Die Natur vermag Unglaubliches. Hier klammert sich eine Lärche an einen Felsen, durchdringt mit ihren Wurzeln kleinste Hohlräume, sucht und findet so Halt und lebensnotwendige Nährstoffe.

362/365 Eng umschlungen

28.12.2015

Ein Spaziergang mit Britta und ihren Border Collies führt uns am Ostuferwanderweg des Hallstätter Sees zu Tonis Wald. Toni hat mit seiner Frau Monika einst die Lodge auf dem Krippenstein bewirtschaftet, ist noch heute dort tätig. Früher hatte er eine große Gruppe von Huskies, die er oben auf dem Krippenstein hielt. Inzwischen hat er keine Hunde mehr. Zu viele »Tierfreunde« und »Umweltschützer« haben ihm sein Hobby  verleidet. Uns hat er immer wieder eingeladen, mit den Hunden seinen Grund zu nutzen, damit die Hunde dort freien Auslauf ohne Einschränkungen genießen können. Und das Angebot nehmen wir nur zu gern an, genießt man doch von einer Stelle in seinem Wald einen herrlichen Blick über den Hallstätter See auf Hallstatt.

Auf dem Weg dorthin liegen unzählige Felsen vertreut, Ergebnis der Verkarstung der Alpen im Salzkammergut. Hier klammert sich eine Lärche an einen Felsen, durchdringt mit ihren Wurzeln kleinste Hohlräume, sucht und findet so Halt und lebensnotwendige Nährstoffe.

Blick von Obertraun über den Hallstädter See zum Plassen, hoch über Hallstadt im Salzkammergut, in der ersten Morgensonne.

361/365 Alpenglühen am Plassen

27.12.2015

Am ersten Morgen bietet sich mir beim Aufwachen dieser schöne Ausblick über den Hallstätter See auf den Plassen, dessen Spitze bereits in der Morgensonne leuchtet. Unsere Freundin Britta, Frau von Hans Jürgen, hat später ein schönes T-Shirt an, das eine ihrer Grundüberzeugungen widergibt: »Andere gehen zur Therapie – Ich gehe einfach … in die Berge«. Und da selbst in den Bergen kein Schnee liegt, ziehen wir heute Wanderschuhe an und begeben uns zu einer Wandertour auf den Krippenstein. Nach der Auffahrt über zwei Etappen mit der Gondel bietet sich uns ein herrliches Panorama in Richtung Dachstein. Wir gehen zum Nordrand in Richtung der »five fingers«, einer spektakulären Aussichtsplattform mit 400 m senkrecht abfallender Wand in Richtung Obertraun und Hallstätter See. Nichts für schwache Nerven.

Vom Gipfel des Krippensteins starten Gleitschirmflieger zu Rundflügen mit atemberaubendem Ausblick.

Vom Gipfel des Krippensteins starten Gleitschirmflieger zu Rundflügen mit atemberaubendem Ausblick.

Gleitschirmflieger beim Start

Nur wenige schnelle Schritte genügen, dann geht es in die Lüfte,
etwa 1500 m über dem Tal mit dem Hallstätter See.

 

Spektakuläre Aussichtsplattform hoch über dem Hallstätter See - die »five fingers« am Krippenstein. Hier fällt die Felswand fast senkrecht etwa 400 m in die Tiefe ab.

Spektakuläre Aussichtsplattform hoch über dem Hallstätter See – die »five fingers« am Krippenstein. Hier fällt die Felswand fast senkrecht etwa 400 m in die Tiefe ab.

Bevor wir ins Tal zurückkehren besuchen wir die Lodge, um auf der Sonnenterrasse den herrlichen Blick auf das Dachsteinmassiv mit Schladminger Gletscher und Hallstattgletscher zu genießen. Für die Rückkehr ins Tal haben wir uns für einen Abstieg auf einem schmalen Pfad von der Mittelstation aus entschieden. Dafür brauchen wir etwa eine Stunde. Der Weg führt in unzähligen Spitzkehren entlang an steilen Felswänden und Felsüberhängen.

Steile Felswand beim Abstieg von der Mittelstation unterhalb der Schönbergalm ins Tal.

Steile Felswand beim Abstieg von der Mittelstation unterhalb der Schönbergalm ins Tal.

Überall am Wegesrand blühen Schneerosen (Christrosen)

Überall am Wegesrand blühen Schneerosen (Christrosen)

Zurück im Landhaus am See zeigt der Abendhimmel über dem Feriendorf »Ressort Obertraun« in Richtung Hirschau-Alm kräftig leuchtende Farben.

