Am Neujahrstag 2016 – Blick vom Friedhof Obertraun zum Hallstädter See.

365 + 1 Prosit Neujahr

01.01.2016

Nun habe ich es also tatsächlich geschafft. Ich gebe zu, anfangs hatte ich mitunter starke Bedenken, dass ich es schaffen würde, jeden Tag ein Foto mit einer erkennbaren Absicht zu schießen. Und es kam tatsächlich vor, dass ich erst kurz vor Mitternacht den Auslöser drückte, und es ziemlich eng wurde. Demnächst werde ich meine Erfahrungen mit dem Projekt in einem ausführlichen Beitrag zusammenfassen.

Nach langer Silvesterparty und kurzem Schlaf bin ich am Neujahrstag etwas dumpf im Kopf. Nach dem Frühstück beschließen Bohne und ich, einen ausgedehnten Neujahrsspaziergang entlang der Traun zu machen und für den Rückweg den Höhenwanderweg zu nutzen. Das ist prima, kommen wir doch so an meinem ersten Motiv vom Neujahrstag 2015 vorbei und ich kann es unter anderem Gesichtspunkt erneut ablichten.

Der Himmel ist trübe, ab und zu nieselt es und einzelne Wegabschnitte wären mit Schlittschuhen an den Füßen leichter passierbar. Ich konzentriere mich mehr auf mich als auf mögliche Fotomotive. Diese Futterstelle für Amseln hat Bohne entdeckt:

Zwei vereiste Äpfel auf einem bemoosten Baumstumpf - Futterstelle für Amseln und andere Vögel, die weiches Futter bevorzugen

Zwei vereiste Äpfel auf einem bemoosten Baumstumpf – Futterstelle für Amseln und andere Vögel, die weiches Futter bevorzugen

Während er seine Fotos davon schießt, erfreue ich mich an diesem windschiefen Schuppen. Nein, ich habe die Kamera nicht schief gehalten, der Schuppen steht schon seit vielen Jahren so schief am Waldrand und hält hoffentlich noch viele weitere Jahre so durch.

windschiefer Schuppen am Höhenwanderweg in Obertraun am Hallstätter See, das dach ist dick bemoost

windschiefer Schuppen am
Höhenwanderweg in Obertraun am Hallstätter See

Kurze Zeit später kommen wir an diesem eingewachsenen Schild zum Höhenwanderweg vorbei, das ich erstmals kurz vor Silvester 2013 fotografiert habe und als Symbol für den langen Weg im Jahresprojekt auserkoren habe.

In eine Buche tief eingewachsenes Metallschild für den Höhenwanderweg in Obertraun

In eine Buche tief eingewachsenes Metallschild für den Höhenwanderweg in Obertraun

Schließlich erreichen wir kurz vor dem Ende der Wanderung den Lichtstein mit schönem Ausblick über den Hallstätter See in Richtung Hallstatt. Vom Plassen ist heute durch die Wolken und den Dunst nichts zu sehen.

Blick vom Lichtstein in Obertraun über den Hallstädter See mit wolkenverhangenem Himmel

Blick vom Lichtstein in Obertraun über den Hallstätter See mit wolkenverhangenem Himmel

Alte, verwitterte Almhütte auf der Hirschau Alm vor steiler Felswand bei Hallstadt im Salzkammergut

365/365 Silvester in den Bergen

31.12.2015

Heute ist der letzte (offizielle) Tag im Projekt »365 Tage – 365 Fotos.«
Für heute haben wir – Britta, Bohne und ich sowie Staff – uns eine kurze Wanderung von Obertraun über die Hirschau-Alm nach Hallstatt vorgenommen. Dort werden wir mit der Fähre über den Hallstätter See setzen und am Ostuferwanderweg zum Landhaus am See zurückkehren.

Aber zuerst geht es zur Kesselbrücke kurz vor Hallstatt und von dort etwa 40 min steil bergan. Diesen Weg sollen angeblich im Frühjahr die Rinder auf dem Weg zur Alm zurücklegen. Hut ab, das müssen sportliche Kühe sein. Immer wieder halten wir kurz an und genießen herrliche Ausblicke über den Hallstätter See in Richtung Bad Goisern. Schließlich sind wir auf der Alm und genießen die Pause nach dem sportlichen Aufstieg. Sportliche Tourengeher finden noch etwa 15 Minuten Gehzeit weiter den Einstieg zu einem der schönsten und zugleich schwierigsten Klettersteige der nördlichen Alpen. Ich erfreue mich an der urigen Hütte und entdecke einen klitzekleinen Unterstand am Fels.

Kleiner uriger Schuppen im Felsen auf der Hirschau Alm bei Hallstatt

Kleiner uriger Schuppen im Felsen auf der Hirschau Alm bei Hallstatt

Da wir hier oben nicht den Jahreswechsel feiern wollen, suchen und finden wir den Abstieg nach Hallstatt. Zwischendurch erreichen wir diese Quelle mit Holztrog, wo ich mich nach ein paar Fotos erst einmal labe.

