Ein Glas mit Newcastle Brown Ale im Kerzenschein auf einem kleinen Tisch im Pub in Halle

358/365 Very British

24.12.2015

Ich habe mir von einem Freund und Auskenner sagen lassen, Heiligabend in den Pub zu gehen, sei very british, ist zumindest bei jüngeren und mittleren Jahrgängen auf der Insel Usus. Was die Engländer können, soll uns nicht verwehrt sein. Und so haben meine Holde und ich sowie unsere Jungs gegen halb zehn am Heiligabend beschlossen, noch einmal loszuziehen, und dem Connoisseur einen Besuch abzustatten.Wie erwartet, war es ordentlich voll. Offensichtlich gibt es viele Menschen in Halle, die einfach keine Lust haben, an diesem Abend allein zu Hause herumzusitzen und statt dessen lieber im Pub mit anderen ein bisschen plaudern. Die Atmosphäre im Connoisseur war jedenfalls toll und es ging ziemlich laut zu. Die Getränke unterstützten den gehobenen Geräuschpegel sicherlich.

Anne, die Freundin unseres »Großen«, hat mir zu Demonstrationszwecken einen Sterneffektfilter überlassen, den ich einfach den ganzen Abend vor dem Objektiv lasse. Er spielt seine Stärken vor allem bei kleinen punktförmigen Lichtquellen aus. Schon auf dem Weg zum Connoisseur habe ich ein paar Aufnahmen geschossen.

Weihnachtsbaum und Weihnachtspyramide auf dem Marktplatz in Halle. Durch den Sterneffektfilter vor dem Objektiv strahlen alle punktförmigen Lichter wie Sterne.

Weihnachtsbaum und Weihnachtspyramide auf dem Marktplatz in Halle. Durch den Sterneffektfilter vor dem Objektiv strahlen alle punktförmigen Lichter wie Sterne.

Straßenbahn kurz vor dem Marktplatz in Halle am späten Heiligabend 2015

Straßenbahn kurz vor dem Marktplatz in Halle am späten Heiligabend 2015

Werbeanzeigen
Kollektion von Wein- und Sektkorken unterschiedlicher Sorten und Herkunft

355/365 Korkbrand?

21.12.2015

Es gibt immer wieder Kampagnen wider die Verwendung von Kork als Verschluss von Wein- und Sektflaschen. Wie so oft im Leben gibt es beachtenswerte Gründe pro als auch contra den Einsatz von Kork. Letztendlich gibt es für mich auch eine sinnliche Komponente, die zu beachten ist. Ich mag es, den Korkenzieher (klassisches Kellnermesser) zum Öffnen zu verwenden, den Korken zu fühlen, zu betrachten und nach dem Genuss des Weines zu »archivieren«. Ich habe gerade entdeckt, dass man auf verschiedenen Webplattformen gebrauchte Korken kaufen kann. Na ja, so viele, dass sich ein Verkauf für mich lohnen könnte, habe ich noch nicht. Obwohl, zu Weihnachten werden wohl wieder ein paar hinzukommen.
Ein Merkmal der gezogenen Korken ist der Korkbrand, klingt nach einer gefährlichen Krankheit, ist aber lediglich das Branding (aufgedruckte, eingebrannte?, eingeprägte Bezeichnung der Marke, des Herstellers, ggf. der Herkunft, Abfüllung…). In einigen Regionen ist dieses Branding sogar vorgeschrieben und bestätigt die Angaben auf dem Eitikett, das sich leichter austauchen und fälschen lässt als der Korken. So, und jetzt ist Zeit für ein Gläschen vom roten. Sehr zum Wohle.

