Leuchtend blaue Steinfrüchte des Schlehdorns (Prunus silvestris), auch Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Schwarzdorn genannt.

350/365 Multrecker

16.12.2015

Multrecker, so heißen die kleinen blauen Früchte des Schlehdorns (Prunus spinosa), auch Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Schwarzdorn oder Deutsche Akazie genannt, in Norddeutschland. Wer die Steinfrüchte vorsichtig zerkaut, weiß, warum sie so genannt werden. Jetzt haben sie allerdings schon ein paar frostige Nächte hinter sich, weshalb sie nicht mehr so viel astringierende Gerbstoffe enthalten. Da fällt mir spontan ein, dass ich meinen Schlehenlikör, den ich vor einigen Wochen angesetzt habe, testen sollte (angesetzt mit Gin – sehr lecker).

Beim Schein einer Kerze wird ein Glas mit Rotwein gefüllt

336/365 Sinn oder Unsinn des Lebens

02.12.2015

Rotwein ist für alte Knaben
eine von den besten Gaben.
(Wilhelm Busch)

Diese Lebensweisheit, die der bärtige Dichter seinem Rektor Debisch in »Abenteuer eines Junggesellen« durch den Kopf gehen ließ, trifft meine volle Zustimmung. Oder in Anlehnung an den großen Humoristen und Weltversteher Loriot: »Ein Abend ohne Rotwein ist möglich, aber sinnlos.« Und, es gibt so viele schöne Rotweine, Meisterwerke der Winzer. Klar ist aber auch, nur die wenigsten können sich Spitzenwerke der Winzerkunst auch leisten. Ich wollt´, ich gehörte dazu. Sei´s drum. Auf jeden Fall hat auch der große deutsche Nationaldichter Goethe Recht, dem der Ausspruch zugeschrieben wird, »das Leben ist kurz, um schlechten Wein zu trinken.«  Und damit belasse ich es heute. Ein Prosit der Gemütlichkeit.

 

 

Flammlachs auf Kiefernplanke rund um ein Birkenholzfeuer aufgestellt

335/365 Leumulohi

01.12.2015

Auf dem Weihnachtsmarkt wird im finnischen Dorf unserer Partnerstadt Oulu frischer Flammlachs (»Leumulohi«) bereitet. Dazu werden Lachsseiten gewürzt und leicht eingeschnitten sowie anschließend mit Holznägeln auf Kiefernbretter befestigt. Diese werden dann steil um ein kleines Birkenholzfeuer gestellt und ab und an umgedreht bis der Fisch gar ist. Im finnischen Dörfchen gibt es zudem kleine Maränen, Delikatessen vom Rentier und natürlich Glögi, die finnische Glühweinvariante, die mir persönlich zu süß ist. An einem anderen Stand gibt es zahllose Honigsorten aus dem skandinavischen Land. Während meine Holde bei Himbeerhonig schwach werden könnte, komme ich bei den kräftigen Sorten von Butterblumen oder Buchweizen ins Schwärmen.

Finnisch zu lernen stelle ich mir als extrem schwierig vor. »Halle ja Oulu ovat ystävyyskaupunkeja.« Wer das aussprechen kann, hat sich angeblich einen Gratis-Glögi verdient (auf Deutsch: »Halle und Oulu sind Partnerstädte.«). Ob er ihn am Stand auch bekommt, müsste ich einmal ausprobieren, aber wie?

 

 

Selbst hergestellte Trüffel-Pralinen mit einer feinen Himbeerganache

326/365 Trüffelzeit

22.11.2015

Neues aus der Pralinenmanufaktur: Nachdem meine Holde in der ältesten Schokoladenmanufaktur Deutschlands (heute: Halloren Schokoladenfabrik AG)  an einem Seminar zur Herstellung dieser Köstlichkeiten teilgenommen hat, verwandelt sie als Hobbychocolatiere in der kühlen Jahreszeit mitunter unsere Küche in ihre Confiserie et Chocolaterie, wo Meisterwerke entstehen. Während der Herstellung ist sie total konzentriert und niemand darf stören oder hineinreden. Nach Fertigstellung darf dann gekostet und gelobt werden, was ich natürlich nur zu gern tue. Hhhhmmm, die Füllung, diese Himbeer-Ganache, ein Traum. Ganache, die Füllung, klingt schon so nach Naschen.

Avocado mit Birne und Orange überbacken mit Blauschimmelkäse

318/365 Avocado mit Birne und Blauschimmelkäse aus dem Ofen

14.11.2015

Heute beschränkte sich mein Beitrag an diesem köstlichen Abendmahl auf das Beschaffen der Zutaten. Zubereitet wurde es von meiner Holden:

Avocado aushölen, klein schneiden, Birne ebenso klein schneiden und mit der Avocado vermengen, entweder etwas Zitronensaft oder Orangensaft zugeben, nach Belieben würzen (z.B. Knoblauch, Chili…). Die Mischung wieder in die Avocadoschalen füllen, mit Olivenöl beträufeln, mit Scheiben von herzhaftem Blauschimmelkäse bedecken und ab in den Ofen. Die kross gebratenen Speckscheiben setzen einen tollen rauchigen Kontrapunkt, können natürlich gern weggelassen werden, aber nicht von mir.

Beim Schreiben läuft mir in der Erinnerung an den Genuss das Wasser im Munde zusammen. Ich glaube, das machen wir bald einmal wieder.

