Flammlachs auf Kiefernplanke rund um ein Birkenholzfeuer aufgestellt

335/365 Leumulohi

01.12.2015

Auf dem Weihnachtsmarkt wird im finnischen Dorf unserer Partnerstadt Oulu frischer Flammlachs (»Leumulohi«) bereitet. Dazu werden Lachsseiten gewürzt und leicht eingeschnitten sowie anschließend mit Holznägeln auf Kiefernbretter befestigt. Diese werden dann steil um ein kleines Birkenholzfeuer gestellt und ab und an umgedreht bis der Fisch gar ist. Im finnischen Dörfchen gibt es zudem kleine Maränen, Delikatessen vom Rentier und natürlich Glögi, die finnische Glühweinvariante, die mir persönlich zu süß ist. An einem anderen Stand gibt es zahllose Honigsorten aus dem skandinavischen Land. Während meine Holde bei Himbeerhonig schwach werden könnte, komme ich bei den kräftigen Sorten von Butterblumen oder Buchweizen ins Schwärmen.

Finnisch zu lernen stelle ich mir als extrem schwierig vor. »Halle ja Oulu ovat ystävyyskaupunkeja.« Wer das aussprechen kann, hat sich angeblich einen Gratis-Glögi verdient (auf Deutsch: »Halle und Oulu sind Partnerstädte.«). Ob er ihn am Stand auch bekommt, müsste ich einmal ausprobieren, aber wie?

 

 

Flügel eines alten Flügelspinnrades mit innenliegender Spindel

244/365 Spinnflügel der »Ziege«

01.09.2015
Heute habe ich ein Detail des Spinnrades meiner Oma fotografiert. Das ganze Spinnrad (allerdings ohne Antriebsseile) ist so fotogen, dass ich es demnächst auch für ein »Ganzkörperportrait« posieren lasse.
Hier ist der Spinnflügel mit innenliegender beweglicher Spindel abgebildet. Der Einzug der Wolle erfolgt von der gegenüberliegenden Seite, vorn sehen wir den Wirtel, eine Scheibe mit Rillen, die der Kraft- und Bewegungsübertragung vom Schwungrad durch die (fehlenden) Antriebsseile dient.
Warum Ziege? So wird die sächsische Bauart genannt, in der das Schwungrad und die Spindel nebeneinander (horizontal) angeordnet sind. Dadurch, dass der Rahmen zur Spindel hin leicht ansteigt, entsteht eine Optik die angeblich stark an die Umrisse einer Ziege erinnert.
Meine Oma konnte noch Schafwolle verspinnen und stellte daraus dicke, grobe, aber warme Stricksachen her. Ich habe das Garnspinnen aus Schafwolle einmal bei ein paar Landfrauen auf der Burg Allstedt probiert und bin jämmerlich gescheitert. Ständig ist mir der Faden gerissen. Ich verstehe mich besser auf anders geartete Spinnereien. Finde ich jetzt auch nicht so schlimm.

Fischernetze in Plastikcontainern auf einem Fischereiboot in Rerik

224/365 Fischernetze

12.08.2015
Ich bummle zu gerne am Salzhaff entlang zum Fischereianleger. Das ist seit meiner Kindheit so. Damals hat mich in den Ferien ab und zu mein Opa am frühen Morgen mitgenommen, wenn er zum Fischer nach Rerik gefahren ist. Heute gibt es nur noch wenige Fischer in Rerik. Hoffentlich bleiben sie Rerik, seinen Einwohnern und Fischgaststätten und auch den interessierten Touristen noch lange erhalten.

verzweifelter Versuch, im Kabelgewirr einer Umzugskiste das passende Anschlusskabel zu finden

69/365 Schahatz, hast Du das WLAN-Kabel gesehen?

10.03.2015
Hier herrscht noch immer Chaos. Kein Wunder, dass ich keine Lust habe, mein neues Büro zu betreten aber irgendwann muss es ja doch sein. Also jetzt los, aufräumen und alle Geräte wieder sinnvoll miteinander verkabeln! Das klingt leichter, als es in der Realität ist. Außerdem soll alles seitenverkehrt zum alten Büro installiert werden. Wo sind die Anschlussdosen, wo die passenden Kabel. Nach 2 Stunden passt alles aber das Internetz habe ich bis dahin noch nicht gefunden, das bringt mir die Telekom erst eine Woche später.

gestresster Manager im Büro beim Telefonieren mit zwei Telefonen

30/365 I´m a hard working man

30.01.2015
Nun ist der Januar schon fast vorüber, heute ist der letzte Werktag im 1. Monat und ich hatte, wie jeden Tag, voll den Stress. Gut, dass mein stummer Diener mir immer zur Seite steht und mir ein wenig Trost spendet. Nun ja, oder einen edlen Guatemala-Rum halt. Und das Beste an ihm ist, er redet kein einziges Wort. Ich kann ihn beschimpfen, ich kann fluchen – nix, kein beleidigter Blick, keine Vorhaltungen.
Was habe ich heute gelernt? Es kommt auf hohe Präzision an, wenn man so ein Set aufbaut und dann fotografiert. Ich habe drei Anläufe gebraucht und das Ergebnis ist immer noch nicht perfekt. Ein paar Zentimeter Verschiebung reichen aus, dass beim Überblenden Fehler sichtbar werden. Nun ja, beim nächsten Mal wird alles besser und hoffentlich habe ich dann weniger Stress.

Handwerker auf dem Dach repariert Schäden

29/365 Was macht der Mann auf dem Dach?

29.01.2015
Wie der Milchmann Tevje aus Anatevka sieht er nicht aus, ich kann auch keinen Klagegesang über mangelnden Reichtum vernehmen. Vielleicht ein Metalldieb? Ach nee, im Laufe der nächsten Minuten bringt der schwarze Mann mehr Metall aufs Dach als er mit hinunter nimmt. Bei der schnellen Luft heute über den Dächern Halles nicht gerade der beliebteste Arbeitsplatz an diesem Tag. Zwischendurch scheint es immer mal, als wolle Petrus schon mal vor der Fertigstellung der Reparaturen prüfen, ob alles dicht ist.
Für mich war das heute ein Glücksfall; aus den Augenwinkeln gesehen, sofort die Gelegenheit erkannt und zum Fotoapparat gehechtet, Objektiv gewechselt und…?
Weg war der Mann! Da aber noch Werkzeuge zu sehen waren, musste er einfach wieder kommen und das tat er dann auch.

Schlagzeile: Sozialer Arbeitsmarkt

17/365 Sozialer Arbeitsmarkt am seidenen Faden

17.01.2015
Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich mich nur schwer für ein Motiv entscheiden kann. Also nehme ich das Bild, welches tagesaktuell ist und somit nicht später wieder fotografiert werden kann, gesehen in Halles Innenstadt zwischen Eselsbrunnen und Franckeplatz. Allein das alte Portal ist schon sehenswert und hätte ein eigenes Foto verdient. Ich habe mich dennoch auf die Schlagzeile konzentriert. Wenn die Zeitungen mal nicht so, wie sie sind, am »seidenen Faden«, direkt in den Papierkontainer wandern.