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt auf der Burg Querfurt

353/365 Burgweihnacht

19.12.2015
An diesem Wochenende gibt es den vielleicht schönsten und stimmungsvollsten Weihnachtsmarkt der Region auf der Burg Querfurt. Die Burg Querfurt an der »Straße der Romanik« ist eine der flächenmäßig größten mittelalterlichen Burgen Deutschlands und immer einen Besuch wert. Die Burg mit Graben, Gewölben, mächtigen Bastionen und drei Türmen begeistert nicht nur »angehende Ritter und Edeldamen«, die Burg diente in den letzten Jahren in zahlreichen Filmprojekten als stimmungsvolle Kulisse. Zu den Filmprojekten, die hier zum Teil umgesetzt wurden, gehören »Die Päpstin«, »Der Medicus«, deutsche Märchenfilme wie »Jorinde und Joringel« sowie Til Schweigers Produktion »1½ Ritter «. Im Zeughaus informiert eine Sonderausstellung hierzu. An diesem Wochenende herrscht hier allerdings Ausnahmezustand. Mit so vielen Besuchern hatten selbst die künsten Optimisten nicht gerechnet. Nur gut, dass ich keine kleinen Kinder mehr zu betreuen habe. Aber, schön war´s.

Treppen im ehemaligen Modekaufhaus Weiß, heute New Yorker, am Markt in Halle

349/365 Funktion und Ebenmaß

15.12.2015

Es ist schon lustig, da habe ich erst vor ein paar Tagen zu einer Aufnahme eines Wohn- und Geschäftshauses in der Großen Ulrichstraße etwas über Historismus verlauten lassen, und schon stehe ich vor symmetrischen Treppenaufgängen der selben Schöpfer am Marktplatz. Die Brüder Albert und Ernst Heinrich Giese waren halt sehr fleißig. Dieses Kaufhaus, ein viergeschossiger Stahlbetonskelettbau mit etwa 4.200 m² Verkaufsfläche, tollen Treppenaufgängen und einem Lichthof unter einer imposanten Kuppel, eröffnete 1908 als Konfektionshaus Weiss. Die Bekleidungskette New Yorker hat das mit den Jahren herunter gekommene Kaufhaus 2006 gekauft und nach umfangreichen Sanierungsarbeiten 2008 wiedereröffnet. Als ich den Fotoapparat zückte, stand sofort eine junge Verkaufsangestellte neben mir und fragte nach meiner Berechtigung zu fotografieren. Glücklicherweise rief sie spontan bei ihrer Geschäftsleitung an und eine Minute später hatte ich die Erlaubnis, die Treppen abzulichten. Da sage ich gern nochmals Danke.

Riesenpfanne mit köstlichen Speisen im griechischen Restaurant Sonono in Halle

348/365 Sonono me gusta mucho

14.12.2015

»Sonono« klingt wie ein Lied auf spanisch, ist aber ein griechisches Restaurant in der August-Bebel-Straße in der Nähe des Opernhauses in Halle. Hier haben wir unseren letzten Konversationskurs Spanisch für dieses Jahr abgehalten, auch wenn dieses mal kaum spanisch gesprochen wurde. Der Wirt, Saad Sonono, hat uns für 12 Personen zwei Tabletts mit Vorspeisen sowie diese Riesenpfanne mit allerlei Köstlichkeiten zubereitet. Anders als in vielen griechischen Restaurants in Deutschland, gab es hier keine Knoblauchkeule, die alles zu erschlagen drohte. Die Speisen waren mit allerleih Gewürzen und Kräutern köstlich abgeschmeckt, der reinste Synapsenfasching. ¡que aproveche!

Zentrale Merkhilfe und Gedächtnisstütze im Haushalt - die als magnetische Infotafel genutzte Klappe zu den Elektrosicherungen

345/365 Nicht vergessen

11.12.2015

Wann ist die Party bei René und Steffi? Wann wollen wir zum Blutspenden? Demnächst muss ich wieder meinen Bibliotheksausweis verlängern. Anfang Januar gehen wir ins Neue Theater zur »Stunde der Komödianten«. Vorher muss noch eine Rechnung überwiesen werden. Und wenn am Fahrrad etwas kaputt gegangen ist; hier ist die Nummer vom »Radlager«, der kriegt das wieder hin. Bei uns ist die zentrale Sammelstelle von Informationen, Merkhilfen und Schlüsseln die Klappe zu den Sicherungen gleich am Wohnungseingang. Ein kurzer Blick genügt, und man ist im Bilde. Eigentlich könnte die Klappe/Tafel doppelt so groß sein. Aber dann wäre sie auch schon wieder weniger übersichtlich. Woran sollte der Dollar doch gleich noch erinnern? Spare in der Not, dann hast Du Zeit dazu?

