Riesenpfanne mit köstlichen Speisen im griechischen Restaurant Sonono in Halle

348/365 Sonono me gusta mucho

14.12.2015

»Sonono« klingt wie ein Lied auf spanisch, ist aber ein griechisches Restaurant in der August-Bebel-Straße in der Nähe des Opernhauses in Halle. Hier haben wir unseren letzten Konversationskurs Spanisch für dieses Jahr abgehalten, auch wenn dieses mal kaum spanisch gesprochen wurde. Der Wirt, Saad Sonono, hat uns für 12 Personen zwei Tabletts mit Vorspeisen sowie diese Riesenpfanne mit allerlei Köstlichkeiten zubereitet. Anders als in vielen griechischen Restaurants in Deutschland, gab es hier keine Knoblauchkeule, die alles zu erschlagen drohte. Die Speisen waren mit allerleih Gewürzen und Kräutern köstlich abgeschmeckt, der reinste Synapsenfasching. ¡que aproveche!

orientalische Räuchermännchenfigur bläst dicke Rauchwolken in den Abendhimmel über Leipzigs Weihnachtsmarkt

347/365 Rachermannel aus dem Morgenland

13.12.2015

Längst haben die Rachermannel aus dem Erzgebirge, Nachtwächter, Bergleute, Förster… Konkurrenz bekommen, was das Abrauchen duftender Räucherkerzen in den Wohnungen zur Weihnachtszeit angeht. Auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt paffte dieser Abgesandte aus dem Morgenland herrliche Rauchwolken in den Abendhimmel. An dem Stand gab es die verrücktesten Figuren. Sind sie zum Teil auch lustig anzuschauen, mir persönlich gefallen die neuen und klassischen Kreationen aus dem Erzgebirge besser.

 

Adventskalender: in der Tasche mit der Aufschrift »12« steckt ein kleiner Schokoladenweihnachtsmann und ein Tannenzweig

346/365 Das Dutzend ist voll

12.12.2015

Ist gar nicht so lange her, dass die Basis der im deutschsprachigen Raum gebräuchlichen Mengeneinheiten 12, das Dutzend, war. Was ein Dutzend ist, wissen heute noch viele. Anders sieht es aber schon bei Schock und Gros aus. Interessant finde ich ja, dass das Schock gerade fünf Dutzend (warum nicht sechs?) sind. Und noch witziger ist das Bäcker- oder Fleischerdutzend (13), daher rührend, dass besagte Handwerksmeister sicherheitshalber bei verlangter Menge von zwölf Stück ein dreizehntes unberechnet dazu gelegt haben sollen. Jedenfalls ist heute das Dutzend der Kalendertage im Monat Dezember voll, auch noch das Fach im Adventkalender. Gleich vielleicht schon nicht mehr.

Zentrale Merkhilfe und Gedächtnisstütze im Haushalt - die als magnetische Infotafel genutzte Klappe zu den Elektrosicherungen

345/365 Nicht vergessen

11.12.2015

Wann ist die Party bei René und Steffi? Wann wollen wir zum Blutspenden? Demnächst muss ich wieder meinen Bibliotheksausweis verlängern. Anfang Januar gehen wir ins Neue Theater zur »Stunde der Komödianten«. Vorher muss noch eine Rechnung überwiesen werden. Und wenn am Fahrrad etwas kaputt gegangen ist; hier ist die Nummer vom »Radlager«, der kriegt das wieder hin. Bei uns ist die zentrale Sammelstelle von Informationen, Merkhilfen und Schlüsseln die Klappe zu den Sicherungen gleich am Wohnungseingang. Ein kurzer Blick genügt, und man ist im Bilde. Eigentlich könnte die Klappe/Tafel doppelt so groß sein. Aber dann wäre sie auch schon wieder weniger übersichtlich. Woran sollte der Dollar doch gleich noch erinnern? Spare in der Not, dann hast Du Zeit dazu?

