Zwei Ringeltauben in einer Linde bei der Pflege ihrer Gefieder und beim Austausch von Zärtlichkeiten und neuestem Tratsch von der Straße

106/365 Wat den een sien Uhl, is den annern sien Nachtigal

16.04.2015
Was turteln diese Ringeltauben in der Linde vor unserem Balkon? Der Begriff turteln geht zurück auf die Turteltaube (Streptopelia turtur), die ein ausgemachter Wandervogel ist und dabei weite Strecken zurücklegt. Bei uns sind Ringeltauben die bekanntesten sowie größten Tauben und in den Städten ganzjährig anzutreffen. Die Taube gilt weit verbreitet als Symbol der Liebe und des Friedens sowie als Überbringer froher Botschaften, siehe Olivenblatt als Verkündung des Endes der Sintflut. Den größten positiven Imageschub hat der Taube wohl Picasso mit dem Symbol der Friedenstaube verpasst. Nun ja, bei den vorchristlichen Germanen galten Tauben als Todesvögel, die als Schutzgeist die Seele der Toten ins Jenseits geleiteten. Die Kelten empfanden das Gegurre als Klagelied, daher galten ihnen Tauben als Trauervögel. Dafür wurden Rabenvögel bei den Germanen und Kelten verehrt, Weisheit und Wahrheitsliebe wurden ihnen angedichtet, stets waren sie den Göttern (nicht nur Odin) verbunden.
Aber zurück zu den Tauben; in den Städten sind sie heute aus hygienischen Gründen nicht gern gesehen. Tötungsmaßnahmen widersprechen dem Tierschutzgesetz und sind daher untersagt. Viel wurde probiert, um die Taubenplage einzudämmen, vom generellen Fütterungsverbot bis hin zur Taubenpille, nichts hat so richtig funktioniert. Sollen sie doch turteln, aber nicht auf unserem Balkon!

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