Blick über den Altaussee im Salzkammergut auf den nur wenig verschneiten Loser

365+2 Altaussee und Almhütten

02.01.2016

Am 5. und 6. Jenner 2015 war der Altaussee für Touristen Sperrgebiet. Vor also fast genau einem Jahr drehte die Crew um Daniel Craig hier bei viel Schnee und eisiger Kälte Sequenzen zum aktuellen Bond »SPECTRE«. Heute entschließen Bohne und ich uns, den Loser, der »Paramount Pictures Berg« der Steiermark, einmal von unten anzuschauen, zuerst vom Altaussee aus und dann von der Blaa Alm.

Der Altaussee ist tatsächlich eine Perle. Abgesehen von ein paar noblen Hotels mit allem Komfort ist es hier rustikal und urig.

verwitterter Briefkasten aus Holz an einer urigen Holzhütte am Ufer des Altaussees

verwitterter Briefkasten aus Holz an einer urigen Holzhütte
am Ufer des Altaussees

Nachdem wir uns hier ausgiebig umgesehen haben, ging es weiter über die Loser-Straße zur Blaa Alm. Im vergangenen Winter sah ich hier von der Loipe aus zahllose kleine Holzhütten auf der Alm, zum Teil als Geräteschuppen, zum Teil als Wohngelegenheit angelegt. Die wollte ich noch einmal in Ruhe betrachten und fotografieren. Hier ist nun eine Auswahl der sehenswerten kleinen Bauwerke:

Kleiner Holzschuppen auf der Blaa Alm mit dem Loser im Hintergrund

Kleiner Holzschuppen auf der Blaa Alm mit dem Loser im Hintergrund

An einigen Stellen sprudelt Wasser aus einem »Holzrohr« in einen  Holztrog. Strom scheint es hier nicht zu geben, einige Hütten verfügen jedoch über ein kleines Solarstrompanel. Ein kleines Ofenrohr lässt auf einen Ofen oder Kamin schließen. Mehr Luxus braucht man hier nicht. Mir würde es genügen.

Wasserstelle mit fließendem Wasser und Holztrog neben einem in der warmen Jahreszeit bewohnbaren Holzhäuschen auf der Blaa Alm.

Wasserstelle mit fließendem Wasser und Holztrog neben einem in der warmen Jahreszeit bewohnbaren Holzhäuschen auf der Blaa Alm.

Kleines Holzhaus mit grüner Tür sowie grünen Fensterladen am Rande der Blaa Alm. Neben der Hütte befindet sich eine Wasserstelle

Kleines abgelegenes Sommerhaus mit Blick über die Blaa Alm zum Loser, einen Stapel Holz und fließendes Wasser neben der Hütte – mehr Luxus braucht man hier nicht.

Wasserstelle am Waldrand – frisches Wasser fließt hier ständig aus dem Berg in einen Holztrog

Wasserstelle am Waldrand – frisches Wasser fließt hier ständig aus dem Berg in einen Holztrog

Eine der größeren Holzhütten mitten auf der Blaa Alm war früher offensichtlich als Wohnhaus angelegt und dient nach fortschreitendem Verfall heute als Geräte- und Materialschuppen. Die Veranda droht demnächst einzufallen.

Eine der größeren Holzhütten mitten auf der Blaa Alm war früher offensichtlich als Wohnhaus angelegt und dient nach fortschreitendem Verfall heute als Geräte- und Materialschuppen. Die Veranda droht demnächst einzufallen.

Besonders urige kleine Holzhütte zum Übernachten auf der Alm. Die Stämme aus denen sie erbaut wurde sind bereits stark verwittert.

Besonders urige kleine Holzhütte zum Übernachten auf der Alm. Die Stämme aus denen sie erbaut wurde sind bereits stark verwittert.

Detailbild der Front der kleinen Almhütte. Natürlich zeigt die Front über die gesamte Alm zum Loser.

Detailbild der Front der kleinen Almhütte. Natürlich zeigt die Front über die gesamte Alm zum Loser.

Kleiner Geräteschuppen am Ende der Blaa Alm, weiter hinten führt ein wanderweg weiter über die Rettenbachalm bis nach Bad Ischl.

Kleiner Geräteschuppen am Ende der Blaa Alm, weiter hinten führt ein Wanderweg weiter über die Rettenbachalm bis nach Bad Ischl
(Stichwort: Sissi und Franz).

Advertisements
Treppenaufgang und Flurfenster mit schöner Bleiverglasung in unserem etwa hundertjährigen Haus in Halles Innenstadt

359/365 Fenster zum Hof

25.12.2015

Ich habe am 80. Projekttag bereits ein Detail des Flurfensters abgelichtet und über die Verglasung berichtet. Damals hatte ich mir vorgenommen, auch das gesamte Fenster einmal zu zeigen. Viel Zeit bleibt mir im Jahresprojekt nicht mehr, morgen geht es über den Jahreswechsel mit Freunden nach Oberösterreich, also muss es heute passieren.

Das komplette Flurfenster im Treppenhaus zum Hof mit aufwendig gestalteter Bleiverglasung.