Wohn- und Geschäftshaus neben der Kulturinsel in der Großen Ulrichstraße in Halle am Abend

341/365 Historismus?

07.12.2015

Die Große Ulrichstraße schlängelt sich vom Marktplatz in nördliche Richtung zwischen zahlreichen architektonisch wertvollen Wohn- und Geschäftshäusern entlang zum Hansering. Hier, im Foto festgehalten, beschreibt sie eine S-Kurve vor der Kulturinsel mit Neuem Theater, einem Kaufhaus im Stile des Historismus der Architekten Albert und Ernst-Heinrich Giese ausweichend. Beide gründeten 1883 in Halle das Atelier für Architektur und Kunstgewerbe / Bauausführung  und betrieben es bis 1922. Die kreativen und schaffensfreudigen Brüder hinterließen in Halle zahlreiche Spuren ihres Könnens. Das Kaufhaus in der Großen Ulrichstraße 49 zieht seit vielen Jahren als Modehaus besonders weibliche Kunden an und bietet einer großen Anwaltskanzlei attraktive Geschäftsräume. Der als Historismus beschriebene Baustil war im 19. Jahrhundert in der Architektur verbreitet, griff auf ältere Stilrichtungen zurück und kombinierte diese nach Herzenslaune, quasi ein Stilpluralismus.

wohl geformter Damenpo als erotisches Gemälde der Halleschen Künstlerin Anke Krakow zur Ausstellungseröffnung in der Szenekneipe Zwöö in Halle

340/365 Frivol(a)

06.12.2015

Zum Nikolaustag gibt es etwas Erwärmendes. Heute hat unsere Freundin, Innenarchitektin, Designerin, Malerin, Grafikerin und Illustratorin Anke Krakow (alias Frivola) eine kleine Bilderausstellung in der Halleschen Szenekneipe »Zwöö« eröffnet. Hier gibt es ein paar Impressionen von der Ausstellung.

Beim Schein einer Kerze wird ein Glas mit Rotwein gefüllt

336/365 Sinn oder Unsinn des Lebens

02.12.2015

Rotwein ist für alte Knaben
eine von den besten Gaben.
(Wilhelm Busch)

Diese Lebensweisheit, die der bärtige Dichter seinem Rektor Debisch in »Abenteuer eines Junggesellen« durch den Kopf gehen ließ, trifft meine volle Zustimmung. Oder in Anlehnung an den großen Humoristen und Weltversteher Loriot: »Ein Abend ohne Rotwein ist möglich, aber sinnlos.« Und, es gibt so viele schöne Rotweine, Meisterwerke der Winzer. Klar ist aber auch, nur die wenigsten können sich Spitzenwerke der Winzerkunst auch leisten. Ich wollt´, ich gehörte dazu. Sei´s drum. Auf jeden Fall hat auch der große deutsche Nationaldichter Goethe Recht, dem der Ausspruch zugeschrieben wird, »das Leben ist kurz, um schlechten Wein zu trinken.«  Und damit belasse ich es heute. Ein Prosit der Gemütlichkeit.

 

 

Flammlachs auf Kiefernplanke rund um ein Birkenholzfeuer aufgestellt

335/365 Leumulohi

01.12.2015

Auf dem Weihnachtsmarkt wird im finnischen Dorf unserer Partnerstadt Oulu frischer Flammlachs (»Leumulohi«) bereitet. Dazu werden Lachsseiten gewürzt und leicht eingeschnitten sowie anschließend mit Holznägeln auf Kiefernbretter befestigt. Diese werden dann steil um ein kleines Birkenholzfeuer gestellt und ab und an umgedreht bis der Fisch gar ist. Im finnischen Dörfchen gibt es zudem kleine Maränen, Delikatessen vom Rentier und natürlich Glögi, die finnische Glühweinvariante, die mir persönlich zu süß ist. An einem anderen Stand gibt es zahllose Honigsorten aus dem skandinavischen Land. Während meine Holde bei Himbeerhonig schwach werden könnte, komme ich bei den kräftigen Sorten von Butterblumen oder Buchweizen ins Schwärmen.

