Treppenaufgang und Flurfenster mit schöner Bleiverglasung in unserem etwa hundertjährigen Haus in Halles Innenstadt

359/365 Fenster zum Hof

25.12.2015

Ich habe am 80. Projekttag bereits ein Detail des Flurfensters abgelichtet und über die Verglasung berichtet. Damals hatte ich mir vorgenommen, auch das gesamte Fenster einmal zu zeigen. Viel Zeit bleibt mir im Jahresprojekt nicht mehr, morgen geht es über den Jahreswechsel mit Freunden nach Oberösterreich, also muss es heute passieren.

Das komplette Flurfenster im Treppenhaus zum Hof mit aufwendig gestalteter Bleiverglasung.

Das komplette Flurfenster im Treppenhaus zum Hof mit aufwendig gestalteter Bleiverglasung.

Werbeanzeigen
Ein Glas mit Newcastle Brown Ale im Kerzenschein auf einem kleinen Tisch im Pub in Halle

358/365 Very British

24.12.2015

Ich habe mir von einem Freund und Auskenner sagen lassen, Heiligabend in den Pub zu gehen, sei very british, ist zumindest bei jüngeren und mittleren Jahrgängen auf der Insel Usus. Was die Engländer können, soll uns nicht verwehrt sein. Und so haben meine Holde und ich sowie unsere Jungs gegen halb zehn am Heiligabend beschlossen, noch einmal loszuziehen, und dem Connoisseur einen Besuch abzustatten.Wie erwartet, war es ordentlich voll. Offensichtlich gibt es viele Menschen in Halle, die einfach keine Lust haben, an diesem Abend allein zu Hause herumzusitzen und statt dessen lieber im Pub mit anderen ein bisschen plaudern. Die Atmosphäre im Connoisseur war jedenfalls toll und es ging ziemlich laut zu. Die Getränke unterstützten den gehobenen Geräuschpegel sicherlich.

Anne, die Freundin unseres »Großen«, hat mir zu Demonstrationszwecken einen Sterneffektfilter überlassen, den ich einfach den ganzen Abend vor dem Objektiv lasse. Er spielt seine Stärken vor allem bei kleinen punktförmigen Lichtquellen aus. Schon auf dem Weg zum Connoisseur habe ich ein paar Aufnahmen geschossen.

Weihnachtsbaum und Weihnachtspyramide auf dem Marktplatz in Halle. Durch den Sterneffektfilter vor dem Objektiv strahlen alle punktförmigen Lichter wie Sterne.

Weihnachtsbaum und Weihnachtspyramide auf dem Marktplatz in Halle. Durch den Sterneffektfilter vor dem Objektiv strahlen alle punktförmigen Lichter wie Sterne.

Straßenbahn kurz vor dem Marktplatz in Halle am späten Heiligabend 2015

Straßenbahn kurz vor dem Marktplatz in Halle am späten Heiligabend 2015

Im Connoisseur hat Maren die Teelichter entzündet, um sie jetzt auf den Tischen zu verteilen.

352/365 Glanz im Connoisseur

18.12.2015
Und schon wieder neigt sich eine Woche ihrem Ende zu, es ist Freitag Abend kurz vor halb sechs. Und während ich auf meine Holde warte, die demnächst vom Sport kommt, entzündet Maren im Connoisseur die Teelichter, um sie anschließend auf den Tischen zu verteilen und so die typische Atmosphäre zu schaffen. Zum Glück hat Maren nichts dagegen, dass ich sie mit dem Lichtertablett fotografiere, nur muss ich mich beeilen, heute »steht ihr der Chef auf den Füßen«, ein neues Abrechnungssystem wird eingeführt. Vor der Abrechnung gibt es aber noch Cider und Newcastle Brown Ale, ein paar leckere Getränke von der Insel. Sláinte!

Peilkompass in Messinggehäuse von einem Segelausrüster - zeigt in Richtung der magnetischen Pole der Erde.

351/365 Auf Kurs

17.12.2015
Diesen Kompass habe ich mir einmal bei einem Ausrüster für den Segelsport gekauft, nicht weil ich ihn unbedingt brauchen würde, er hat mir einfach gefallen. Nun neige ich nicht dazu, alles haben zu müssen, was mir gefällt. Manchmal mache ich jedoch eine Ausnahme. Beim Windsurfen brauche ich ihn eher nicht, da auf Sicht zum Ufer gefahren wird und man eh keine Hand frei hat. Bis vor einigen Jahren dachte ich noch, im Wald könne ich mich gar nicht verlaufen, bis es dann doch einmal bei Schietwetter und diffusem Licht passiert ist. Seitdem habe ich im Auto meist einen einfachen Handkompass zu liegen, den ich gegebenenfalls beim Pilzesuchen einstecken kann. Heutzutage haben die meisten Mobiltelefone bereits einen elektronischen Kompass eingebaut, was sicher eine gute Sache ist, allerdings verabscheue ich den Gedanken, dass wir gedankenlos, blindlings nur noch auf Hightech und Elektronik statt auf Kenntnissen über die Natur, auf einfache verlässliche Hilfsmittel und auf Intuition vertrauen.

