Flammlachs auf Kiefernplanke rund um ein Birkenholzfeuer aufgestellt

335/365 Leumulohi

01.12.2015

Auf dem Weihnachtsmarkt wird im finnischen Dorf unserer Partnerstadt Oulu frischer Flammlachs (»Leumulohi«) bereitet. Dazu werden Lachsseiten gewürzt und leicht eingeschnitten sowie anschließend mit Holznägeln auf Kiefernbretter befestigt. Diese werden dann steil um ein kleines Birkenholzfeuer gestellt und ab und an umgedreht bis der Fisch gar ist. Im finnischen Dörfchen gibt es zudem kleine Maränen, Delikatessen vom Rentier und natürlich Glögi, die finnische Glühweinvariante, die mir persönlich zu süß ist. An einem anderen Stand gibt es zahllose Honigsorten aus dem skandinavischen Land. Während meine Holde bei Himbeerhonig schwach werden könnte, komme ich bei den kräftigen Sorten von Butterblumen oder Buchweizen ins Schwärmen.

Finnisch zu lernen stelle ich mir als extrem schwierig vor. »Halle ja Oulu ovat ystävyyskaupunkeja.« Wer das aussprechen kann, hat sich angeblich einen Gratis-Glögi verdient (auf Deutsch: »Halle und Oulu sind Partnerstädte.«). Ob er ihn am Stand auch bekommt, müsste ich einmal ausprobieren, aber wie?

 

 

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Avocado mit Birne und Orange überbacken mit Blauschimmelkäse

318/365 Avocado mit Birne und Blauschimmelkäse aus dem Ofen

14.11.2015

Heute beschränkte sich mein Beitrag an diesem köstlichen Abendmahl auf das Beschaffen der Zutaten. Zubereitet wurde es von meiner Holden:

Avocado aushölen, klein schneiden, Birne ebenso klein schneiden und mit der Avocado vermengen, entweder etwas Zitronensaft oder Orangensaft zugeben, nach Belieben würzen (z.B. Knoblauch, Chili…). Die Mischung wieder in die Avocadoschalen füllen, mit Olivenöl beträufeln, mit Scheiben von herzhaftem Blauschimmelkäse bedecken und ab in den Ofen. Die kross gebratenen Speckscheiben setzen einen tollen rauchigen Kontrapunkt, können natürlich gern weggelassen werden, aber nicht von mir.

Beim Schreiben läuft mir in der Erinnerung an den Genuss das Wasser im Munde zusammen. Ich glaube, das machen wir bald einmal wieder.

Fenster mit Insignien der Landwirtschaft über dem Portal zur landwirtschaftlichen an der Martin-Luther-Universität in Halle, der ältesten landwirtschaftlichen Forschungseinrichtung in Deutschland

314/365 »Das beste Wappen in der Welt ist der Pflug im Ackerfeld.«

10.11.2015

Wo der Bauer arm ist, ist das ganze Land arm.

(Sprichwort)
Hier wurde im Februar 1863 auf Erlass des Preußenkönigs Wilhelm I. das Landwirtschaftliche Institut an der Philosophischen Fakultät der damaligen Vereinigten Friedrichs-Universität in Halle gegründet, die älteste landwirtschaftliche Forschungs- und Lehreinrichtung an einer deutschen Universität. Der Gründer und erste Inhaber des Lehrstuhls, Julius Kühn, war im April 1862 zum ersten ordentlichen Professor für Landwirtschaft an die Universität berufen worden. In seinen 47 Jahren als Institutsleiter erwarb und besiedelte er nach und nach ein großes Areal, das heute den Steintor-Campus bildet. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich die landwirtschaftliche Fakultät in Halle zum Mekka für Landwirtschaftsstudenten aus dem Ausland. Heute hat die älteste landwirtschaftliche Fakultät Deutschlands ihre Selbstständigkeit verloren, die Agrarwissenschaft ist heute ein Teil der Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Das Fenster mit Insignien der Agrarwirtschaft ziert das ehemalige Portal zur landwirtschaftlichen Fakultät in der Ludwig-Wucherer-Straße. In über 3 m Höhe war es für mich nicht einfach zu fotografieren.