Straußen-Claus aus Wittenberg an seinem Verkaufsstand auf dem Marktplatz zum Halleschen Lichterfest

311/365 Straußen-Claus

07.11.2015

Der Vogel Strauß ist groß und kräftig,
seine Steaks nur klein und deftig.
Treten kann er furchtbar heftig,
seine Eier sind gar mächtig!

(Ina Klutzkewitz »Der Vogel Strauß« – 1. Strophe)

Billy Etheridge von ZZ Top lässt grüßen: Michael Schütze, alias Straußen-Claus aus Wittenberg, ist ein uriger Typ, ein Original, auch wenn er keinen Südstaaten-Blues-Rock spielt. Volksfeste, Markttreiben wie heute zum Lichterfest in Halle leben von solchen schillernden Erscheinungen. Straußen-Claus bietet neben fleischlichen Genüssen vom Strauß, von allerlei Wild oder Wollschwein kurzweilige und bislang leicht frivole Unterhaltung und ist immer zu einem Späßchen aufgelegt. Er ist nicht nur auf Jahrmärkten in der Region unterwegs sondern lässt sich auch gern für größere Veranstaltungen mitsamt seinem Versorgungsstand buchen. Um das Foto musste ich nicht zweimal bitten. Kommunikation ist alles. Straußen-Claus lebt das.

Himbeerliköransatz - fertig zum Abfüllen in eine Flasche

298/365 Himbeerlikör

25.10.2015
Im Sommer war ich mehrmals auf einer nahen Plantage Himbeeren pflücken. Den größten Teil der Ernte hat meine Holde zu köstlicher Konfitüre verwandelt. Etwa ein Kilogramm der fotogenen Sammelsteinfrüchte habe ich mit Alkohol veredelt und jetzt ist endlich die Zeit gekommen, den Likör abzugießen und ertmals zu verkosten. Mal sehen, was wir mit den Beeren noch anstellen. Vielleicht Marmelade kochen, nach deren Genuss die Fahrtüchtigkeit leidet?

Gegrillte Scheiben vom Butternut-Kürbis mit Tomatensugo

286/365 Sinnenfrohe Mittagspause

13.10.2015
Heute gibt es bei mir »Fast-Food«. Das sieht so aus, dass ich einen halben Butternut-Kürbis entdecke, der noch von der vorigen Woche übrig geblieben ist, Tomaten haben wir sowieso immer da und los geht´s:
In einer kleinen Kasserolle bereite ich aus Zwiebeln, einem kleinen Porree-Rest, Tomaten, Olivenöl, Ingwer, Knoblauch, Harissa, Madras-Curry, frischem Thymian und Oregano, Zucker und Salz einen leckeren und feurigen Tomaten-Sugo. In der Zwischenzeit brutzeln Kürbisscheiben (nur mit Olivenöl bepinselt) in der Grillpfanne. Die Kürbisscheiben werden anschließend nur mit ein wenig grobem Meersalz bestreut und schon ist ein leckeres Essen fertig. Das dauerte tatsächlich nur wenige Minuten, war eine schöne Pausengestaltung und hat sowohl bei der Zubereitung als auch beim Genießen sehr viel Spaß gemacht, ein sinnliches Festival.

Reiche Pilzernte im Herbst

268/365 Reiche Pilzernte

25.09.2015
Heute hat es sich mal so richtig gelohnt, durch verschiedene Waldstücke zu stromern. Pilze suchen macht erst so richtig Spaß, wenn man auch welche findet. Obwohl die Kiefernwälder in der Brandenburgischen Streusandbüchse, zu der auch die Prignitz gerechnet werden muss, nicht gerade für Artenvielfalt bekannt sind, konnte ich doch einiges zusammentragen: Steinpilz, Pfifferling, Marone (ohne Ende), Täublinge, Perlpilz, Parasolpilz, Flockenstieliger Hexenröhrling, Violetter Rötelritterling, Lilastieliger Rötelritterling, Hallimasch und Krause Glucke.
Das reicht für mehrere Pilzmahlzeiten, wobei ich nicht alle Pilze miteinander mische. Halimasch wird getrocknet, die Krause Glucke bereite ich separat, nur mit Butter und etwas Ziwebel zu, damit sie ihr eigenes Aroma, eigenen Geschmack voll entfalten kann.

Weintrauben auf schwarzem Untergrund im Waserstrahl

266/365 Spritziges Vergnügen

23.09.2015
Heute, zum Herbstanfang, mache ich endlich wahr, was ich mir schon lange vorgenommen hatte: Ich versuche Weintrauben im Wasserstrahl zu fotografieren, ohne das ganze Bad unter Wasser zu setzen. Im Versuchsaufbau habe ich mit unterschiedlichen Belichtungszeiten experimentiert. Da die Grundeinstellungen so waren, dass das Foto ohne Blitz völlig schwarz blieb, wurden die Wassertropfen lediglich durch die kurze Abbrennzeit der Blitzgeräte eingefroren. Um diese möglichst kurz zu halten, stellte ich beide Blitzgeräte (jeweils Leitzahl 58) auf 1/128 ihrer maximalen Leistung. Dazu mussten sie natürlich gefährlich nahe am Objekt also am Wasserstrahl stehen. Deshalb wurden sie in »Duschhauben« (Plastiktüten) gepackt. Mir hat es Spaß gemacht und der Aufwand beim Aufräumen hielt sich in annehmbaren Grenzen. Weitere »Wasserspiele« werden folgen.