zerstörte Telefonsäule der Deutschen Telekom am Hauptbahnhof in Halle

312/365 Kommunikationsstörung

08.11.2015
An diesem »Fernsprechkiosk« der Deutschen Telekom herrscht Funkstille. Klar verdrängt das Handy die öffentlichen Telefonzellen/Münzfernsprecher/Telefonsäulen immer mehr. Aber, sind die öffentlich zugängigen Telefone deshalb nutzlos und überflüssig? Ich habe da meine Zweifel. Klar ist auch, dass es Vandalismus und sinnlose Zerstörung gibt. Sollte man da hoffen, dass die Zerstörer niemals auf ein funktionierendes Telefon für einen wie auch immer gearteten Hilferuf angewiesen sind oder ihnen gar das Gegenteil wünschen? Dass es auch die Möglichkeit eines »kalten Rückbaus« durch den Betreiber aus Spargründen gibt, will ich mir erst gar nicht vorstellen.

Hausfassade in Halles Innenstadt mit Verbotsschild: Fahrräder abstellen verboten! Wer hält sich daran? Was passiert denen, die sich nicht daran halten?

128/365 Und wenn doch?

8.05.2015
Hier, in diesem Haus in der Kleinen Ulrichstraße scheint ja wohl alles verboten zu sein, keine Fahrräder abstellen, Werbung wollen sie, bis auf eine Mietpartei, auch nicht. Im Anbringen von Verbotsschildern sind wir in Deutschland ja wirklich meisterlich. Die Frage ist nur, was nützt es? Nun ja, die Sache mit der Verweigerung von unadressierter Werbung finde ich ja ok. Leider hilft das noch nicht gegen ungefragten Einwurf von unentgeltlichen Zeitungen. Dafür bräuchte man wieder ein Extraverbotsschild oder wenigstens einen kleinen Aufkleber.

Gehirnwäsche in der Waschmaschine

23/365 Gehirnwäsche

23.01.2015
Jetzt habe ich doch glatt vergessen, dass … ; ja, was eigentlich? Zeit für neue Gedanken, Zeit für eine gründliche Gehirnwäsche. Früher, einige werden sich erinnern, kannte man Gehirnwäsche in der Schule der sozialistischen Arbeit oder im ML-Unterricht oder einfach beim Versuch, die Tageszeitung aufzuschlagen. Heute macht es die moderne Technik möglich, das selbst, eigenverantwortlich und fast ohne Risiko (behauptet der Hersteller) zu erledigen. Zusätzlich wird das Hirn dabei frisch ionisiert, was neue, frische Gedanken geradezu beflügeln soll, sozusagen das Vorprogramm für eine anzuschließende neurolinguistische Erfolgsprogrammierung. Die Werbung verspricht eine vitalisierende Wirkung für mindestens 2 Wochen. Na, wers glaubt?
Ach ja, noch etwas: Vorsicht beim Schleudern!!!

Schlagzeile: Sozialer Arbeitsmarkt

17/365 Sozialer Arbeitsmarkt am seidenen Faden

17.01.2015
Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich mich nur schwer für ein Motiv entscheiden kann. Also nehme ich das Bild, welches tagesaktuell ist und somit nicht später wieder fotografiert werden kann, gesehen in Halles Innenstadt zwischen Eselsbrunnen und Franckeplatz. Allein das alte Portal ist schon sehenswert und hätte ein eigenes Foto verdient. Ich habe mich dennoch auf die Schlagzeile konzentriert. Wenn die Zeitungen mal nicht so, wie sie sind, am »seidenen Faden«, direkt in den Papierkontainer wandern.