besonders prächtige Seeforellen aus der Gosau garen im provisorischen Räucherofen

360/365 Seeforellen im Rauch

26.12.2015

Den Jahreswechsel verbringen wir seit vielen Jahren in lustiger Runde bei Freunden in Obertraun am Hallstätter See, mitten in der Welterberegion Salzkammergut in Oberösterreich. Philip, einer der Söhne des Hausherren im Landhaus am See, Hans Jürgen, hat in der Forellenzucht Gosau für das heutige Abendmahl gesorgt, indem er in kurzer Zeit fünf majestätische Seeforellen aus dem Zuchtteich an Land beförderte. Hans Jürgen hat für die Zubereitung seinen Grillplatz provisorisch zum Räucherofen umfunktioniert. Das Ergebnis konnte sich nicht nur sehen lassen, mit ein paar Pellkartoffeln sowie selbst bereitetem Preiselbeer-Sahne-Meerrettich krönten sie ein herrliches Begrüßungsmahl zum 2. Weihnachtstag. Was für ein gelungener Start in den Silvesterurlaub!

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Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt auf der Burg Querfurt

353/365 Burgweihnacht

19.12.2015
An diesem Wochenende gibt es den vielleicht schönsten und stimmungsvollsten Weihnachtsmarkt der Region auf der Burg Querfurt. Die Burg Querfurt an der »Straße der Romanik« ist eine der flächenmäßig größten mittelalterlichen Burgen Deutschlands und immer einen Besuch wert. Die Burg mit Graben, Gewölben, mächtigen Bastionen und drei Türmen begeistert nicht nur »angehende Ritter und Edeldamen«, die Burg diente in den letzten Jahren in zahlreichen Filmprojekten als stimmungsvolle Kulisse. Zu den Filmprojekten, die hier zum Teil umgesetzt wurden, gehören »Die Päpstin«, »Der Medicus«, deutsche Märchenfilme wie »Jorinde und Joringel« sowie Til Schweigers Produktion »1½ Ritter «. Im Zeughaus informiert eine Sonderausstellung hierzu. An diesem Wochenende herrscht hier allerdings Ausnahmezustand. Mit so vielen Besuchern hatten selbst die künsten Optimisten nicht gerechnet. Nur gut, dass ich keine kleinen Kinder mehr zu betreuen habe. Aber, schön war´s.

orientalische Räuchermännchenfigur bläst dicke Rauchwolken in den Abendhimmel über Leipzigs Weihnachtsmarkt

347/365 Rachermannel aus dem Morgenland

13.12.2015

Längst haben die Rachermannel aus dem Erzgebirge, Nachtwächter, Bergleute, Förster… Konkurrenz bekommen, was das Abrauchen duftender Räucherkerzen in den Wohnungen zur Weihnachtszeit angeht. Auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt paffte dieser Abgesandte aus dem Morgenland herrliche Rauchwolken in den Abendhimmel. An dem Stand gab es die verrücktesten Figuren. Sind sie zum Teil auch lustig anzuschauen, mir persönlich gefallen die neuen und klassischen Kreationen aus dem Erzgebirge besser.

 

Adventskalender: in der Tasche mit der Aufschrift »12« steckt ein kleiner Schokoladenweihnachtsmann und ein Tannenzweig

346/365 Das Dutzend ist voll

12.12.2015

Ist gar nicht so lange her, dass die Basis der im deutschsprachigen Raum gebräuchlichen Mengeneinheiten 12, das Dutzend, war. Was ein Dutzend ist, wissen heute noch viele. Anders sieht es aber schon bei Schock und Gros aus. Interessant finde ich ja, dass das Schock gerade fünf Dutzend (warum nicht sechs?) sind. Und noch witziger ist das Bäcker- oder Fleischerdutzend (13), daher rührend, dass besagte Handwerksmeister sicherheitshalber bei verlangter Menge von zwölf Stück ein dreizehntes unberechnet dazu gelegt haben sollen. Jedenfalls ist heute das Dutzend der Kalendertage im Monat Dezember voll, auch noch das Fach im Adventkalender. Gleich vielleicht schon nicht mehr.