Zwei Kleine Münsterländer bewachen die Jagdbeute, ein geschossenes Kalb vom Damwild

291/365 Ebby und Aura am Hirschkalb

18.10.2015
Da ich auf dem Lande aufgewachsen bin, hatte ich immer ein enges Verhältnis zu Tieren auch zu denen, die von vornherein für den Verzehr gehalten wurden, woraus nie ein hehl gemacht wurde. Genauso verhält es sich mit der Jagd, auch wenn ich selbst kein Jäger bin und es wohl auch nie werde. Ich weiß aber und erlebe es häufig, dass die Menschen in unserer Gesellschaft immer mehr von den Quellen ihrer Ernährung entfremdet werden. Ich will hier keine Diskussion zur Jagd heraufbeschwören. Zwei Dinge möchte ich anmerken. Die Leber war köstlich und die Jagdhunde mit ausgeprägtem Jagdtrieb kostete es große Anstrengung, bei dem Anblick und »Duft« des erlegten Tieres nicht durchzudrehen. Die Hunde wurden übrigens mit für sie leckeren Innereien belohnt obwohl sie bei der Jagd in diesem Fall nichts zu tun hatten. Das Kalb hatte den Schuss, den es traf, nicht gehört. Es war sofort tot. Waidmannsheil.

Gegrillte Scheiben vom Butternut-Kürbis mit Tomatensugo

286/365 Sinnenfrohe Mittagspause

13.10.2015
Heute gibt es bei mir »Fast-Food«. Das sieht so aus, dass ich einen halben Butternut-Kürbis entdecke, der noch von der vorigen Woche übrig geblieben ist, Tomaten haben wir sowieso immer da und los geht´s:
In einer kleinen Kasserolle bereite ich aus Zwiebeln, einem kleinen Porree-Rest, Tomaten, Olivenöl, Ingwer, Knoblauch, Harissa, Madras-Curry, frischem Thymian und Oregano, Zucker und Salz einen leckeren und feurigen Tomaten-Sugo. In der Zwischenzeit brutzeln Kürbisscheiben (nur mit Olivenöl bepinselt) in der Grillpfanne. Die Kürbisscheiben werden anschließend nur mit ein wenig grobem Meersalz bestreut und schon ist ein leckeres Essen fertig. Das dauerte tatsächlich nur wenige Minuten, war eine schöne Pausengestaltung und hat sowohl bei der Zubereitung als auch beim Genießen sehr viel Spaß gemacht, ein sinnliches Festival.

Drei Konservendosen zum Tag der Konservendosen

237/365 Konservativ muss nicht schlecht sein

25.08.2015
Heute ist Tag der Konservendose. Wikipedia weiß hierzu, dass Napoleon 1795 einen Preis von 12.000 Goldfranc für ein Verfahren auslobte, mit dem man Nahrungsmittel haltbar machen und die Soldaten ernähren konnte, ohne die Bevölkerung zu plündern.
Für seine Idee, Nahrungsmittel in luftdicht verschlossenen Glasflaschen zu erhitzen und dadurch für mehrere Jahre haltbar zu machen, erhielt der Pariser Zuckerbäcker und Konditor Nicolas Appert schließlich 15 Jahre später das Preisgeld. Immerhin konnte man damit »alle animalischen und vegetabilischen Substanzen nähmlich alle Gattungen Fleisch, Geflügel, Wildpret, Fische, Zugemüse, Kuchen – Arzneygewächse, Früchte, Sulzen, Säfte; ferner Bier, Kaffeh, Thee u.s.w. in voller Frische, Schmackhaftigkeit und eigenthümlicher Würze mehrere Jahre« erhalten. 1810 kam schließlich der Brite Peter Durand auf die Idee, zu diesem Zweck Blechkanister zu verwenden, ließ sich das Ganze im selben Jahr noch patentieren und gilt somit als Erfinder der Konservendose. Drei Jahrte später produzierten die Briten Donkin und Hall Konserven, die sie an die britische Armee lieferten. Forschung und Entwicklung für das Militär schenkte uns diese Errungenschaft. Bitte jetzt keine Haltung des Blogautors aus der letzten Aussage ableiten.
Eigentlich wollte ich ursprünglich darüber fabulieren, was man alles so konservieren kann (unabhängig von Konservendosen) und wozu in der Vergangenheit Konservendosen so alles gut zu gebrauchen waren. Auch der Aufbau unterschiedlicher Dosen ist ein spannendes Thema. Aber das führt dann jetzt doch zu weit.