Verzogene Bank aus Eichenholz an der Nordküste der Ostseeinsel Hiddensee

Myriapoda baltica?

Beim Stöbern in meinem Archiv stieß ich auf diese Abbildung eines ganz besonderen Tausendfüßlers auf der Ostseeinsel Hiddensee, aufgenommen zu Ostern 2013. Es war saukalt. Das Besondere an diesem Tausendfüßler sind die drei Reihen von Beinen. Wenn auch das eine oder andere Bein durch die rauhe Witterung angeknackst oder gar abgebrochen ist, so grüßt er doch freundlich Touristen unmittelbar am Leuchtturm Dornbusch.

Ich hoffe, die Bank steht noch, auch wenn sie nicht mehr in vollem Umfang als Sitzmöbel genutzt werden kann.

Flammlachs auf Kiefernplanke rund um ein Birkenholzfeuer aufgestellt

335/365 Leumulohi

01.12.2015

Auf dem Weihnachtsmarkt wird im finnischen Dorf unserer Partnerstadt Oulu frischer Flammlachs (»Leumulohi«) bereitet. Dazu werden Lachsseiten gewürzt und leicht eingeschnitten sowie anschließend mit Holznägeln auf Kiefernbretter befestigt. Diese werden dann steil um ein kleines Birkenholzfeuer gestellt und ab und an umgedreht bis der Fisch gar ist. Im finnischen Dörfchen gibt es zudem kleine Maränen, Delikatessen vom Rentier und natürlich Glögi, die finnische Glühweinvariante, die mir persönlich zu süß ist. An einem anderen Stand gibt es zahllose Honigsorten aus dem skandinavischen Land. Während meine Holde bei Himbeerhonig schwach werden könnte, komme ich bei den kräftigen Sorten von Butterblumen oder Buchweizen ins Schwärmen.

Finnisch zu lernen stelle ich mir als extrem schwierig vor. »Halle ja Oulu ovat ystävyyskaupunkeja.« Wer das aussprechen kann, hat sich angeblich einen Gratis-Glögi verdient (auf Deutsch: »Halle und Oulu sind Partnerstädte.«). Ob er ihn am Stand auch bekommt, müsste ich einmal ausprobieren, aber wie?

 

 

»Drei Gänse« - eine Plastik von Gustav Weidanz vor dem Landesmuseum für Vorgeschichte auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Halle. Hier gibt es zur Zeit eine Sonderausstellung zum Thema Krieg.

334/365 Gänsekrieg

30.11.2015

Gänse sind, sofern nicht in Gefangenschaft für das Heranziehen eines Weihnachtsbratens gehalten, Zugvögel. Diese drei Gänse des sehr vielseitigen Künstlers und Hochschullehrers Gustav Weidanz zierten einst den Kröllwitzer Gänsebrunnen in einer kleinen Grünanlage an der Petruskirche. Nachdem der Brunnen »versiegte«, zogen die Gänse zum Rosa-Luxemburg-Platz vor dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Das Museum beherbergt eine der ältesten, umfangreichsten und bedeutendsten archäologischen Sammlungen in Deutschland und ist Heimstatt der weltberühmten  Himmelsscheibe von Nebra. Gegenwärtig gibt es eine Sonderausstellung zur archäologischen Erforschung des Phänomens »Krieg« (steht auf meiner Agenda für Anfang 2016).

Zum Thema Gänsekrieg gibt es in Bützow eine lustige Anekdote:

Ende 1794 veröffentlichte der Magistrat einen Erlass, wonach alle in Bützow gehaltenen Gänse nicht mehr auf den Straßen der Stadt umherlaufen durften. Da sich kaum jemand an diese Verordnung hielt, setzten im Dezember 1794 erste Pfändungen ein. Die beschlagnahmten Gänse wurden in einen Pfandstall gesperrt, wogegen die Bützower Bürger nicht nur protestierten, sondern diesen auch stürmten. Unter dem Ruf: »Es lebe die Gänsefreiheit« erlebte Bützow in der Zeit der Revolution der Franzosen ihr »Revolutiönchen«.

Wilhelm Raabe setzte diesem Treiben mit seiner Novelle »Die Gänse von Bützow« ein literarisches Denkmal. Auch in anderen Landesteilen sind Überlieferungen zu geharnischten Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Gänsehaltung bekannt, so vom Gänsekrieg in der altwürttembergischen Stadt Backnang.

 

Zwei Kleine Münsterländer bewachen die Jagdbeute, ein geschossenes Kalb vom Damwild

291/365 Ebby und Aura am Hirschkalb

18.10.2015
Da ich auf dem Lande aufgewachsen bin, hatte ich immer ein enges Verhältnis zu Tieren auch zu denen, die von vornherein für den Verzehr gehalten wurden, woraus nie ein hehl gemacht wurde. Genauso verhält es sich mit der Jagd, auch wenn ich selbst kein Jäger bin und es wohl auch nie werde. Ich weiß aber und erlebe es häufig, dass die Menschen in unserer Gesellschaft immer mehr von den Quellen ihrer Ernährung entfremdet werden. Ich will hier keine Diskussion zur Jagd heraufbeschwören. Zwei Dinge möchte ich anmerken. Die Leber war köstlich und die Jagdhunde mit ausgeprägtem Jagdtrieb kostete es große Anstrengung, bei dem Anblick und »Duft« des erlegten Tieres nicht durchzudrehen. Die Hunde wurden übrigens mit für sie leckeren Innereien belohnt obwohl sie bei der Jagd in diesem Fall nichts zu tun hatten. Das Kalb hatte den Schuss, den es traf, nicht gehört. Es war sofort tot. Waidmannsheil.