Weihnachtsbaum auf dem Halleschen Weihnachtsmarkt: Bokeh - farbige Lichtflecken, die sich zum Teil überlagern und ein Muster ergeben als Ergebnis einer bewussten Unscharfstellung des verwendeten Obfektivs.

338/365 Bokeh

04.12.2015

Das Thema könnte auch »Bilderrätsel« heißen. Heute habe ich den Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz fotografiert und zwar absichtlich so, dass ich die Beleuchtung des Baumes völlig aus dem Fokus der Optik herausgenommen habe. Ich habe also absichtlich »unscharfe« Lichtflecken erzeugt. In der Fotografie bestimmter Motive wird der Hintergrund gerne bewusst unscharf gehalten, um die Ablenkung des Betrachters vom Hauptmotiv zu mindern, häufig in Modeprospekten zu sehen. Wie stark das Bokeh ausfällt hängt wesentlich vom verwendeten Objektiv, der Brennweite und der verwendeten Blendenöffnung ab. Schönes Bokeh ist eine ausgesprochen subjektive Qualität, die schwer zu messen ist und bis heute kontrovers diskutiert wird. Reine Geschmackssache also. Ich möchte das Fotos später für andere Aufnahmen als austauschbaren stimmungsvollen Hintergrund verwenden.

 

gelber Triebwagen der ehemaligen Kirnitzschtalbahn aus Sachsen heute als touristische fahrtüchtige Attraktion des Straßenbahnmuseums Halle

337/365 Gelbe Straßenbahnballade …

03.12.2015

… ein Mädel und ein junger Mann
der Fahrer schaut zu in seinem Spiegel
und hält paar Haltestellen lang nicht an.
(RENFT, Text: Kurt Demmler)

Direkt aus dem Song der legendären Rockgruppe RENFT entfahren, steuert diese gelbe historische Straßenbahn auf den Halleschen Marktplatz zu. Station Weihnachtsmarkt?

Dieser gelbe Triebwagen Nr. 6 der Kirnitzschtalbahn in Sachsen verkehrte einst als Überlandbahn im Elbsandsteingebirge zwischen dem Stadtpark Bad Schandau und dem Lichtenhainer Wasserfall. Noch vor dem Ende des zweiten Weltkrieges in Gotha gebaut, wurde er 1993 an das Straßenbahnmuseum Halle abgegeben und dient heute als einsatzfähiges historisches Schienenfahrzeug vorzugsweise touristischer Erbauung. Trieb- und Beiwagen wurden irgendwann getrennt, wie traurig. Letzterer gelangte nach Cottbus.

 

Beim Schein einer Kerze wird ein Glas mit Rotwein gefüllt

336/365 Sinn oder Unsinn des Lebens

02.12.2015

Rotwein ist für alte Knaben
eine von den besten Gaben.
(Wilhelm Busch)

Diese Lebensweisheit, die der bärtige Dichter seinem Rektor Debisch in »Abenteuer eines Junggesellen« durch den Kopf gehen ließ, trifft meine volle Zustimmung. Oder in Anlehnung an den großen Humoristen und Weltversteher Loriot: »Ein Abend ohne Rotwein ist möglich, aber sinnlos.« Und, es gibt so viele schöne Rotweine, Meisterwerke der Winzer. Klar ist aber auch, nur die wenigsten können sich Spitzenwerke der Winzerkunst auch leisten. Ich wollt´, ich gehörte dazu. Sei´s drum. Auf jeden Fall hat auch der große deutsche Nationaldichter Goethe Recht, dem der Ausspruch zugeschrieben wird, »das Leben ist kurz, um schlechten Wein zu trinken.«  Und damit belasse ich es heute. Ein Prosit der Gemütlichkeit.

