Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt auf der Burg Querfurt

353/365 Burgweihnacht

19.12.2015
An diesem Wochenende gibt es den vielleicht schönsten und stimmungsvollsten Weihnachtsmarkt der Region auf der Burg Querfurt. Die Burg Querfurt an der »Straße der Romanik« ist eine der flächenmäßig größten mittelalterlichen Burgen Deutschlands und immer einen Besuch wert. Die Burg mit Graben, Gewölben, mächtigen Bastionen und drei Türmen begeistert nicht nur »angehende Ritter und Edeldamen«, die Burg diente in den letzten Jahren in zahlreichen Filmprojekten als stimmungsvolle Kulisse. Zu den Filmprojekten, die hier zum Teil umgesetzt wurden, gehören »Die Päpstin«, »Der Medicus«, deutsche Märchenfilme wie »Jorinde und Joringel« sowie Til Schweigers Produktion »1½ Ritter «. Im Zeughaus informiert eine Sonderausstellung hierzu. An diesem Wochenende herrscht hier allerdings Ausnahmezustand. Mit so vielen Besuchern hatten selbst die künsten Optimisten nicht gerechnet. Nur gut, dass ich keine kleinen Kinder mehr zu betreuen habe. Aber, schön war´s.

Teich mit Sprigbrunnen und Arkaden in den historischen Kuranlagen Bad Lauchstädt

270/365 Hoffmannstropfen für eine ruhige Hand beim Probeschuss

27.09.2015
Um 1700 in wurde in Lauchstädt eine Quelle entdeckt. Der bereits zu seiner Zeit weithin berühmte »Geheime Rath Friedrich Hoffmann, Dr. und Prof. der Arzneygelahrheit in Halle« (und Erfinder der noch heute bekannten Hoffmannstropfen) erkannte nach eingehender Analyse des Wassers die Heilwirkung und ließ »vernehmen, dass es ein gesund Wasser sey, welches in vielen sonderlich langwierigen Kranckheiten als Fiebern, Geschwulst, Bleichsucht bey den Frauenzimmer etc., insonderheit aber äusserlich als ein Bad, zu Stärckung der schwachen Glieder, mit nicht geringem Nutzen würde können gebrauchet werden.« Und er sollte Recht behalten. Schon kurz nach der Entdeckung entstand in Lauchstädt bei Halle ein Modebad, das der Adel und das aufstrebende Bürgertum aus den umliegenden Städten besuchte. Selbst der kurfürstlich sächsische Hof in Dresden nutzte das Bad als Sommerresidenz.
Wahrscheinlich waren die Anlagen und das Umfeld dem sächsischen Hof doch zu trivial und öde, so dass zwar eine Neugestaltung der Anlagen erfolgte, der Kurbetrieb aber immer mehr einzuschlafen drohte. Mit dem Bau des »Goethe-Theaters« 1802 (von Goethe selbst konzipiert) erhielt Bad Lauchstädt einen erneuten Aufschwung. Noch heute wird die damals eingebaute Bühnentechnik im Original genutzt. Nach dem Wiener Kongress (1814/15) fiel Bad Lauchstädt an Preußen. Das war´s dann. Kurpark und Theater verloren ihre einstige Bedeutung, 1941 wurde der Kurbetrieb eingestellt und am 15. November 2010 wurde im Traditionsbetrieb Lauchstädter Heil- und Mineralbrunnen GmbH die letzte Flasche des Heilwassers abgefüllt. Inzwischen gibt es neue Pläne für ein Therapiezentrum und auch für die weitere Nutzung der Heilquelle. Mal sehen, was daraus wird.
Ich bin heute bei bestem Altweibersommerwetter (was für ein Wort) mit meiner Holden im Kurpark, um das Wetter, den tollen Himmel und anschließend eine Aufführung des Freischütz im Goethe-Theater zu genießen. Ich sag nur soviel: Die Aufführung war grandios.

Zugang zum Keller in einem Weinberg bei Höhnstedt im WQualitätsweinbaugebiet Saale-Unstrut

209/365 Weinberg bei Höhnstedt

28.07.2015
Nur wenige Meter westlich von Halle enden die Ausläufer des Harzes in Form eines Höhenzuges, der am Süßen See vorbei führt, sich über Rollsdorf erstreckt, Höhnstedt Platz bietet und bis an den Stadtrand Halles reicht.
Hier wird seit etwa 1.000 Jahren Weinbau betrieben und das mit großem Erfolg. Die terrassenförmig angelegten sanften Hügel gehören zum Qualitätsweinbaugebiet Saale-Unstrut. Hier gedeihen vorzügliche ausdrucksstarke Weißweine und auch Rotweinreben werden kultiviert. Ich selbst schätze insbesondere die Weißweine, von Weißburgunder, Silvaner, Gewürztraminer etc. Riesling finde ich nicht schlecht, bevorzuge aber die von Mosel, Saar, Ruwer und die Rotweine sollen besser andere trinken (bitte, nur meine persönliche Meinung). Hier, im Regenschatten des Harzes, fallen im Jahresmittel gerade einmal etwa 400 l Regen pro Quadratmeter. Dafür sind die Böden sehr gut wasserhaltend und das Klime ist mild. Daher ist diese Region auch für den Obstbau (Aprikosen, Kirschen, Pflaumen, Äpfel) besonders prädestiniert. In der DDR hatten wir hier mit Halle-Saale-Obst eines der größten zusammenhängenden Obstbaugebiete der Republik. Diese Tradition wird auch heute rund um den Süßen See, bei Höhnstedt und Schochwitz erfolgreich weitergeführt.
Diese sehr schöne Hütte / Keller im Weinberg fand ich an der »Welle« unterhalb des Weinstädtchens Höhnstedt.