Selbst hergestellte gebrannte, karamellisierte Mandeln mit Vanille, Zimt und Chili

339/365 Mandeln im Glasmantel

05.12.2015

Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es zahlreiche Stände, die gebrannte, also karamellisierte Mandeln, Nüsse und Sämereien anbieten. Da mir dort zu viel Zucker verwendet wird, habe ich die Herstellung selbst ausprobiert. Im Internet kursieren dazu zahlreiche Rezepte. Ich habe für 200 g Mandeln (mit Haut!) nur 100 g Zucker, sowie jeweils etwa 1 Tl Vanillezucker und gemahlenen Zimt nebst einer Prise scharfer Chili  verwendet.

Den Zucker habe ich in einer großen beschichteten Pfanne mit einem großen Schluck Wasser zum Kochen gebracht, die Mandeln sowie die anderen Zutaten hinzugegeben und bei kräftiger Hitze das Wasser abgedampft.

Mandeln mit Haut, Zucker, Gewürze und etwas Wasser kocht in einer beschichteten Pfanne

Mandeln mit Haut, Zucker, Gewürze und etwas Wasser kocht in einer beschichteten Pfanne

Wenn das Wasser vedampft ist, kristallisiert der Zucker zunächst wieder aus.

Wenn das Wasser vedampft ist, kristallisiert der Zucker zunächst wieder aus.

Anschließend habe ich bei deutlich geringerer Hitze den Zucker schmelzen und karamellisieren lassen und dabei ständig gerührt. Durch das Karamellisieren verringert sich noch einmal die Süße. Ich habe das so lange getrieben, bis ich keine Zuckerkristalle mehr entdecken konnte. Die Mischung habe ich auf ein mit Backpapier bedecktes Backblech gegeben und mit zwei Gabeln verteilt und getrennt. Beim Abkühlen entsteht dabei eine unterkühlte Schmelze. Der Zucker kristallisierte nicht, es entstand also »Glas« aus Zucker.

Beim Gegencheck auf dem Weihnachtsmarkt habe ich gesehen, dass dort der Prozess früher abgebrochen wird. Dann entsteht eine Kruste aus kristallinem und Glaszucker. Probiere ich im nächsten Ansatz mit Walnüssen aus.

Übrigens, früher wurde »Zuckerglas« verwendet, wenn sich Schauspieler auf der Theaterbühne oder vor laufender Filmkamera eine Flasche über den Kopf hauten oder durch eine Scheibe fallen mussten.

 

Beim Schein einer Kerze wird ein Glas mit Rotwein gefüllt

336/365 Sinn oder Unsinn des Lebens

02.12.2015

Rotwein ist für alte Knaben
eine von den besten Gaben.
(Wilhelm Busch)

Diese Lebensweisheit, die der bärtige Dichter seinem Rektor Debisch in »Abenteuer eines Junggesellen« durch den Kopf gehen ließ, trifft meine volle Zustimmung. Oder in Anlehnung an den großen Humoristen und Weltversteher Loriot: »Ein Abend ohne Rotwein ist möglich, aber sinnlos.« Und, es gibt so viele schöne Rotweine, Meisterwerke der Winzer. Klar ist aber auch, nur die wenigsten können sich Spitzenwerke der Winzerkunst auch leisten. Ich wollt´, ich gehörte dazu. Sei´s drum. Auf jeden Fall hat auch der große deutsche Nationaldichter Goethe Recht, dem der Ausspruch zugeschrieben wird, »das Leben ist kurz, um schlechten Wein zu trinken.«  Und damit belasse ich es heute. Ein Prosit der Gemütlichkeit.

 

 

Leuchtend grüner Glasklumpen aus Lauscha im Durchlicht

245/365 Zauberei aus der Smaragdenstadt

02.09.2015
»Der Zauberer der Smaragdenstadt« ist eine russische Nachdichtung des amerikanischen Kinderbuches »The Wonderful Wizard of Oz« und durfte in keinem Kinderzimmer der DDR fehlen. Unsere Jungs haben die Geschichte geliebt. Dieser leuchtende Zauberstein ist kein Smaragd, nicht einmal ein Stein. Da er keine Kristallstruktur aufweist, eine unterkühlte Flüssigkeit ist, handelt es sich um Glas, Glas aus Lauscha, dem Zentrum der Thüringischen Glasherstellung seit über 400 Jahren. Diesen »Tropfen« (Klumpen klingt mir irgendwie zu gemein) hat meine Holde im letzten Herbst bei einem Besuch im Glaszentrum Lauscha mitgenommen und ich habe ihn mit einem dünnen Lichtstrahl zum Leuchten gebracht.