Reste eines lange vergessenen Fahrrads an einen Schuppen gelehnt mit Seilen und Tampen behängt

Praktisch veranlagt

Anmerkung vorab: Ruhig die langen Vokale mit der doppelten Länge vorgestellt lesen.

Wir aus dem Norden sind praktisch veranlagt. Ich darf »wir« sagen, bin ich doch direkt an der Ostseeküste geboren, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls sind wir pfiffig und haben für fast jede schwierige Situation eine praktikable Lösung bei der Hand. Zur Not kann man mit ein bisschen Tüdelband fast alles reparieren oder mit Band und einem Stück Tampen ein Fahrrad vor unbefugter Mitnahme schützen, so wie hier, am Fischereianleger Gager auf dem Mönchgut (Insel Rügen) geschehen. Jedenfalls hat der Tampen das Fahrrad deutlich sichtbar schon seit mehreren Jahren vor Diebstahl geschützt. Das liegt sicher auch daran, dass bei uns im Norden sich das mit der Kriminalität noch nicht so rumgesprochen hat wie anderswo. Aver, so voel Tampen? Ick gloew, dat harr nich nödig daan.

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Verzogene Bank aus Eichenholz an der Nordküste der Ostseeinsel Hiddensee

Myriapoda baltica?

Beim Stöbern in meinem Archiv stieß ich auf diese Abbildung eines ganz besonderen Tausendfüßlers auf der Ostseeinsel Hiddensee, aufgenommen zu Ostern 2013. Es war saukalt. Das Besondere an diesem Tausendfüßler sind die drei Reihen von Beinen. Wenn auch das eine oder andere Bein durch die rauhe Witterung angeknackst oder gar abgebrochen ist, so grüßt er doch freundlich Touristen unmittelbar am Leuchtturm Dornbusch.

Ich hoffe, die Bank steht noch, auch wenn sie nicht mehr in vollem Umfang als Sitzmöbel genutzt werden kann.

Peilkompass in Messinggehäuse von einem Segelausrüster - zeigt in Richtung der magnetischen Pole der Erde.

351/365 Auf Kurs

17.12.2015
Diesen Kompass habe ich mir einmal bei einem Ausrüster für den Segelsport gekauft, nicht weil ich ihn unbedingt brauchen würde, er hat mir einfach gefallen. Nun neige ich nicht dazu, alles haben zu müssen, was mir gefällt. Manchmal mache ich jedoch eine Ausnahme. Beim Windsurfen brauche ich ihn eher nicht, da auf Sicht zum Ufer gefahren wird und man eh keine Hand frei hat. Bis vor einigen Jahren dachte ich noch, im Wald könne ich mich gar nicht verlaufen, bis es dann doch einmal bei Schietwetter und diffusem Licht passiert ist. Seitdem habe ich im Auto meist einen einfachen Handkompass zu liegen, den ich gegebenenfalls beim Pilzesuchen einstecken kann. Heutzutage haben die meisten Mobiltelefone bereits einen elektronischen Kompass eingebaut, was sicher eine gute Sache ist, allerdings verabscheue ich den Gedanken, dass wir gedankenlos, blindlings nur noch auf Hightech und Elektronik statt auf Kenntnissen über die Natur, auf einfache verlässliche Hilfsmittel und auf Intuition vertrauen.

Schaumblasen im Durchlicht mit zahlreichen Spiegelungen

344/365 Spuma

10.12.2015

So sah sie also aus, die Wiege der Aphrodite, kurz bevor ihr die Göttin der Liebe, der Schönheit und der sinnlichen Begierde und eine der kanonischen zwölf olympischen Gottheiten, die Liebesgöttin schlechthin, entstieg.

Das Foto entstand im Gegenlicht vor weißem Hintergrund. Um die Konturen der Bläschen zu betonen, stellte ich die Blumenvase mit rechteckigem Querschnitte auf schwarzen Karton und deckte sie ebenfalls schwarz ab. Demnächst probiere ich aus, den Schaum strahlend weiß  vor schwarzem Hintergrund abzulichten.