Holztro sowie Holzrohr mit frischem Quellwasser aus dem Berg

Frisches Quellwasser, direkt aus dem Berg.

Beim Abstieg queren wir zwei Lawinenfelder. Noch immer liegen zahlreiche Bäume kreuz und quer herum, der Weg ist allerdings gut begehbar. In Hallstatt begegnen uns unzählige kleine und größere Gruppen von Touristen, die dieses schöne Bergstädtchen, Zentrum der Welterberegion Salzkammergut, für ein paar Stunden besuchen und alles fotografieren und filmen, vorzugsweise als Selfies. Wir bereiten uns langsam auf eine schöne Silvesterfeier mit großem Lagerfeuer und anschließender Tanzparty in Hans Jürgens Stadl vor. Es wird bis früh um sechs Uhr gehen.

besonders prächtige Seeforellen aus der Gosau garen im provisorischen Räucherofen

360/365 Seeforellen im Rauch

26.12.2015

Den Jahreswechsel verbringen wir seit vielen Jahren in lustiger Runde bei Freunden in Obertraun am Hallstätter See, mitten in der Welterberegion Salzkammergut in Oberösterreich. Philip, einer der Söhne des Hausherren im Landhaus am See, Hans Jürgen, hat in der Forellenzucht Gosau für das heutige Abendmahl gesorgt, indem er in kurzer Zeit fünf majestätische Seeforellen aus dem Zuchtteich an Land beförderte. Hans Jürgen hat für die Zubereitung seinen Grillplatz provisorisch zum Räucherofen umfunktioniert. Das Ergebnis konnte sich nicht nur sehen lassen, mit ein paar Pellkartoffeln sowie selbst bereitetem Preiselbeer-Sahne-Meerrettich krönten sie ein herrliches Begrüßungsmahl zum 2. Weihnachtstag. Was für ein gelungener Start in den Silvesterurlaub!

Ein Glas mit Newcastle Brown Ale im Kerzenschein auf einem kleinen Tisch im Pub in Halle

358/365 Very British

24.12.2015

Ich habe mir von einem Freund und Auskenner sagen lassen, Heiligabend in den Pub zu gehen, sei very british, ist zumindest bei jüngeren und mittleren Jahrgängen auf der Insel Usus. Was die Engländer können, soll uns nicht verwehrt sein. Und so haben meine Holde und ich sowie unsere Jungs gegen halb zehn am Heiligabend beschlossen, noch einmal loszuziehen, und dem Connoisseur einen Besuch abzustatten.Wie erwartet, war es ordentlich voll. Offensichtlich gibt es viele Menschen in Halle, die einfach keine Lust haben, an diesem Abend allein zu Hause herumzusitzen und statt dessen lieber im Pub mit anderen ein bisschen plaudern. Die Atmosphäre im Connoisseur war jedenfalls toll und es ging ziemlich laut zu. Die Getränke unterstützten den gehobenen Geräuschpegel sicherlich.

Anne, die Freundin unseres »Großen«, hat mir zu Demonstrationszwecken einen Sterneffektfilter überlassen, den ich einfach den ganzen Abend vor dem Objektiv lasse. Er spielt seine Stärken vor allem bei kleinen punktförmigen Lichtquellen aus. Schon auf dem Weg zum Connoisseur habe ich ein paar Aufnahmen geschossen.

Weihnachtsbaum und Weihnachtspyramide auf dem Marktplatz in Halle. Durch den Sterneffektfilter vor dem Objektiv strahlen alle punktförmigen Lichter wie Sterne.

Weihnachtsbaum und Weihnachtspyramide auf dem Marktplatz in Halle. Durch den Sterneffektfilter vor dem Objektiv strahlen alle punktförmigen Lichter wie Sterne.

Straßenbahn kurz vor dem Marktplatz in Halle am späten Heiligabend 2015

Straßenbahn kurz vor dem Marktplatz in Halle am späten Heiligabend 2015

Saalenixe, Bronzefigur des Göbeklbrunnens auf dem Hallmarkt in Halle, unter dem strahlenden Riesenrad am Abend

356/365Saalenixe unterm Riesenrad

22.12.2015
So, heute ist nun definitiv Schluss mit dem Weihnachtsmarkt, also für mich. So gern trinke ich Glühwein gar nicht, schon gar nicht bei Temperaturen über 10 Grad. Aber wir haben uns im Freundeskreis zu einem letzten Tässchen Glühwein vor Weihnachten verabredet und so sei es drum. Bevor ich mich der Glühweinkutsche nähere, will ich noch die Saalenixe (Figur des Göbelbrunnens auf dem Hallmarkt) unter dem Riesenrad fotografieren. Auf dem Hallmarkt sind die Fahrgeschäfte, Karussels…. Normalerweise kann man mich hier nicht antreffen. Ich komme wirklich nur der Nixe zuliebe.

brennende Öllampe auf dem Halleschen Weihnachtsmarkt zum 4. Advent - im Hintergrund leuchtet die Weihnachtspyramide

354/365 Vierter Advent

20.12.2015

Heute kann ich mich mal wieder nicht für ein Motiv entscheiden. Nach langem Ringen mit mir selbst entscheide ich mich für diese Öllampe an einem Glühweinstand. Stimmungsvoll flackert das Licht, die Flamme rußt. Gleich nebenan flimmert eine LED-Beleuchtung in aggressivem bläulich-weißen Licht, Augenkrebs droht. Fürchterlich. Also Blick abgewendet und wieder auf die Funzel und die Weihnachtspyramide gerichtet, in den Händen ein Tässchen Heidelbeerglühwein. Auf den vierten Advent.