Der Petersberg bei Halle im sommerlichen Nieselregen

193/365 Petersberg im Nieselregen

12.07.2015
Was muss ich gerade lesen? Der Petersberg ist mit 250,4 m über NN zwar die höchste Erhebung im Saalekreis rund um Halle, nicht aber, wie in der Schukle gelernt und immer wieder gehört, die höchste Erhebung auf seinem Breitengrad zwischen Atlantikküste und dem Ural. Wikipedia meint mindestens 3 weitere Höhen zu kennen, die einige Meter weiter in den Himmel ragen. Sei´s drum. Für unsere Gegend ist er markant und aus allen Richtungen weithin sichtbar. Auf dem Berg befindet sich das Kloster Petersberg mit der Stiftskirche St. Petrus, ein ehemaliges Augustinerchorherrenstift. Seit 1999 lebt hier eine evangelische Klosterkommunität der Christusbruderschaft Selbitz.
Auf dem Petersberg bietet zudem einer von noch 15 erhaltenen Bismarcktürmen in Sachsen-Anhalt einen sehr schönen und weiten Ausblick ins Land.
Der große Turm links, ein 119 m hoher Fernmeldeturm, steht vom Betrachter aus hinter dem Petersberg. Mehrere Rundfunkprogramme für den Großraum Halle werden von hier ausgestrahlt.

Kunst im industriellen Umfeld - riesige Stahlskulptur neben dem Geländer der DOW in Schkopau

165/365 Kunst im industriellen Umfeld

14.06.2015
Es ist vier Uhr siebenundzwanzig: Auf der Rückfahrt vom hohen Schloss in Merseburg mit dem Fahrrad nach Hause kann ich auch gleich das Tagesfoto schießen. Das ist mal effizient. Das Licht ist an diesem Morgen toll. In den Niederungen steht dichter Nebel, hier vor dem Geländer der DOW in Schkopau ist es jedoch klar. Diese Skulptur eines Riesenbogens mit Lichtleitkabeln der zwei Kalotten miteinander verbindet heißt »Transformation 2000«. Sie wurde vom Leipziger Bildhauer Otto Berndt Steffen geschaffen und ist zu jeder Tageszeit ein Hingucker. Leider war es schon etwas zu hell, um die Wirkung der Lichtleiter im Bogen effektvoll zur Geltung zu bringen.

Orgelpfeifen im gut erhaltenen Prospekt der Barockorgel in der evangelischen Kirche Osmünde

113/365 Barocker Prospekt nicht bei Stimme

23.04.2015
Die evangelische Kirche in Osmünde (östlicher Saalekreis) kann auf eine über 800 Jahre währende Historie zurückblicken und besitzt Reste einer Barockorgel, die erstmals 1719 Erwähnung fand (Dreyhaupt).
Reste deshalb, weil an der einstigen Orgel der Zahn der Zeit sichtbare Spuren hinterlassen hat und die Orgel zudem im Lauf der Geschichte mehrmals umgebaut wurde. Der letzte größere Umbau geschah 1942, horch, horch, als durch Landveräußerungen für einen Autobahnbau (!) plötzlich Geld für Reparaturen vorhanden war.
Heute ist von der einstigen Schönheit nur noch der Prospekt (die sichtbare Front zum Kirchenschiff hin) erhalten. Die Kirchengemeinde und ein Förderkreis bemühen sich, die vorhandene Substanz so gut es geht für nachfolgende Generationen zu erhalten und streben für die nächsten Jahre eine Reparatur der Orgel an. Natürlich ist dafür viel Geld notwendig. Deshalb wird gegenwärtig über gezielte Maßnahmen nachgedacht, die nötigen finaziellen Mittel für die Orgelreparatur aufzubringen, die Förderer angemessen zu würdigen und zu ehren.

gelb blühende Winterlinge als erste Frühlingsboten im Schlosspark Ostrau

46/365 Frühlingsboten und »frische Landluft«

15.02.2015
Es riecht nach Frühling in Ostrau, im nördlichen Saalekreis? Also eins vorweg, es roch nicht. An diesem Wochenende lud der Verein Schloss Ostrau zu den Winterling-Tagen 2015 ein. Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) griff dieses Thema natürlich auf und machte die Offerte publik. Und so kamen auch viele Besucher aus Halle und Umgebung, um die Blütenpracht zu bestaunen. So rundum genießen konnten die Gäste diese indess nicht, zum einen trübte es sich zum Sonntagmittag zunehmend ein und zum anderen roch es in Ostrau nicht nur komisch, es stank fürchterlich von Seiten der Biogasanlage, die bereits seit vielen Jahren genau hierdurch immer wieder für Unmut und Negativschlagzeilen sorgt. Zum Glück störten sich die Winterlinge, die zu den Hahnenfußgewächsen gezählt werden, an diesem Gestank nicht. Mal sehen, ob und was die MZ morgen berichtet.