Das komplette Flurfenster im Treppenhaus zum Hof mit aufwendig gestalteter Bleiverglasung.

Kaufmannsfigur an Hausfassade am Alten Markt 26 in Halle

357/365 Soll und Haben

23.12.2015

Der Kaufmann ziert die Ecke eines uralten Hauses am Alten Markt in Halle. Gebaut wurde es im 16. Jahrhundert, die Grundmauern sollen gar  aus dem 13. Jahrhundert stammen. Der Kaufmann allerdings wurde erst 1933 nach Sanierung des Hauses vom damaligen Besitzer  Hermann Luther angebracht und soll große Ähnlichkeit mit selbigem aufweisen.

Der Kaufmann ist nicht der einzige Hingucker am Aten Markt 26, die Giebelwand ziert eine Kanonenkugel, noch dazu eine goldene.

Kaufmannsfigur am Alten Markt 26 in Halle. An der Gibelwand findet sich eine goldene Kanonenkugel sowie eine Inschrift zum Gedenken an die Napoleonischen Befreiungskriege und den Beschuss der Stadt mit Kononen.

Kaufmannsfigur am Alten Markt 26 in Halle. An der Giebelwand findet sich eine goldene Kanonenkugel sowie eine Inschrift zum Gedenken an die Napoleonischen Befreiungskriege und den Beschuss der Stadt mit Kanonen.

Die Inschrift auf der Tafel unter der eingemauerten Kanonenkugel »Bedenke am 28. April 1813. Schmidt.« gibt bis heute Rätsel auf. Vielleicht ist ein Schmied oder ein Mann Namens Schmidt bei dem Beschuss ums Leben gekommen?

Kanonenkugel_1809

Goldene Kanonenkugel und Inschrift erinnern an den Beschuss der Stadt durch Truppen Napoleons im Jahr 1813.

 

orientalische Räuchermännchenfigur bläst dicke Rauchwolken in den Abendhimmel über Leipzigs Weihnachtsmarkt

347/365 Rachermannel aus dem Morgenland

13.12.2015

Längst haben die Rachermannel aus dem Erzgebirge, Nachtwächter, Bergleute, Förster… Konkurrenz bekommen, was das Abrauchen duftender Räucherkerzen in den Wohnungen zur Weihnachtszeit angeht. Auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt paffte dieser Abgesandte aus dem Morgenland herrliche Rauchwolken in den Abendhimmel. An dem Stand gab es die verrücktesten Figuren. Sind sie zum Teil auch lustig anzuschauen, mir persönlich gefallen die neuen und klassischen Kreationen aus dem Erzgebirge besser.

 

Adventskalender: in der Tasche mit der Aufschrift »12« steckt ein kleiner Schokoladenweihnachtsmann und ein Tannenzweig

346/365 Das Dutzend ist voll

12.12.2015

Ist gar nicht so lange her, dass die Basis der im deutschsprachigen Raum gebräuchlichen Mengeneinheiten 12, das Dutzend, war. Was ein Dutzend ist, wissen heute noch viele. Anders sieht es aber schon bei Schock und Gros aus. Interessant finde ich ja, dass das Schock gerade fünf Dutzend (warum nicht sechs?) sind. Und noch witziger ist das Bäcker- oder Fleischerdutzend (13), daher rührend, dass besagte Handwerksmeister sicherheitshalber bei verlangter Menge von zwölf Stück ein dreizehntes unberechnet dazu gelegt haben sollen. Jedenfalls ist heute das Dutzend der Kalendertage im Monat Dezember voll, auch noch das Fach im Adventkalender. Gleich vielleicht schon nicht mehr.

Zentrale Merkhilfe und Gedächtnisstütze im Haushalt - die als magnetische Infotafel genutzte Klappe zu den Elektrosicherungen

345/365 Nicht vergessen

11.12.2015

Wann ist die Party bei René und Steffi? Wann wollen wir zum Blutspenden? Demnächst muss ich wieder meinen Bibliotheksausweis verlängern. Anfang Januar gehen wir ins Neue Theater zur »Stunde der Komödianten«. Vorher muss noch eine Rechnung überwiesen werden. Und wenn am Fahrrad etwas kaputt gegangen ist; hier ist die Nummer vom »Radlager«, der kriegt das wieder hin. Bei uns ist die zentrale Sammelstelle von Informationen, Merkhilfen und Schlüsseln die Klappe zu den Sicherungen gleich am Wohnungseingang. Ein kurzer Blick genügt, und man ist im Bilde. Eigentlich könnte die Klappe/Tafel doppelt so groß sein. Aber dann wäre sie auch schon wieder weniger übersichtlich. Woran sollte der Dollar doch gleich noch erinnern? Spare in der Not, dann hast Du Zeit dazu?

leuchten orange und rot gefärbte Hibiskusblüte

342/365 Aus der Zeit gefallen?