Finnisch zu lernen stelle ich mir als extrem schwierig vor. »Halle ja Oulu ovat ystävyyskaupunkeja.« Wer das aussprechen kann, hat sich angeblich einen Gratis-Glögi verdient (auf Deutsch: »Halle und Oulu sind Partnerstädte.«). Ob er ihn am Stand auch bekommt, müsste ich einmal ausprobieren, aber wie?

 

 

»Drei Gänse« - eine Plastik von Gustav Weidanz vor dem Landesmuseum für Vorgeschichte auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Halle. Hier gibt es zur Zeit eine Sonderausstellung zum Thema Krieg.

334/365 Gänsekrieg

30.11.2015

Gänse sind, sofern nicht in Gefangenschaft für das Heranziehen eines Weihnachtsbratens gehalten, Zugvögel. Diese drei Gänse des sehr vielseitigen Künstlers und Hochschullehrers Gustav Weidanz zierten einst den Kröllwitzer Gänsebrunnen in einer kleinen Grünanlage an der Petruskirche. Nachdem der Brunnen »versiegte«, zogen die Gänse zum Rosa-Luxemburg-Platz vor dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Das Museum beherbergt eine der ältesten, umfangreichsten und bedeutendsten archäologischen Sammlungen in Deutschland und ist Heimstatt der weltberühmten  Himmelsscheibe von Nebra. Gegenwärtig gibt es eine Sonderausstellung zur archäologischen Erforschung des Phänomens »Krieg« (steht auf meiner Agenda für Anfang 2016).

Zum Thema Gänsekrieg gibt es in Bützow eine lustige Anekdote:

Ende 1794 veröffentlichte der Magistrat einen Erlass, wonach alle in Bützow gehaltenen Gänse nicht mehr auf den Straßen der Stadt umherlaufen durften. Da sich kaum jemand an diese Verordnung hielt, setzten im Dezember 1794 erste Pfändungen ein. Die beschlagnahmten Gänse wurden in einen Pfandstall gesperrt, wogegen die Bützower Bürger nicht nur protestierten, sondern diesen auch stürmten. Unter dem Ruf: »Es lebe die Gänsefreiheit« erlebte Bützow in der Zeit der Revolution der Franzosen ihr »Revolutiönchen«.

Wilhelm Raabe setzte diesem Treiben mit seiner Novelle »Die Gänse von Bützow« ein literarisches Denkmal. Auch in anderen Landesteilen sind Überlieferungen zu geharnischten Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Gänsehaltung bekannt, so vom Gänsekrieg in der altwürttembergischen Stadt Backnang.

 

Adventskranz mit einer brennenden Kerze zum ersten Advent 2015

333/365 1. Advent

29.11.2015

Die vorweihnachtliche Adventszeit
ist eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen,
wäre da nicht der Vorweihnachtsstreß.  (Gudrun Kropp)

Wo ist der Zauber des Advents aus Kindertagen hin? Auch als »Heiden« haben wir diese Wochen kurz vor Weihnachten genossen, nicht zuletzt dank der süßen Düfte von Plätzchen und Maultaschen, die nur zu dieser Zeit gebacken wurden oder des Schmückens der Wohnung. Mein Vater hat jedes Jahr zu dieser Zeit einen Satz geschnitzter und gehüteter Stöckchen von Haselnuss hervorgekramt und mit ihnen eine »Kartoffel-Weihnachtspyramide« gebaut, die mit Fichtenzweigen, Nüssen und Kerzen geschmückt wurde und wunderschön war. Jedes Wochenende wurden die Kerzen zur Kaffeezeit angezündet und alle Augen glänzten.
Auf der Suche nach einem erklärenden Bild stieß ich auf »Klausenbaum«, der allerdings aus Äpfeln, nur vier Stück, errichtet wurde.