Treppenaufgang und Flurfenster mit schöner Bleiverglasung in unserem etwa hundertjährigen Haus in Halles Innenstadt

359/365 Fenster zum Hof

25.12.2015

Ich habe am 80. Projekttag bereits ein Detail des Flurfensters abgelichtet und über die Verglasung berichtet. Damals hatte ich mir vorgenommen, auch das gesamte Fenster einmal zu zeigen. Viel Zeit bleibt mir im Jahresprojekt nicht mehr, morgen geht es über den Jahreswechsel mit Freunden nach Oberösterreich, also muss es heute passieren.

Das komplette Flurfenster im Treppenhaus zum Hof mit aufwendig gestalteter Bleiverglasung.

Das komplette Flurfenster im Treppenhaus zum Hof mit aufwendig gestalteter Bleiverglasung.

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Kaufmannsfigur an Hausfassade am Alten Markt 26 in Halle

357/365 Soll und Haben

23.12.2015

Der Kaufmann ziert die Ecke eines uralten Hauses am Alten Markt in Halle. Gebaut wurde es im 16. Jahrhundert, die Grundmauern sollen gar  aus dem 13. Jahrhundert stammen. Der Kaufmann allerdings wurde erst 1933 nach Sanierung des Hauses vom damaligen Besitzer  Hermann Luther angebracht und soll große Ähnlichkeit mit selbigem aufweisen.

Der Kaufmann ist nicht der einzige Hingucker am Aten Markt 26, die Giebelwand ziert eine Kanonenkugel, noch dazu eine goldene.

Kaufmannsfigur am Alten Markt 26 in Halle. An der Gibelwand findet sich eine goldene Kanonenkugel sowie eine Inschrift zum Gedenken an die Napoleonischen Befreiungskriege und den Beschuss der Stadt mit Kononen.

Kaufmannsfigur am Alten Markt 26 in Halle. An der Giebelwand findet sich eine goldene Kanonenkugel sowie eine Inschrift zum Gedenken an die Napoleonischen Befreiungskriege und den Beschuss der Stadt mit Kanonen.

Die Inschrift auf der Tafel unter der eingemauerten Kanonenkugel »Bedenke am 28. April 1813. Schmidt.« gibt bis heute Rätsel auf. Vielleicht ist ein Schmied oder ein Mann Namens Schmidt bei dem Beschuss ums Leben gekommen?

Kanonenkugel_1809

Goldene Kanonenkugel und Inschrift erinnern an den Beschuss der Stadt durch Truppen Napoleons im Jahr 1813.

 

Wohn- und Geschäftshaus neben der Kulturinsel in der Großen Ulrichstraße in Halle am Abend

341/365 Historismus?

07.12.2015

Die Große Ulrichstraße schlängelt sich vom Marktplatz in nördliche Richtung zwischen zahlreichen architektonisch wertvollen Wohn- und Geschäftshäusern entlang zum Hansering. Hier, im Foto festgehalten, beschreibt sie eine S-Kurve vor der Kulturinsel mit Neuem Theater, einem Kaufhaus im Stile des Historismus der Architekten Albert und Ernst-Heinrich Giese ausweichend. Beide gründeten 1883 in Halle das Atelier für Architektur und Kunstgewerbe / Bauausführung  und betrieben es bis 1922. Die kreativen und schaffensfreudigen Brüder hinterließen in Halle zahlreiche Spuren ihres Könnens. Das Kaufhaus in der Großen Ulrichstraße 49 zieht seit vielen Jahren als Modehaus besonders weibliche Kunden an und bietet einer großen Anwaltskanzlei attraktive Geschäftsräume. Der als Historismus beschriebene Baustil war im 19. Jahrhundert in der Architektur verbreitet, griff auf ältere Stilrichtungen zurück und kombinierte diese nach Herzenslaune, quasi ein Stilpluralismus.

