waisenhaus. Wer von der »Schorre« kommend die Franckeschen Stiftungen durchquert, stößt unweigerlich hinter der Unterführung der Hochstraße nach Halle-Neustadt auf den Waisenhausring. Der Bewuchs mit wildem Wein schmückt die mächtige Steinmauer und setzt farbliche Akzente.

Portal der Franckeschen Stiftungen in Halle am Abend im Herbst

296/365 Mit Flügeln wie Adler zum Welterbe

23.10.2015
»Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler« (Jes. 40.31)
Dieser Bibeltext schmückt das Portal des Haupthauses der Franckeschen Stiftungen, darüber eine Abbildung von zwei zur Sonne auffliegenden Adlern, die zum bildlichen Symbol der Franckeschen Stiftungen wurden. Der Stifter selbst ließ den Bibelspruch einmeißeln.
Über August Hermann Francke (1663-1727) sein Schaffen, seine Stiftung könnte man allein mehrere Bücher schreiben und kommt dabei von einem Superlativ zum nächsten:

  • Das Gelände der Franckeschen Stiftungen umfasst 16 Hektar und beherbergt unter anderem das längste Fachwerkhaus Europas mit einer Länge von 110 Metern.
  • Das Cansteinsche Bibelkabinett, eine Einrichtung der Franckeschen Stiftungen, ist die älteste Bibelanstalt der Welt. Hier wurden zwischen 1712 und 1934 mehr als acht Millionen Bibeln in vielen Sprachen gedruckt.
  • In den Stiftungen befindet sich der älteste erhaltene profane Bibliotheksbau Deutschlands.
  • Die Franckeschen Stiftungen sind Heimstatt des ältesten weltlichen Knabenchores in Deutschland, dem Stadtsingechor.
  • Das Gebäude des ältesten Kinderkrankenhauses in Deutschland ist ebenfalls Teil der Stiftungen.
  • Als erstes Waisenhaus gehen die Franckeschen Stiftungen ins Rennen um die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe. Die Entscheidung darüber soll im Jahr 2016 fallen.
Straßenmusikant Leander Taum beim Musizieren in einer Straßenunterführung in Halle vor Graffity mit lachenden Kindergesichtern

285/365 Gastspiel

12.10.2015
»Ich bin Leander Taum, Liedermacher, Bürgerrechtler und Stasiaufklärer…«, so beginnt der Leipziger Kult-Straßenmusiker von der Sachsenbrücke am Clara-Zetkin-Park (Clara-Park bei den Leipzigern) in einem »Auftrittsmitschnitt« aus dem Zentrum Leipzigs bei lausiger Kälte und bei youtube zu bewundern. Was wäre die Welt ohne Paradiesvögel und originelle unterhaltsame Typen? Heute gibt Leander ein »Gastspiel« in der Unterführung vom Waisenhausring zu den Franckeschen Stiftungen in Halle, wo ich ihn kurz vor neun Uhr am Abend auf meinem Heimweg vom Spanischunterricht nicht zweimal um ein Foto bitten muss. Wir unterhalten uns dann noch ein wenig. Was ich nicht verstehe ist, warum er sich nicht einen anderen Platz oder wenigstens eine andere Tageszeit ausgesucht hat. Während wir reden und ich ein paar Fotos schieße, kommt kein einziger Mensch vorbei. Der wahre Künstler genügt sich selbst.

PS: Ich muss am Rechner erkennen, dass meine Kompaktkamera bereits bei ISO 400 überfordert ist. Mann, Mann, Mann.

Graffiti-Künstler Michael Gensen beri der Arbeit am aktuellen Street-Art-Projekt in Halles Innenstadt

180/365 Kinder sind Zukunft

29.06.2015
»Kinder sind Zukunft« ist das zentrale Thema eines aktuellen Street-Art-Projektes welches momentan in der Unterführung vom Waisenhausring zu den Franckeschen Stiftungen in Halles Innenstadt realisiert wird. Seit einigen Wochen arbeiten die beiden professionellen Graffiti-Künstler (pigmente) Michael Gensen (im Bild) und Enrico Markendorf (Ricoarts) an der großflächigen Umsetzung der Vorlagen, die sie zuvor aus fotografierten Kinderportraits mittels Photoshop erstellt haben. Gefördert wird dieses Projekt zur Verschönerung unseres Stadtbildes vom Straßenbauamt der Stadt Halle, das zuvor dem Antrag zustimmen musste und schließlich Geld für die kreative Realisierung des Vorhabens zur Verfügung stellte. Ich hoffe nur, dass wir uns lange an dem Kunstwerk erfreuen können, ohne dass Schmierfinken es zu »verschönern« suchen. Das Künstlerduo hat übrigens bereits an anderen Orten in Halle großflächige »Hingucker« installiert, so am Bahnhof, wo sie Halles berühmtesten »Barocker«, G.F. Händel, ein tolles Motiv widmeten. Dieses bekommt in meinem Jahresprojekt mit Sicherheit auch noch einen Platz.

Denkmal für August-Hermann Francke mit Blumen geschmückt

86/365 »Er vertrauete Gott«

27.03.2015
Der Titel offenbart nicht etwa Rechtschreibschwächen des Autors, sondern gibt die Inschrift des Denkmals für August Hermann Francke in den Franckeschen Stiftungen zu Halle wider. Vor wenigen Tagen jährte sich sein Geburtsdatum zum 352. Mal, daher der reichhaltige Blumenschmuck. Das erste Mal, dass ich eine Ahnung davon bekam, wie bedeutsam der Mann für die Geschichte des Humanismus war und ist, war, als mich vor vielen Jahren in Halle Ausländer auf Englisch fragten, wie sie zu den Stiftungen und zur berühmten Bibliothek der Franckeschen Stiftungen kämen. Ich wohnte zum damaligen Zeitpunkt bereits mehrere Jahre in Halle und hatte bis dahin noch keinen Fuß in das berühmte Waisenhaus gesetzt. So lange ich mich erinnere, wird auf dem Stiftungsgelände gebaut. Inzwischen haben sich auf dem Stiftungsgelände mehr als 50 Einrichtungen etabliert, darunter vier Schulen, Institute der Martin-Luther-Universität, die Kulturstiftung des Bundes und das Deutsche Jugendinstitut. Die Stadt Halle und die Franckeschen Stiftungen haben es sich zum Ziel gesetzt, offiziell in das UNESCO Welterbe aufgenommen zu werden, ein tolles Vorhaben, das hoffentlich erfolgreich abgeschlossen werden kann.