 

 

Adventskranz mit einer brennenden Kerze zum ersten Advent 2015

333/365 1. Advent

29.11.2015

Die vorweihnachtliche Adventszeit
ist eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen,
wäre da nicht der Vorweihnachtsstreß.  (Gudrun Kropp)

Wo ist der Zauber des Advents aus Kindertagen hin? Auch als »Heiden« haben wir diese Wochen kurz vor Weihnachten genossen, nicht zuletzt dank der süßen Düfte von Plätzchen und Maultaschen, die nur zu dieser Zeit gebacken wurden oder des Schmückens der Wohnung. Mein Vater hat jedes Jahr zu dieser Zeit einen Satz geschnitzter und gehüteter Stöckchen von Haselnuss hervorgekramt und mit ihnen eine »Kartoffel-Weihnachtspyramide« gebaut, die mit Fichtenzweigen, Nüssen und Kerzen geschmückt wurde und wunderschön war. Jedes Wochenende wurden die Kerzen zur Kaffeezeit angezündet und alle Augen glänzten.
Auf der Suche nach einem erklärenden Bild stieß ich auf »Klausenbaum«, der allerdings aus Äpfeln, nur vier Stück, errichtet wurde.
Altes und neues Rathaus von Chemnitz mit Weihnachtsmarkt am Vorabend zum ersten Advent 2015

332/365 Weihnachtsmarkt in Chemnitz

28.11.2015

Freunde haben uns seit langem eingeladen, sie doch einmal in Chemnitz (zwischenzeitlich »Goarl-Moargs-Schdadd«) zu besuchen und so haben wir uns auf das erste Adventswochenende geeinigt. Petrus hat es am Samstag dafür sogar schneien lassen. Nachdem wir am Nachmittag dem höher gelegenen und komplett verschneiten Marienberg im Erzgebirge einen Besuch abgestattet hatten, ging es am Abend auf den Weihnachtsmarkt rund um die Rathäuser von Chemnitz. Hier herrschte eine tolle Atmosphäre. Weiträumig angelegt, gab es einen mittelalterlichen Bereich und daneben zahllose Verkaufsstände für kleine und feine »Steh-im-Weg«, eine Bühne und natürlich Stände für das leibliche Wohlergehen. Diese Weiträumigkeit hat sich Chemnitz allerdings teuer erkauft; nach dem zweiten Weltkrieg war von Chemnitz nicht mehr viel übrig geblieben, 80% der Stadt waren komplett zerstört. Heute wirbt Chemnitz für sich als Stadt der Moderne. Wir behalten das im Auge.

beleuchtete Stahltreppe bei Nacht

328/365 Treppenwitz und Schlagfertigkeit

24.11.2015

Sie ist beinahe ständig ungenutzt, und das ist gut so. Diese Treppe dient nämlich allein der Sicherheit, bei Gefahr im Gebäude bietet sie einen zusätzlichen Weg aus der Gefahrenzone ins Freie.

Ganz allgemein ist eine Treppe ein alltägliches, architektonisches Element aus mindestens zwei Stufen, mit dem wir Höhenunterschiede überwinden. Die älteste gestaltete Treppe findet sich angeblich in Anatolien. In der Mystik wird die Treppe als verbindendes Element von zwei oder mehreren Ebenen (auch Bewusstseinszuständen) verstanden. In diesen Zusammenhang passt die Geschichte der Jakobsleiter, jener Himmelsleiter, die Jakob im Traum erschien und die vom Erdboden zum Allerheiligsten hinaufführte. Interessant ist, dass unterschiedliche Kulturkreise in der Traumdeutung das Hinauf- bzw. Hinabsteigen einer Treppe unterschiedlich bewerten. Sicherlich deutet die Treppennutzung auf eine Veränderung, die wir selbst aktiv vornehmen. Sonst hätten wir ja auch einen Fahrstuhl nehmen können.

Bei Treppe assoziiere ich Treppenwitz, eigentlich ein geistreicher Gedanke, der leider etwas zu spät Einzug in die Gedankenwelt gefunden hat, der einem erst beim Hinausgehen auf der Treppe einfällt, so dass er in der aktuellen Diskussion nicht mehr vorgebracht werden kann. Er hat also irgend etwas mit Schlagfertigkeit oder eben dem Fehlen derselben zu tun. Mark Twain definierte die Schlagfertigkeit als etwas, worauf du erst 24 Sunden später kommst. Abschließend habe ich gerade gefunden, dass sich Schlagfertigkeit toll bei Ehestreitigkeiten bewährt, vorausgesetzt, du verzichtest darauf. Kann ich nachvollziehen, ist schwierig.