Leuchtend blaue Steinfrüchte des Schlehdorns (Prunus silvestris), auch Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Schwarzdorn genannt.

350/365 Multrecker

16.12.2015

Multrecker, so heißen die kleinen blauen Früchte des Schlehdorns (Prunus spinosa), auch Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Schwarzdorn oder Deutsche Akazie genannt, in Norddeutschland. Wer die Steinfrüchte vorsichtig zerkaut, weiß, warum sie so genannt werden. Jetzt haben sie allerdings schon ein paar frostige Nächte hinter sich, weshalb sie nicht mehr so viel astringierende Gerbstoffe enthalten. Da fällt mir spontan ein, dass ich meinen Schlehenlikör, den ich vor einigen Wochen angesetzt habe, testen sollte (angesetzt mit Gin – sehr lecker).

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leuchten orange und rot gefärbte Hibiskusblüte

342/365 Aus der Zeit gefallen?

08.12.2015

Ein ähnliches Bild dieser Pflanze habe ich bereits im Frühjahr geschossen und gepostet. Den ganzen Sommer und Herbst über hat der Hibiskus fleißig geblüht,  den ersten Kälteeinbrüchen getrotzt und sich dabei ziemlich verausgabt. Als die Pflanze immer trauriger aussah, habe ich sie genommen und ihr einen hellen, freundlichen Platz an meinem Bürofenster eingerichtet, wo sie keinen Strom trocken-warmer Heizungsluft befürchten muss, der ihr dann den Rest geben würde. Nach ein paar Wassergaben und wenigen Tagen der Erholung hat sie sämtliche vorhandene Blütenknospen aktiviert und zum Blühen gebracht, als ob es kein Morgen gäbe. Das musste gewürdigt werden. Ich hoffe, ich konnte sie inzwischen beruhigen und ihr Mut für die nächste Freiluftsaison auf dem Balkon machen.

 

Gänseblümchen auf der mit braunem Laub bedeckten Wiese.

321/365 Tausendschön

17.11.2015

Heute treibe ich mich in der Westprignitz herum, um unser Refugium in der »Wildnis« winterfest zu machen. Leider meint es Petrus nicht besonders gut mit mir, es regnet immer mal wieder. Inmitten brauner Blätter von Eichen und Erlen erhebt Prinzessin Tausendschön ihr strahlendes Haupt und lächelt mich an. Da kann ich nicht anders und lächle zurück. Komm gut über den Winter.

Avocado mit Birne und Orange überbacken mit Blauschimmelkäse

318/365 Avocado mit Birne und Blauschimmelkäse aus dem Ofen

14.11.2015

Heute beschränkte sich mein Beitrag an diesem köstlichen Abendmahl auf das Beschaffen der Zutaten. Zubereitet wurde es von meiner Holden:

Avocado aushölen, klein schneiden, Birne ebenso klein schneiden und mit der Avocado vermengen, entweder etwas Zitronensaft oder Orangensaft zugeben, nach Belieben würzen (z.B. Knoblauch, Chili…). Die Mischung wieder in die Avocadoschalen füllen, mit Olivenöl beträufeln, mit Scheiben von herzhaftem Blauschimmelkäse bedecken und ab in den Ofen. Die kross gebratenen Speckscheiben setzen einen tollen rauchigen Kontrapunkt, können natürlich gern weggelassen werden, aber nicht von mir.

Beim Schreiben läuft mir in der Erinnerung an den Genuss das Wasser im Munde zusammen. Ich glaube, das machen wir bald einmal wieder.

Halt an der Bahnschranke: Regionalexpress RE 3612 von Halle (Saale) nach Halberstadt am Bahnübergang in Könnern

316/365 Freie Fahrt für RE 3612

12.11.2015
… unterwegs von Halle (Saale) über Könnern nach Halberstadt am Nordrand des Harzes. Auf dem Heimweg von einer sehr kurzweiligen Führung durch die Produktionsanlagen der Zuckerfabrik in Könnern muss ich schon nach wenigen hundert Metern kurz stoppen. Nicht schlimm, fährt mir doch gerade mein heutiges Tagesmotiv direkt vor die Linse. Ich hätte vorher wenigstens noch kurz die Scheibenwaschanlage bedienen können. Jetzt ist es zu spät.

Abend auf dem Marktplatz in Halle mit Blick auf die Marktkirche. Die Marktstände werden bald schließen.