08.12.2015

Ein ähnliches Bild dieser Pflanze habe ich bereits im Frühjahr geschossen und gepostet. Den ganzen Sommer und Herbst über hat der Hibiskus fleißig geblüht,  den ersten Kälteeinbrüchen getrotzt und sich dabei ziemlich verausgabt. Als die Pflanze immer trauriger aussah, habe ich sie genommen und ihr einen hellen, freundlichen Platz an meinem Bürofenster eingerichtet, wo sie keinen Strom trocken-warmer Heizungsluft befürchten muss, der ihr dann den Rest geben würde. Nach ein paar Wassergaben und wenigen Tagen der Erholung hat sie sämtliche vorhandene Blütenknospen aktiviert und zum Blühen gebracht, als ob es kein Morgen gäbe. Das musste gewürdigt werden. Ich hoffe, ich konnte sie inzwischen beruhigen und ihr Mut für die nächste Freiluftsaison auf dem Balkon machen.

 

Wohn- und Geschäftshaus neben der Kulturinsel in der Großen Ulrichstraße in Halle am Abend

341/365 Historismus?

07.12.2015

Die Große Ulrichstraße schlängelt sich vom Marktplatz in nördliche Richtung zwischen zahlreichen architektonisch wertvollen Wohn- und Geschäftshäusern entlang zum Hansering. Hier, im Foto festgehalten, beschreibt sie eine S-Kurve vor der Kulturinsel mit Neuem Theater, einem Kaufhaus im Stile des Historismus der Architekten Albert und Ernst-Heinrich Giese ausweichend. Beide gründeten 1883 in Halle das Atelier für Architektur und Kunstgewerbe / Bauausführung  und betrieben es bis 1922. Die kreativen und schaffensfreudigen Brüder hinterließen in Halle zahlreiche Spuren ihres Könnens. Das Kaufhaus in der Großen Ulrichstraße 49 zieht seit vielen Jahren als Modehaus besonders weibliche Kunden an und bietet einer großen Anwaltskanzlei attraktive Geschäftsräume. Der als Historismus beschriebene Baustil war im 19. Jahrhundert in der Architektur verbreitet, griff auf ältere Stilrichtungen zurück und kombinierte diese nach Herzenslaune, quasi ein Stilpluralismus.

wohl geformter Damenpo als erotisches Gemälde der Halleschen Künstlerin Anke Krakow zur Ausstellungseröffnung in der Szenekneipe Zwöö in Halle

340/365 Frivol(a)

06.12.2015

Zum Nikolaustag gibt es etwas Erwärmendes. Heute hat unsere Freundin, Innenarchitektin, Designerin, Malerin, Grafikerin und Illustratorin Anke Krakow (alias Frivola) eine kleine Bilderausstellung in der Halleschen Szenekneipe »Zwöö« eröffnet. Hier gibt es ein paar Impressionen von der Ausstellung.

Selbst hergestellte gebrannte, karamellisierte Mandeln mit Vanille, Zimt und Chili

339/365 Mandeln im Glasmantel

05.12.2015

Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es zahlreiche Stände, die gebrannte, also karamellisierte Mandeln, Nüsse und Sämereien anbieten. Da mir dort zu viel Zucker verwendet wird, habe ich die Herstellung selbst ausprobiert. Im Internet kursieren dazu zahlreiche Rezepte. Ich habe für 200 g Mandeln (mit Haut!) nur 100 g Zucker, sowie jeweils etwa 1 Tl Vanillezucker und gemahlenen Zimt nebst einer Prise scharfer Chili  verwendet.

Den Zucker habe ich in einer großen beschichteten Pfanne mit einem großen Schluck Wasser zum Kochen gebracht, die Mandeln sowie die anderen Zutaten hinzugegeben und bei kräftiger Hitze das Wasser abgedampft.

Mandeln mit Haut, Zucker, Gewürze und etwas Wasser kocht in einer beschichteten Pfanne

Mandeln mit Haut, Zucker, Gewürze und etwas Wasser kocht in einer beschichteten Pfanne

Wenn das Wasser vedampft ist, kristallisiert der Zucker zunächst wieder aus.

Wenn das Wasser vedampft ist, kristallisiert der Zucker zunächst wieder aus.

Anschließend habe ich bei deutlich geringerer Hitze den Zucker schmelzen und karamellisieren lassen und dabei ständig gerührt. Durch das Karamellisieren verringert sich noch einmal die Süße. Ich habe das so lange getrieben, bis ich keine Zuckerkristalle mehr entdecken konnte. Die Mischung habe ich auf ein mit Backpapier bedecktes Backblech gegeben und mit zwei Gabeln verteilt und getrennt. Beim Abkühlen entsteht dabei eine unterkühlte Schmelze. Der Zucker kristallisierte nicht, es entstand also »Glas« aus Zucker.

Beim Gegencheck auf dem Weihnachtsmarkt habe ich gesehen, dass dort der Prozess früher abgebrochen wird. Dann entsteht eine Kruste aus kristallinem und Glaszucker. Probiere ich im nächsten Ansatz mit Walnüssen aus.

Übrigens, früher wurde »Zuckerglas« verwendet, wenn sich Schauspieler auf der Theaterbühne oder vor laufender Filmkamera eine Flasche über den Kopf hauten oder durch eine Scheibe fallen mussten.