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt auf der Burg Querfurt

353/365 Burgweihnacht

19.12.2015
An diesem Wochenende gibt es den vielleicht schönsten und stimmungsvollsten Weihnachtsmarkt der Region auf der Burg Querfurt. Die Burg Querfurt an der »Straße der Romanik« ist eine der flächenmäßig größten mittelalterlichen Burgen Deutschlands und immer einen Besuch wert. Die Burg mit Graben, Gewölben, mächtigen Bastionen und drei Türmen begeistert nicht nur »angehende Ritter und Edeldamen«, die Burg diente in den letzten Jahren in zahlreichen Filmprojekten als stimmungsvolle Kulisse. Zu den Filmprojekten, die hier zum Teil umgesetzt wurden, gehören »Die Päpstin«, »Der Medicus«, deutsche Märchenfilme wie »Jorinde und Joringel« sowie Til Schweigers Produktion »1½ Ritter «. Im Zeughaus informiert eine Sonderausstellung hierzu. An diesem Wochenende herrscht hier allerdings Ausnahmezustand. Mit so vielen Besuchern hatten selbst die künsten Optimisten nicht gerechnet. Nur gut, dass ich keine kleinen Kinder mehr zu betreuen habe. Aber, schön war´s.

Treppen im ehemaligen Modekaufhaus Weiß, heute New Yorker, am Markt in Halle

349/365 Funktion und Ebenmaß

15.12.2015

Es ist schon lustig, da habe ich erst vor ein paar Tagen zu einer Aufnahme eines Wohn- und Geschäftshauses in der Großen Ulrichstraße etwas über Historismus verlauten lassen, und schon stehe ich vor symmetrischen Treppenaufgängen der selben Schöpfer am Marktplatz. Die Brüder Albert und Ernst Heinrich Giese waren halt sehr fleißig. Dieses Kaufhaus, ein viergeschossiger Stahlbetonskelettbau mit etwa 4.200 m² Verkaufsfläche, tollen Treppenaufgängen und einem Lichthof unter einer imposanten Kuppel, eröffnete 1908 als Konfektionshaus Weiss. Die Bekleidungskette New Yorker hat das mit den Jahren herunter gekommene Kaufhaus 2006 gekauft und nach umfangreichen Sanierungsarbeiten 2008 wiedereröffnet. Als ich den Fotoapparat zückte, stand sofort eine junge Verkaufsangestellte neben mir und fragte nach meiner Berechtigung zu fotografieren. Glücklicherweise rief sie spontan bei ihrer Geschäftsleitung an und eine Minute später hatte ich die Erlaubnis, die Treppen abzulichten. Da sage ich gern nochmals Danke.

Riesenpfanne mit köstlichen Speisen im griechischen Restaurant Sonono in Halle

348/365 Sonono me gusta mucho

14.12.2015

»Sonono« klingt wie ein Lied auf spanisch, ist aber ein griechisches Restaurant in der August-Bebel-Straße in der Nähe des Opernhauses in Halle. Hier haben wir unseren letzten Konversationskurs Spanisch für dieses Jahr abgehalten, auch wenn dieses mal kaum spanisch gesprochen wurde. Der Wirt, Saad Sonono, hat uns für 12 Personen zwei Tabletts mit Vorspeisen sowie diese Riesenpfanne mit allerlei Köstlichkeiten zubereitet. Anders als in vielen griechischen Restaurants in Deutschland, gab es hier keine Knoblauchkeule, die alles zu erschlagen drohte. Die Speisen waren mit allerleih Gewürzen und Kräutern köstlich abgeschmeckt, der reinste Synapsenfasching. ¡que aproveche!

orientalische Räuchermännchenfigur bläst dicke Rauchwolken in den Abendhimmel über Leipzigs Weihnachtsmarkt

347/365 Rachermannel aus dem Morgenland

13.12.2015

Längst haben die Rachermannel aus dem Erzgebirge, Nachtwächter, Bergleute, Förster… Konkurrenz bekommen, was das Abrauchen duftender Räucherkerzen in den Wohnungen zur Weihnachtszeit angeht. Auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt paffte dieser Abgesandte aus dem Morgenland herrliche Rauchwolken in den Abendhimmel. An dem Stand gab es die verrücktesten Figuren. Sind sie zum Teil auch lustig anzuschauen, mir persönlich gefallen die neuen und klassischen Kreationen aus dem Erzgebirge besser.