Hain-Bänderschnecke mit »Dachschaden« am Gehäuse

235/365 Dachschaden

23.08.2015
Der Urlaub ging mal wieder rasant schnell vorüber. Sei´s drum, er war sehr schön und irgendwann kommen wir ja wieder. Beim Räumen »rannte« mir diese Hain-Bänderschnecke über den Weg, allerdings auf einem stumpfen Pappkarton. Nachdem ich sie für das Foto auf eine Schieferplatte umgesetzt hatte, rannte sie mit etwa dreifacher Geschwindigkeit ihrer hoffentlich ungestörten Freiheit entgegen. Vielleicht hatte sie auch einen Termin mit dem Dachdecker, ihren »Dachschaden« am Gehäuse zu beheben oder geradewegs einer lauernden Drossel in den Schnabel, die dann am nächsten Stein mit dem Häuschen und der Bewohnerin kurzen Prozess machen würde.

Eine Ziege versucht an ein Glas mit Gewürzgurken zu gelangen, wird aber von einem stabilen Metallzaun daran gehindert.

157/365 Den Bock zum Gärtner

06.06.2015
… oder hier beinahe die Ziege zum Service am Buffet gemacht. Der zarte Essigduft aus dem Glas mit Gewürzgurken muss es dieser Ziege besonders angetan haben. Sie versuchte immer wieder mit langer Zunge an das Glas zu kommen. Wahrscheinlich wollte sie bei der Verteilung an die Partygäste zu Ulfs 50. Jubiläum in der Franzigmark helfen.

Nagespuren des Bibers an mehreren Bäumen am Ufer der Saale

116/365 Holzfäller auf der Peißnitz

26.04.2015
Sie sind zurück, die beinahe ausgestorbenen Elbebiber (Castor fiber albicus), im Bereich der mittleren Elbe vor einigen Jahren erfolgreich wieder angesiedelt, breiten sie sich seitdem sukzessive entlang der Flussläufe von Elbe, Saale und Elster weiter aus und sind nun unzweifelhaft in Halle angekommen.
Umweltschützer scheinen sich zu freuen und sind zuversichtlich, dass sich die Biber hier heimisch fühlen und bleiben. Wenn ich sehe, wieviele Bäume in kurzer Zeit bereits angeknabbert und zum Teil gefällt wurden, vermute ich, dass sich diese Freude nicht bei allen einstellen wird. Für mich war es interessant zu sehen, dass nur die Bäume auf einem schmalen Uferstreifen angeknabbert werden. Wenn diese allerdings fallen, dann fast immer ins Wasser, da sie zu dieser Seite überhängen. Na, mal sehen, wie sich die Sache entwickelt.

Nutria am Ufer der Saale

39/365 Nutria statt Biberpelz

08.02.2015
Wenn man die possierlichen und zutraulichen Nutrias an der Saale so sieht, glaubt man nicht, dass sie unter anderem als Pelzlieferant gehalten wurden. Nach der Wende wurden angeblich viele Tiere von ihren Haltern einfach ausgesetzt weil mit ihrem Fleisch und den Fellen kein Geld mehr zu verdienen war. In einem Zeitungsartikel von 2002 (MZ vom 14.01.2002: Nutrias – Zutrauliche Tiere immer größere Plage) wurde die Befürchtung geäußert, dass Nutrias durch ihren Höhlenbau an den Uferböschungen der Saale Schäden hervorrufen könnten und es müsse dringend etwas geschehen. Heute kann man die Nutrias an vielen Stellen entlang der Saalearme sehen. Mittlerweile ist es verbreitete Ansicht, dass es keinen Grund gibt, sie grundsätzlich zu bekämpfen.
Als ich mich zum Fotografieren hinhockte, wurde ich sofort umringt, besonders kecke Kerlchen stellten sich auf die Hinterbeine und hielten sich mit ihren kleinen Ärmchen an mir fest. Aber als feststand, dass ich kein Futterlieferant bin, schwand das Interesse ganz schnell.

rot-brauner Kater Garfield aus der Nachbarschaft in der Wintersonne

38/365 Garfield

07.02.2015
Im Gegensatz zur Comic-Figur aus dem gleichnamigen Film ist mein Freund Garfield gar nicht fies und hinterhältig. Er wohnt irgendwo in der Nachbarschaft; bei uns im Haus weiß niemand, wo er eigentlich hingehört. Wenn ich in den Garten hinterm Haus hinaus gehe, dauert es meist nur wenige Augenblicke bis sich dieser prächtige Bursche sehen und ausgiebig streicheln lässt. Sauer wird er nur, wenn er sich unerlaubten Zutritt zum Hausflur verschafft hat und diesen wieder verlassen soll. Im Winter bekommen wir ihn selten zu sehen. Heute aber hat er die Wintersonne auf der Holztreppe am Haus genossen. Das Foto zu schießen war gar nicht so einfach. Ich musste Garfield erst einige Minuten streicheln und ansonsten unbeteiligt tun eher er die Kamera ignorierte und das Foto zuließ. Einen Model Release Vertrag konnten wir nicht schließen.