Abendrot über Obertraun

Blick vom Landhaus am See über das Feriendorf »Ressort Obertraun« in Richtung Hirschau-Alm.

 

 

Kollektion von Wein- und Sektkorken unterschiedlicher Sorten und Herkunft

355/365 Korkbrand?

21.12.2015

Es gibt immer wieder Kampagnen wider die Verwendung von Kork als Verschluss von Wein- und Sektflaschen. Wie so oft im Leben gibt es beachtenswerte Gründe pro als auch contra den Einsatz von Kork. Letztendlich gibt es für mich auch eine sinnliche Komponente, die zu beachten ist. Ich mag es, den Korkenzieher (klassisches Kellnermesser) zum Öffnen zu verwenden, den Korken zu fühlen, zu betrachten und nach dem Genuss des Weines zu »archivieren«. Ich habe gerade entdeckt, dass man auf verschiedenen Webplattformen gebrauchte Korken kaufen kann. Na ja, so viele, dass sich ein Verkauf für mich lohnen könnte, habe ich noch nicht. Obwohl, zu Weihnachten werden wohl wieder ein paar hinzukommen.
Ein Merkmal der gezogenen Korken ist der Korkbrand, klingt nach einer gefährlichen Krankheit, ist aber lediglich das Branding (aufgedruckte, eingebrannte?, eingeprägte Bezeichnung der Marke, des Herstellers, ggf. der Herkunft, Abfüllung…). In einigen Regionen ist dieses Branding sogar vorgeschrieben und bestätigt die Angaben auf dem Eitikett, das sich leichter austauchen und fälschen lässt als der Korken. So, und jetzt ist Zeit für ein Gläschen vom roten. Sehr zum Wohle.

Leuchtend blaue Steinfrüchte des Schlehdorns (Prunus silvestris), auch Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Schwarzdorn genannt.

350/365 Multrecker

16.12.2015

Multrecker, so heißen die kleinen blauen Früchte des Schlehdorns (Prunus spinosa), auch Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Schwarzdorn oder Deutsche Akazie genannt, in Norddeutschland. Wer die Steinfrüchte vorsichtig zerkaut, weiß, warum sie so genannt werden. Jetzt haben sie allerdings schon ein paar frostige Nächte hinter sich, weshalb sie nicht mehr so viel astringierende Gerbstoffe enthalten. Da fällt mir spontan ein, dass ich meinen Schlehenlikör, den ich vor einigen Wochen angesetzt habe, testen sollte (angesetzt mit Gin – sehr lecker).

leuchten orange und rot gefärbte Hibiskusblüte

342/365 Aus der Zeit gefallen?

08.12.2015

Ein ähnliches Bild dieser Pflanze habe ich bereits im Frühjahr geschossen und gepostet. Den ganzen Sommer und Herbst über hat der Hibiskus fleißig geblüht,  den ersten Kälteeinbrüchen getrotzt und sich dabei ziemlich verausgabt. Als die Pflanze immer trauriger aussah, habe ich sie genommen und ihr einen hellen, freundlichen Platz an meinem Bürofenster eingerichtet, wo sie keinen Strom trocken-warmer Heizungsluft befürchten muss, der ihr dann den Rest geben würde. Nach ein paar Wassergaben und wenigen Tagen der Erholung hat sie sämtliche vorhandene Blütenknospen aktiviert und zum Blühen gebracht, als ob es kein Morgen gäbe. Das musste gewürdigt werden. Ich hoffe, ich konnte sie inzwischen beruhigen und ihr Mut für die nächste Freiluftsaison auf dem Balkon machen.

 

weiße Blüte des Einblatts im Gegenlicht

272/365 Für tolles Betriebsklima

29.09.2015
Während ich meinen Augen eine kleine Pause vom Computerbildschirm gönne und den Blick ins Weite schweifen lasse, sehe ich, dass einige Blüten des Einblatts vor dem Bürofenster vom einfallenden Sonnenlicht durchschienen werden und dabei hell leuchten. Da der Hintergrund optisch zu unruhig wirkte, habe ich schnell eine schwarze Platte aufgestellt, ein entfesseltes Blitzgrät auf niedrigster Leistung zur Aufhellung an meiner Seite installiert und ein paar Aufnahmen geschossen.
Leicht erkennbar ist, dass Spathiphyllum, oder zu deutsch Scheidenblatt, Blattfahne, Einblatt oder auch Friedenslilie eine Pflanzengattung aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae) ist. Mir gefällt die Pflanze wegen ihrer dekorativen großen Blätter und der leuchtend weißen Blüten. Besondere Aufmerksamkeit erlangte Spathiphyllum, als eine Clean Air Studie der NASA zur Luftreinigung in Raumstationen für das Einblatt eine überdurchschnittlich luftreinigende Wirkung feststellte. Vielleicht auch deshalb wurde das Einblatt im Monat Juni 2015 in Holland zur Zimmerpflanze des Monats gekürt. Ich erfahre bei Wikipedia zudem, dass die Pflanze aus den tropischen Regenwäldern Kolumbiens und Venezuelas entstammt. Ich kann demnächst also spanisch mit ihr reden?