Altes und neues Rathaus von Chemnitz mit Weihnachtsmarkt am Vorabend zum ersten Advent 2015

332/365 Weihnachtsmarkt in Chemnitz

28.11.2015

Freunde haben uns seit langem eingeladen, sie doch einmal in Chemnitz (zwischenzeitlich »Goarl-Moargs-Schdadd«) zu besuchen und so haben wir uns auf das erste Adventswochenende geeinigt. Petrus hat es am Samstag dafür sogar schneien lassen. Nachdem wir am Nachmittag dem höher gelegenen und komplett verschneiten Marienberg im Erzgebirge einen Besuch abgestattet hatten, ging es am Abend auf den Weihnachtsmarkt rund um die Rathäuser von Chemnitz. Hier herrschte eine tolle Atmosphäre. Weiträumig angelegt, gab es einen mittelalterlichen Bereich und daneben zahllose Verkaufsstände für kleine und feine »Steh-im-Weg«, eine Bühne und natürlich Stände für das leibliche Wohlergehen. Diese Weiträumigkeit hat sich Chemnitz allerdings teuer erkauft; nach dem zweiten Weltkrieg war von Chemnitz nicht mehr viel übrig geblieben, 80% der Stadt waren komplett zerstört. Heute wirbt Chemnitz für sich als Stadt der Moderne. Wir behalten das im Auge.

Projektion eines Bogenfensters durch tiefstehendes Sonnenlicht an einer weißen Wand - daneben streift das Licht das Gehäuse einer riesigen maritrimen Schnecke (Queen Conch)

325/365 Die Queen der Meeresschnecken im Streiflicht

21.11.2015

Eigentlich wollte ich die Fensterfront meines Büros mit Pflanzen im Streiflicht der Nachmittagssonne ablichten. Das Ergebnis hat mir sogar gefallen. Aber dann sah ich an der Seitenwand die Projektion des Fensters mit der Bougainvillea und neben dem Schattenriss das vom Seitenlicht gestreifte Gehäuse einer riesigen karibischen Meeresschnecke, der Queen Conch (Große Fechterschnecke oder Riesen-Flügelschnecke (Lobatus gigas bzw. Eustrombus gigas).

Halles Beyschlagstraße in der Abenddämmerung

309/365 Die Stadt als Denkmal

05.11.2015
Halles Altstadt mit ihren Bürgerhäusern, Kirchen und Parks stellt das größte architektonische Flächendenkmal Europas dar (PUBLICPRESS: Stadtplan Halle/Saale). Egal, ob das stimmt oder etwas zu hoch gehängt wurde, die Altstadt ist faszinierend, und der aufmerksame Spaziergänger kann an jeder Ecke irgendetwas Neues und Interessantes entdecken. Allein die kurze Beyschlagstraße in der südlichen Innenstadt ist zu jeder Zeit und aus jeder Richtung fotogen. Sie verläuft leicht geschwungen, von der »Schorre« kommend sanft ansteigend und ist gesäumt von abwechselungsreicher Architektur aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Ich probiere es heute einfach mal ohne Stativ mit der Kompaktkamera und Selbstauslöser im Abendlicht.

Portal der Franckeschen Stiftungen in Halle am Abend im Herbst

296/365 Mit Flügeln wie Adler zum Welterbe

23.10.2015
»Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler« (Jes. 40.31)
Dieser Bibeltext schmückt das Portal des Haupthauses der Franckeschen Stiftungen, darüber eine Abbildung von zwei zur Sonne auffliegenden Adlern, die zum bildlichen Symbol der Franckeschen Stiftungen wurden. Der Stifter selbst ließ den Bibelspruch einmeißeln.
Über August Hermann Francke (1663-1727) sein Schaffen, seine Stiftung könnte man allein mehrere Bücher schreiben und kommt dabei von einem Superlativ zum nächsten:

  • Das Gelände der Franckeschen Stiftungen umfasst 16 Hektar und beherbergt unter anderem das längste Fachwerkhaus Europas mit einer Länge von 110 Metern.
  • Das Cansteinsche Bibelkabinett, eine Einrichtung der Franckeschen Stiftungen, ist die älteste Bibelanstalt der Welt. Hier wurden zwischen 1712 und 1934 mehr als acht Millionen Bibeln in vielen Sprachen gedruckt.
  • In den Stiftungen befindet sich der älteste erhaltene profane Bibliotheksbau Deutschlands.
  • Die Franckeschen Stiftungen sind Heimstatt des ältesten weltlichen Knabenchores in Deutschland, dem Stadtsingechor.
  • Das Gebäude des ältesten Kinderkrankenhauses in Deutschland ist ebenfalls Teil der Stiftungen.
  • Als erstes Waisenhaus gehen die Franckeschen Stiftungen ins Rennen um die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe. Die Entscheidung darüber soll im Jahr 2016 fallen.
in der ehemaligen Aufzughalle des Parkhauses Pfännerhöhe in Halle

283/365 Im Parkhaus

10.10.2015
Das Industriedenkmal Parkhaus in der Pfännerhöhe von Halle stand mir bereits zweimal Modell (Parken im Denkmal sowie Parkhaus), beide Male von außen. Heute war das Tor geöffnet, so dass ich die Gelegenheit nutzte und vor dem automatischen Verschließen hineingelangte. Wegen der Formen und grafischen Wirkung der Konstruktion aus Stahl und Glas entschloss ich mich zur schwarz-weiß-Entwicklung der Rohdaten.