 

Flammlachs auf Kiefernplanke rund um ein Birkenholzfeuer aufgestellt

335/365 Leumulohi

01.12.2015

Auf dem Weihnachtsmarkt wird im finnischen Dorf unserer Partnerstadt Oulu frischer Flammlachs (»Leumulohi«) bereitet. Dazu werden Lachsseiten gewürzt und leicht eingeschnitten sowie anschließend mit Holznägeln auf Kiefernbretter befestigt. Diese werden dann steil um ein kleines Birkenholzfeuer gestellt und ab und an umgedreht bis der Fisch gar ist. Im finnischen Dörfchen gibt es zudem kleine Maränen, Delikatessen vom Rentier und natürlich Glögi, die finnische Glühweinvariante, die mir persönlich zu süß ist. An einem anderen Stand gibt es zahllose Honigsorten aus dem skandinavischen Land. Während meine Holde bei Himbeerhonig schwach werden könnte, komme ich bei den kräftigen Sorten von Butterblumen oder Buchweizen ins Schwärmen.

Finnisch zu lernen stelle ich mir als extrem schwierig vor. »Halle ja Oulu ovat ystävyyskaupunkeja.« Wer das aussprechen kann, hat sich angeblich einen Gratis-Glögi verdient (auf Deutsch: »Halle und Oulu sind Partnerstädte.«). Ob er ihn am Stand auch bekommt, müsste ich einmal ausprobieren, aber wie?

 

 

Projektion eines Bogenfensters durch tiefstehendes Sonnenlicht an einer weißen Wand - daneben streift das Licht das Gehäuse einer riesigen maritrimen Schnecke (Queen Conch)

325/365 Die Queen der Meeresschnecken im Streiflicht

21.11.2015

Eigentlich wollte ich die Fensterfront meines Büros mit Pflanzen im Streiflicht der Nachmittagssonne ablichten. Das Ergebnis hat mir sogar gefallen. Aber dann sah ich an der Seitenwand die Projektion des Fensters mit der Bougainvillea und neben dem Schattenriss das vom Seitenlicht gestreifte Gehäuse einer riesigen karibischen Meeresschnecke, der Queen Conch (Große Fechterschnecke oder Riesen-Flügelschnecke (Lobatus gigas bzw. Eustrombus gigas).

Ein großer Teller mit frisch zubereiteten Miesmuscheln

263/365 Gar nicht so mies

20.09.2015
Heute gibt es endlich mal wieder Muscheln und dann gleich für jeden eine ordentliche Portion. Miesmuscheln, auch als Pfahl- oder Blaumuscheln bekannt, sind typische Bewohner der Gezeitenzonen und leben dort häufig an Stellen mit starker Brandung und auf Sandbänken. Für den Handel werden sie an Pfahl- und Treibgestellen, an Tauen oder an Matten kultiviert. Wir bereiten sie so zu, dass wir zunächst Suppengemüse in Stifte schneiden und in Olivenöl anschwitzen. Dazu kommt noch Tomatenmark und etwas Chili. Dann werden fein gehackter Knoblauch und Ingwer, die Muscheln sowie ein ordentlicher Schluck Weißwein in den Topf gegeben. Dieser wird verschlossen und nach wenigen Minuten ist das köstliche Essen fertig. Serviert wird auf großen Tellern. Dazu gibt es Baguette und Weißwein. Das Schöne am Muschelessen ist, dass die »Bestecke« zum Essen gleich durch die Muschelschalen mitgeliefert werden. Also ich finde, nicht nur durch den Gebrauch der Hände ist das Muschelessen etwas sehr Sinnliches …

Fischernetze in Plastikcontainern auf einem Fischereiboot in Rerik

224/365 Fischernetze

12.08.2015
Ich bummle zu gerne am Salzhaff entlang zum Fischereianleger. Das ist seit meiner Kindheit so. Damals hat mich in den Ferien ab und zu mein Opa am frühen Morgen mitgenommen, wenn er zum Fischer nach Rerik gefahren ist. Heute gibt es nur noch wenige Fischer in Rerik. Hoffentlich bleiben sie Rerik, seinen Einwohnern und Fischgaststätten und auch den interessierten Touristen noch lange erhalten.

Bootsanleger am Salzhaff in Rerik mit farbenprächtigem Abendhimmel

220/365 Haffidylle

08.08.2015
An unserem ersten Abend an der Ostsee in Rerik, ließ die Sonne nach einem spektakulären Untergang mit Hilfe ein paar kleinerer Wolkenbänder als Reflektoren den Himmel kräftig leuchten. Allein heute könnte ich Fotos für locker 30 Tage aufnehmen. Aber das zählt ja nicht, da fällt die Auswahl nur eines einzigen Motivs echt schwer. Ich entscheide mich für die Segelboote am Anleger im Salzhaff.