Fruchtstände vom Johanneskraut

229/365 Hypericum aber nicht perforiert

17.08.2015
Echtes Johanneskraut oder Tüpfeljohanneskraut (Hypericum perforatum) wird seit langem in der Medizin verwendet, es wirkt stimmungsaufhellend und wird zur Behandlung innerer Unruhe und von Depressionen angewandt. Aber auch äußerlich werden Tinkturen und Öle gegen Warzen, Gefäßverletzungen, Wunden etc. verwendet. Der Volksmund nennt es auch Johannisblut, weil beim Pressen der gelben Blüten ein blutroter Saft gewonnen wird. In Öl eingelegte Blüten färben dieses ebenfalls tief rot.
Im Bild sehen wir jedoch nicht das Tüpfeljohanneskraut sondern eine Züchtung für den Garten. Die Blütenstände sehen aus wie kleine Sonnen und auch die Fruchtstände schmücken anschließend noch lange die niedrigen Sträucher.

weiße Blüte der Großblütigen Ballonblume oder Chinesischen Glockenblume

200/365 Ballonblume zum 200.

19.07.2015
Uihhh, schon der 200. Tag, noch dazu ein Sonntag. Im Garten bei unseren Gastgebern an diesem Wochenende würden sich gern diverse Motive aufdrängen, allein Petrus pustet und prustet dermaßen, dass die meisten Motive einfach zu viel zappeln. Als ich diese Großblütige Ballonblume oder Chinesische Glockenblume (Platycodon grandiflorus) ins Auge fasse, holt Petrus offensichtlich gerade Luft und ich habe kurz Zeit zu fokussieren und den Auslöser zu betätigen.
Apropos Campanula, ich muss mal wieder Musik des »Teufelsgeigers« (Niccolò Paganini) herauskramen. Er war zu seiner Zeit bereits ein Superstar nicht nur wegen seiner fantastischen Kompositionen und brillanten Spielweise, sondern auch wegen seiner schrillen äußeren Erscheinung in der Öffentlichkeit, ganz anders als diese eher dezente Schönheit aus der Familie der Campanulaceae.

 

Ein Nachtrag: Für alle, die nicht nachvollziehen konnten, warum ich von Campanula auf Paganini kam, eines seiner berühmtesten Stücke heißt La Campanelle und kann hier angehört werden:
La Campanella

Trauben von roten Johannisbeeren leuchten im Gegenlicht

185/365 Ribisel

04.07.2015
Ribisel, wie der Österreicher seine roten Johannisbeeren (Ribes rubrum) nennt, mag ich am liebsten so, frisch vom Strauch gepflückt, direkt in den Mund. Diese prächtigen Beeren wachsen bei meiner Schwester, deren Familie mir großzügig eine schöne Bleibe während eines Dreitageseminars bot. Bei jedem Gang am Busch vorbei musste ich einen kurzen Zwischenstopp einlegen und mindestens eine der prallen Trauben pflücken. Auch das ist eine der schönen Seiten des Sommers.

Kornfeld am Wegesrand mit roten Mohnblumen

179/365 Mohnblumen am Feldesrand

28.06.2015
Gestern Abend bekamen wir eine Anfrage von Freunden, ob wir bei dem zu erwartenden schönen Wetter am heutigen Sonntag nicht Lust auf eine Radpartie hätten. Hatten wir, und so sind wir erst nach Heide-Nord gedüst und von dort durch das untere Saaletal bis kurz vor Wettin geradelt. Leider hatten wir dabei eine kleine technische Panne, die eine Weiterfahrt nicht ratsam erscheinen ließ und so sind wir gemütlich über die Porphykuppen zwischen Mücheln, Gimritz, Brachwitz und Halle-Trotha zurück geradelt. Alles in allem kamen wir dann aber dennoch auf 44 km und morgen bringe ich das Rad meiner Holden zur Reparatur.