Schwere Eichentür mit Versorgungsluke zum Verlies im Stumpfen Turm zu Lenzen

276/365 Tor zum Verlies

03.10.2015
Diese kleine von den Zeiten gezeichnete, einst sehr stabile Tür mit schwerem Schloss gehört zum Stumpfen Turm in Lenzen (Elbe), Teil der ehemaligen Stadtbefestigung, Reste der Stadtmauer aus Feld- und Backsteinen sind heute noch zu sehen.
Der Turm war Torturm des Bergtors, eines von drei Lenzener Stadttoren (neben Heidetor und Seetor). An den Toren wurde Zoll erhoben. Zum Stumpfen Turm gelangte man über zwei Brücken jeweils mit Vortor und Zugbrücke. Nachts war das Stadttor vorsorglich verschlossen. Nach zunehmendem Verfall der Stadtmauern wurde das Bergtor 1758 abgerissen, das ehemalig kegelförmige Dach des Turmes stürzte ein und seitdem heißt er im Volksmund bis heute nur noch Stumpfer Turm.
Der Stumpfe Turm wurde nach dem Abriss des Tores als Gefangenenturm (Verlies) genutz. Man musste sich schon ganz schön bücken, um hinein- und auch wieder hinauszukommen. Die kleine Luke in der Tür war für die Übergabe der Verpflegung gedacht. Die Angehörigen hatten sich damals gefälligst selbst um die Verpflegung der Delinquenten zu kümmern.

Innenhof des ComCenters in Halles Zentrum - ehemaliger Sitz der SED-Bezirksleitung heute Veranstaltungslocation

273/365 Zum Salsakurs ins »Cafe Böhme«

30.09.2015
Auf dem Weg zum Salsa-Kurs habe ich eine kleine Kompaktkamera dabei, da für heute noch kein Bild »im Kasten« ist. Kurz vor sieben dämmert es, die Straßenbeleuchtung ist bereits eingeschaltet. Wir nähern uns der Rückseite des ComCenters.
In der DDR saß hier (Leninallee 70) die SED-Bezirksleitung. Nach für DDR-Verhältnisse luxuriösem Umbau wurde das Objekt im Volksmund nur noch »Cafe Böme« (Achim Böhme: Mitglied des Politbüros und 1. Sekretär der Bezirksleitung der SED) genannt. 1989 war das »Cafe Böhme« Ziel der Montagsdemos, die »Böhme komm raus!« forderten. Heute ist das ComCenter in der Merseburger Straße/Willy-Brandt-Straße eine Tagungs- und Veranstaltungslocation. Wenn Maxim jeweils am ersten Freitag im Monat zur Salsaparty das musikalische Parkett bereitet, kommen die Fans aus einem weiten Umkreis (zum Teil über 100 km) angereist, um eine tolle Party zu feiern. Im Erdgeschoss, unserem Ziel heute, betreibt Maria mit ihrem Mann einen Catering-Service mit Kantine und Imbiss. Jeden Mittwoch öffnet sie für unseren Salsakurs mit etwa 10 Paaren von 19 bis ca. 23 Uhr die Bar. Erst ist Kurs, danach wird noch bei dem einen oder anderen Getränk geplaudert und getanzt.
Der Innenhof des ComCenters ist bei Tageslicht betrachtet nicht gerade fotogen. Jetzt, am Abend mit der Mischung aus natürlichem Umgebungslicht und künstlicher Beleuchtung wirkt es wesentlich sympatischer. Ein Trick, den auch viele Hotels, die bei Tageslicht eigentlich von außen nicht so toll aussehen, für ihre Werbemaßnahmen gern nutzen – auf die Dämmerung warten, möglichst viele Lampen einschalten und ein paar schöne Aufnahmen herbeizaubern.