313/365 Kurz vor Feierabend

09.11.2015
Das war knapp. Wieder einmal auf dem Weg zum Spanischunterricht, entscheide ich mich für den Schnappschuss in Richtung Marktstände und Marktkirche. Wie ich drei Tag später sehen sollte, war das genau die richtige Entscheidung, denn inzwischen werden hier die Buden für den bald öffnenden Weihnachtsmarkt errichtet. Da ich kein Stativ mitführe, entscheide ich mich, die Kamera an einen Laternenpfahl zu pressen und via Selbstauslöser zu belichten.

Händel-Denkmal auf dem Marktplatz in Halle bei Nacht

306/365 Halle(lujah) beim Warten auf Messiah

02.11.2015
Nachdem die Uhren von Sommer- auf Normalzeit zurückgestellt wurden, wird es abends beizeiten duster. Das finde ich schrecklich, ist aber so, und irgendwann werden die Tage auch wieder länger. Auf dem Weg zum Spanischkurs komme ich wieder einmal auf dem Marktplatz bei »Schorsch« vorbei, der sich wiederum von Montagsdemos pro und contra Flüchtlingsaufnahme in Halle genervt zeigt und diesen seinen breiten Rücken zuwendet. Was würde er heute wohl komponieren?

Steinerne Jungfernbrücke im Harz über den Fluss Bode

305/365 Im wilden Bodetal

01.11.2015
Der Harz ist urwüchsig und ein Hort unzähliger Sagen. Die Wetterfrösche versprachen für heute tolles Herbstwetter und sie sollten Recht behalten. Zusammen mit Freunden wollten wir das tolle Wetter nutzen und eine Wanderung entlang der Bode zum Hexentanzplatz unternehmen. Also sind wir mit dem Auto bis kurz vor Thale gefahren und haben es auf einem Waldparkplatz abgestellt. Von hier aus ging es nach Treseburg und von dort aus entlang der Bode flussabwärts in Richtung Thale. Das war eine großartige Idee. Je mehr wir uns dem tiefen Einschnitt zwischen Hexentanzplatz und Rosstrappe näherten, um so schöner wurde die Szenerie und auch der Fluss selbst. Fast senkrecht erheben sich die Granitfelsen zu beiden Seiten der Bode. Der Fluss hat hier die tiefste Felsschlucht Deutschlands außerhalb der Alpen in das Gelände gefressen.
Kurz vor Thale erreichen wir den Hirschgrund mit dem Gut Königsruhe, einer Ausflugsgaststätte mit Nebengebäuden und dieser steinernen Brücke. Natürlich ranken sich auch um die Jungfernbrücke Sagen und Geschichten. Von hier ging es steil hinauf über etwa 250 Höhenmeter zum Hexentanzplatz. War auch der Aufstieg beschwerlich, so waren die gewonnen Naturerlebnisse jeden einzelnen Höhenmeter allemal Wert.

Goldene Blätter vom Ginko vor strahlend blauem Herbsthimmel

304/365 Mediator zwischen den Welten

31.10.2015

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin?

(Ginkgo Biloba: Johann Wolfgang von Goethe, 1815)

Der Ginkgo fasziniert und inspiriert die Menschen seit tausenden von Jahren. Er ist symbolträchtig und steht für Hoffnung, Freundschaft, Fruchtbarkeit und Anpassungsfähigkeit. Charles Darwin bezeichnete ihn als »lebendes Fossil« und als solches ist der Ginkgo ein Vermittler zwischen den Welten, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Orient und Okzident, zwischen Körper und Geist, zwischen den Geschlechtern, zwischen Yin und Yang. Und ich finde ihn einfach nur schön. Aber Vorsicht: Wer unter einem weiblichen Baum Früchte findet, sollte diese nicht wie ich einfach in die Tasche stecken. Das Fruchtfleisch fing innerhalb kürzester Zeit an, schleimig zu werden und fürchterlich zu stinken (Buttersäure und Capronsäure!). Angeblich sind die Nüsse (Kerne) allerding eine Delikatesse.

PKW unter einem Spitzahorn, mit goldenen frisch gefallenen Blättern eingehüllt

303/365 Goldmarie

30.10.2015
Im Märchen der Gebrüder Grimm wird die fleißige Marie zur Goldmarie, in der Nebenstraße wurde dieser PKW über Nacht von goldenen Blättern eingehüllt. Ob der zuvor, wie Marie, ohne auf eine Belohnung abzuzielen, fleißig und hilfsbereit war? Wir wissen es nicht.